Die kühlende Wirkung von Bäumen im Wärmebild

Auf unseren Rundgängen durch Gärten und Grünanlagen sind wir nicht nur mit dem Fotoapparat unterwegs, sondern mitunter auch mit der Wärmebildkamera. So entstehen anschauliche und beeindruckende Aufnahmen, die zeigen, welchen Einfluss Bäume auf unser Mikroklima haben. Anlässlich der aktuellen Hitzeperiode möchten wir Ihnen die kühlende Schattenwirkung von Bäumen einmal sichtbar machen.

Interpretation der Bilder 1 und 2

Situation: Juni 2022; Aufnahme am späten Vormittag eines beginnenden sogenannten Wüstentages (Tmax ≥ 35°C). Die Lufttemperatur liegt bereits bei etwa 30 °C. Sonnenexponierte befestigte bzw. aufheizbare Bodenflächen haben sich bereits auf 46 – 47° C erhitzt. Im Schatten von Bäumen liegen die Oberflächentemperaturen dagegen lediglich zwischen 23 und 27 °C – also rund 20 Kelvin niedriger.

Interpretation der Bilder 3 und 4

Situation: Juni 2022; gleicher Tag, Aufnahme am späten Nachmittag. Das prognostizierte Temperaturmaximum ist nun mit einer Lufttemperatur von 35° C erreicht – es handelt sich damit folglich um einen Wüstentag. Sonnenexponierte Flächen haben sich weiter auf rund 50°C und mehr (bis zu 60°C an anderen Stellen) aufgeheizt. Auch im Baumschatten sind die Oberflächentemperaturen nochmal um 2 – 3°K gestiegen, bleiben aber weiterhin rund 20°K unter denen der sonnenexponierten Flächen.

Interpretation des Bildes 5

Wärmebild: Spätsommertag zwischen 20 und 21 Uhr mit folgender Tropennacht (Tmax ≥ 20°C)
Bild 5

Situation: Spätsommertag zwischen 20 und 21 Uhr mit folgender Tropennacht (Tmax ≥ 20° C). Die sonnenexponierten, befestigten Flächen haben die Wärme des Tages gespeichert und „glühen“ auch in den späten Abendstunden noch mit Oberflächentemperaturen von rund 28 °C.
Die danebenliegenden grün-gelben Bereiche markieren die ehemaligen Schattenflächen kleinkroniger Bäume. Dort haben sich die Oberflächen deutlich weniger aufgeheizt; die Temperaturen liegen hier lediglich bei etwa 23 bis 24 °C.

Die Aufnahmen machen sichtbar, dass befestigte und wärmespeichernde Flächen wie Asphalt, Pflasterbeläge oder Schottergärten die Hitze des Tages speichern und während heißer Nächte kontinuierlich wieder abgeben. Die für die menschliche Gesundheit wichtige nächtliche Abkühlung wird dadurch erheblich eingeschränkt.

Fazit

Wer einen großen, schattenspendenden Baum im Garten hat, kann sich glücklich schätzen. Bäume verbessern nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Hitzeschutz und zur Abkühlung unserer Städte und Gärten.

Ein Sprichwort aus Uganda sagt:
„Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.“

Am besten im kommenden Herbst.

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