Wenn Erdmandelgras den Acker übernimmt: Früherkennung und Gegenmaßnahmen
Das invasive Erdmandelgras (Cyperus esculentus) breitet sich auch auf hessischen Landwirtschafts- und Gartenbauflächen zunehmend aus. Betroffen sind vor allem Mais-, Kartoffel-, Rüben- und Gemüseflächen sowie Baumschulen und Gartenbaubetriebe. Erdmandelgras gehört zu den Sauergräsern und ist eine mehrjährige Pflanze mit enormer Regenerationsfähigkeit.


Erdmandelgras erkennen
Auffällig gegenüber anderen Gräsern wie Fuchsschwanz und Windhalm hat das Erdmandelgras einen dreikantigen markgefüllten Stängel ohne Knoten. Zudem sind die Blätter V-förmig und kantig. Typisch sind gelbliche bis bräunliche Ährchen, die an bis zu zehn Ästen des Blütenstandes sitzen. Die wärmeliebende Pflanze bevorzugt feuchte, humose Böden und wird vor allem über Erde, Maschinen und Erntegeräte verschleppt.
Problematisch ist Erdmandelgras vor allem wegen seiner unterirdischen Rhizome und Knöllchen („Erdmandeln“). Diese überdauern mehrere Jahre im Boden, vermehren sich stark und lassen sich mechanisch kaum vollständig entfernen. Zusätzlich kann sich die Pflanze auch über Samen vermehren. Erdmandelgras keimt ab 8°C Bodentemperatur aus bis zu 15 cm Bodentiefe. In Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais wurden bereits deutliche Ertragsverluste beobachtet und das Erntegut betroffener Flächen nicht vermarktet. Zudem wirken viele herkömmliche Gräserherbizide nicht, da Erdmandelgras zu den Sauergräsern gehört. Die Erdmandelgrasbekämpfung muss über viele Stellschrauben durchgeführt werden. Sollten Sie erste Pflanzen auf der Fläche vorfinden, sollte die gesamte Pflanze mit Erde ausgegraben und entsorgt werden, da sich Erdmandelgras innerhalb weniger Jahre massiv ausbreiten kann.


Vorbeugung und Bekämpfung
Eine erfolgreiche Bekämpfung gelingt nur mit einer Kombination mehrerer vorbeugender Maßnahmen: Früherkennung und regelmäßige Kontrolle der Flächen, gründliche Reinigung von Maschinen, wiederholte Bodenbearbeitung vor der Knöllchenbildung sowie möglichst konkurrenzstarke Begrünungen wie Kleegras. Eine Ausbreitung kann auch über die Ausbringung von Substraten erfolgen. Pflanz- und Saatgut vor dem Ausbringen auf Mandeln und Samen kontrollieren. Auf den Einsatz des Pfluges sollte verzichtet werden. Kleine Befallsherde sollten mitsamt Erde tief ausgehoben werden.
Chemische Maßnahmen in Mais und Zuckerrüben zeigen meist nur Teilwirkungen und müssen mehrfach erfolgen. In Starkbefallsregionen werden im Mais bis zu vier Herbizidmaßnahmen durchgeführt. Auch können mechanische Bekämpfungsmaßnahmen wie das Hacken die chemische Bekämpfung unterstützen.
Fazit
Einmal Erdmandelgras, immer Erdmandelgras. Das Erdmandelgras ist ein ausdauerndes Problem, das von der kleinen Randerscheinung schnell bekämpft werden muss. Eine vollständige Bekämpfung von Starkbefallsflächen gelingt nur über die Anwendung von verschiedenen Bekämpfungsstrategien.
Für weitere Fragen wenden Sie sich gerne an die LLH-Pflanzenbauberatungskraft in Ihrer Region.
Weitere Informationen zu möglichen Blattkrankheiten im Getreide und entsprechender Behandlungsempfehlungen finden Sie in den Beratungsinfos Pflanzenproduktion Nord/Süd. Anmeldung zur Beratungsinfo: Info-Mails & Newsletter – Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen














