16 angehende Bienensachverständige für Hessen

Ende April haben 16 Teilnehmende aus sieben hessischen Landkreisen den Lehrgang für Bienensachverständige erfolgreich abgeschlossen und können nun vom Veterinäramt als Bienensachverständige bestellt werden.

Die Ausbildung am Bieneninstitut Kirchhain umfasste drei Lehrgangstage sowie einen Prüfungstag. Die Teilnehmenden stellten ihr Wissen in einem schriftlichen Test und in praktischen Prüfungen am Bienenvolk unter Beweis. Unter anderem mussten sie Bienenkrankheiten und Schädlinge anhand von Wabenmaterial erkennen und beurteilen.

Im Schnittfeld zwischen Imkerei und Verwaltung

In Hessen gibt es derzeit rund 200 Bienensachverständige. Sie bilden ein wichtiges Bindeglied zwischen Imkerei und Veterinärverwaltung und unterstützen die Behörden bei der Tierseuchenprävention und -bekämpfung.

Eine Imkerin fegt Bienen von Waben in einen Kunstschwarmkasten.
Zur Sanierung von Amerikanischer Faulbrut werden die Bienen vom Wabenwerk vollständig getrennt. Die Waben werden vernichtet. Die Bienen bauen nach einer Hungerphase Wabenwerk und Volk neu auf. Bienensachverständige haben eine wichtige Rolle bei der Durchführung.

Ihre Arbeit reicht von der Untersuchung von Bienenvölkern über die Entnahme von Probenmaterial bis hin zur fachlichen Einschätzung von Krankheitsverdachtsfällen. Im Seuchenfall begleiten sie Sanierungsmaßnahmen vor Ort und überwachen deren Durchführung. Ebenso beraten sie Imkerinnen und Imker in Fragen der Bestandshygiene und der Seuchenprävention.

Dies erfordert umfangreiche Kenntnisse und Fertigkeiten in der Imkerei, Grundwissen zu Bienenkrankheiten sowie ein vertieftes Wissen über die gelisteten Bienenseuchen. Dazu zählen neben Varroose und Amerikanischer Faulbrut auch Parasiten, die bislang nicht in Deutschland vorkommen, nämlich der Kleine Beutenkäfer und die Tropilaelaps-Milbe.

Schwerpunkt: Amerikanische Faulbrut

Die Bienensachverständigen werden vor allem bei der Vorbeugung und Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut eingesetzt. Auch wenn Ausbrüche in Hessen in den vergangenen Jahren vergleichsweise selten waren, bleibt die Seuche ein ernstes Risiko, da sie sehr lange ansteckend ist. Hinzu kommt, dass inzwischen ein Erregertyp weit verbreitet ist, bei dem klinische Symptome oft erst spät sichtbar werden.

Daher kommt der regelmäßigen und flächendeckenden Untersuchung von Futterkranzproben auf Sporen des Erregers eine besondere Bedeutung zu. Diese Proben werden sowohl im Rahmen des jährlichen Faulbrut-Monitorings als auch für Gesundheitsbescheinigungen durch Bienensachverständige entnommen. Im Bieneninstitut Kirchhain werden sie analysiert; die Untersuchung ist für Imkerinnen und Imker kostenfrei.

Imkerinnen und Imker erreichen die zuständigen Bienensachverständigen über das örtliche Veterinäramt.

Erfahrene Imkerinnen und Imker, die Interesse an dieser Tätigkeit haben, können sich beim zuständigen Veterinäramt melden. Der nächste Lehrgang findet voraussichtlich in zwei Jahren statt.

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