Wintergetreide: Zwischen Hitzestress und Abreife
Winterweizen befindet sich vielerorts in der Kornfüllung oder bereits in der beginnenden Abreife. In dieser Phase werden Stärke und Nährstoffe in die Körner eingelagert – entscheidend für Ertrag und Qualität.
Bei anhaltenden Temperaturen deutlich über 30 °C und gleichzeitig fehlender Wasserversorgung beschleunigt sich die Abreife. Die Pflanzen gehen in die sogenannte Notreife über: Die Kornfüllung wird verkürzt, die Körner bleiben, je nach Entwicklungsstand, kleiner und leichter. Dadurch können Tausendkorngewicht und Ertrag deutlich sinken.
Viele Bestände in Hessen haben jedoch von den Niederschlägen im Frühjahr profitiert. Bei ausreichender Bodenfeuchte verkraften Weizen, Gerste und Roggen einzelne heiße Tage deutlich besser. Kritisch wird es vor allem auf flachgründigen Standorten sowie bei anhaltender Trockenheit.
Entscheidend für die weitere Entwicklung sind Dauer und Intensität der Hitze sowie die Frage, ob Niederschläge die Bodenwasservorräte auffüllen.
Aktuelle Handlungsempfehlungen: Keine, denn Pflanzenschutz und Düngung können fehlendes Wasser nicht ersetzen. Langfristig sind Maßnahmen zur Klimaanpassung zu berücksichtigen.
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