Birnblattwanzen an Zwergmispeln (Cotoneaster)

Die Zwergmispeln Cotoneaster dammeri und Cotoneaster microphyllus werden als Bodendecker für Böschungs- und Beetbegrünungen sowie auf Friedhöfen zur Grabbepflanzung verwendet. Sie gelten als robust und pflegeleicht.

Symptome bei Befall

Eine mit Cotoneaster dammeri begrünte Böschung im Sommer 2025: Die Anpflanzung erscheint strumpfgrün-gelblich.
Eine mit Cotoneaster dammeri begrünte Böschung im Sommer 2025: Die Anpflanzung erscheint strumpfgrün-gelblich.

Im Hochsommer 2025 waren an einigen Pflanzungen von Cotoneaster dammeri auffällige Blattvergilbungen und gelbe Sprenkelungen auf den Blättern zu beobachten, die zunächst auf einen Spinnmilbenbefall hindeuteten. Als Ursache stellte sich jedoch letztlich ein Befall durch Birnblattwanzen (Stephanitis pyri) heraus.

Die Pflanzungen wirkten aus der Entfernung fahlgrün bis gelblich. Auf den Blattunterseiten waren im Sommer braune und schwarze Sprenkelungen zu erkennen. Letztere sind die für Birnblattwanzen charakteristischen Kottröpfchen.

Wie sieht der Schaderreger aus?

Bei frühzeitiger Bestandskontrolle ab Anfang Mai lassen sich die 2–5 mm großen Birnblattwanzen finden, die zu den Netzwanzen gehören. Der Körper ist dunkelbraun bis schwarz glänzend, die Flügel sind teilweise durchsichtig und schwarz geadert.

Nahaufnahme einiger Triebe von Cotoneaster dammeri. Die normalerweise glänzend grünen Blätter sind fast vollständig gelb.
Triebe von Cotoneaster dammeri: Die normalerweise glänzend grünen Blätter sind fast vollständig gelb.

Wird der Schaden erst spät im Sommer sichtbar, sind häufig keine Tiere mehr nachweisbar. Die schwarzen Kottröpfchen auf den Blattunterseiten gelten dann jedoch als Hinweis auf einen zurückliegenden Befall. Die Schäden am Laub entstehen durch die Saugtätigkeit der Wanzen.

Welche Pflanzengattungen werden befallen?

Birnblattwanzen befallen – wie der Name bereits andeutet – bevorzugt Birnbäume. Darüber hinaus besiedeln sie auch andere Gehölze wie Äpfel, Kirschen, Mehlbeeren (Sorbus), Walnüsse, Zierquitten und Zwergmispeln.

Entwicklungszyklus und Verbreitung

Die Birnblattwanze ist eine wärmeliebende Art, die ursprünglich aus Nordafrika, Mittelasien und Südwesteuropa stammt und sich von Südwestdeutschland aus nach Norden ausbreitet. Zur Biologie dieser Wanzenart liegen bislang nur wenige Erkenntnisse vor. In Südeuropa entwickelt sie drei Generationen pro Jahr. Offenbar überwintert sie auch an anderen Pflanzengattungen, an denen sie ihre Eier ablegt. Die Verbreitung erfolgt überwiegend passiv durch Wind, entlang von Verkehrswegen oder durch Anhaftung an Kleidung.

Unterseite eines Cotoneaster dammeri-Triebes: Die Blattunterseiten sind mit braun-schwarzen Sprenkeln und Kottröpfchen übersät.
Unterseite eines Cotoneaster dammeri-Triebes: Die Blattunterseiten sind mit braun-schwarzen Sprenkeln und Kottröpfchen übersät.

Aktuelle Situation

Bei Bestandskontrollen von Cotoneasterpflanzungen auf südhessischen Friedhöfen im Mai 2026 zeigten ausschließlich großblättrige Zwergmispeln Symptome. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurden Wanzen auf den Blattunterseiten gefunden. Die kleinblättrigen Cotoneaster microphyllus zeigten hingegen keinerlei Symptome. Möglicherweise sind sie für die Birnblattwanzen weniger attraktiv.

Bekämpfung

Schnittmaßnahmen sind nur sinnvoll, solange sich noch Tiere auf den Blattunterseiten befinden. Das Schnittgut sollte in Säcken verpackt über den Restmüll entsorgt werden, da andernfalls die Gefahr einer weiteren Verbreitung besteht.

Nach einem Befall im Vorjahr sollten die Pflanzen im Folgejahr bei steigenden Temperaturen frühzeitig auf Neubefall kontrolliert werden.

Schwarze Kottröpfchen und Birnblattwanzen auf der Blattunterseite von Cotoneaster dammeri
Schwarze Kottröpfchen und Birnblattwanzen auf der Blattunterseite von Cotoneaster dammeri

Zur Bekämpfung der Jungstadien kann im Haus- und Kleingarten der Wirkstoff Azadirachtin eingesetzt werden, der in verschiedenen Pflanzenschutzmitteln enthalten ist.

Bekämpfungsempfehlungen für den Erwerbsanbau erteilt die LLH-Gartenbauberatung.

Auf Friedhöfen dürfen auf Gräbern ausschließlich Mittel aus dem Haus- und Kleingartenbereich verwendet werden. Auf Flächen für die Allgemeinheit dürfen nur Mittel eingesetzt werden, die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) dafür zugelassen sind.

Weitere Informationen:
BVL – Pflanzenschutzmittel auf Flächen für die AllgemeinheitVor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist die jeweilige Friedhofssatzung zu beachten.

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