Erstes Dialogforum zur Hessischen Ackerbaustrategie

Am 26. Juni fand das erste Dialogforum zur Hessischen Ackerbaustrategie statt. Im Koalitionsvertrag haben sich die beiden hessischen Regierungsparteien auf eine kooperative Ackerbaustrategie verständigt. Ziel ist es, Zukunftslösungen für den hessischen Ackerbau zu entwickeln, diesen resilienter zu machen und eine zukunftsfähige, effiziente sowie regional verankerte Produktion von Lebensmitteln und Rohstoffen zu sichern. Dabei werden der Erhalt fruchtbarer Böden, die Förderung der Artenvielfalt sowie vielfältige und stabile Vermarktungsstrukturen berücksichtigt. Bestehende Initiativen wie die hessische Eiweißstrategie, der Pestizidreduktionsplan und die Kooperationsvereinbarung Landwirtschaft und Naturschutz sollen eng mit der Ackerbaustrategie verzahnt werden.

„Wir wollen nicht lediglich bekannte Grundsatzpositionen austauschen, sondern gemeinsam daran arbeiten, die drängenden Fragen des Ackerbaus und die damit verbundenen Zielkonflikte sachlich, praxisnah und lösungsorientiert zu bearbeiten“, sagte Staatssekretär Daniel Köfer. „Wir wollen ein gemeinsam getragenes Leitbild entwickeln, das Orientierung für die hessische Landwirtschaftspolitik und für die Praxis bietet. Je breiter der Konsens ist, desto robuster und dauerhafter können die Ergebnisse sein. Zugleich wollen wir realistische Zukunftsperspektiven mit einem Zeithorizont von etwa 15 Jahren formulieren.“

Die Ackerbaustrategie folgt einem kooperativen Ansatz. Auf Basis des Dialogs zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Naturschutz und Verwaltung soll eine robuste fachliche Grundlage geschaffen und möglichst ein Konsens über Ziele, Schwerpunkte und Lösungsansätze erreicht werden. In den kommenden Monaten erfolgt die Konkretisierung durch Facharbeitsgruppen.

Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) bündelt die Ergebnisse der Arbeitsgruppen. Die entstehende Ackerbaustrategie soll gemeinsam von den beteiligten Akteuren getragen werden und eine verlässliche Grundlage für die zukünftige Ausrichtung des hessischen Ackerbaus bilden.

Hintergrund

Der hessische Ackerbau versorgt die Bevölkerung mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln und wichtigen Rohstoffen. Er leistet damit einen bedeutenden Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Wertschöpfung im ländlichen Raum. Gleichzeitig prägt die landwirtschaftliche Nutzung seit Jahrhunderten die hessische Kulturlandschaft. Sie bietet vielfältige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und bildet die Grundlage für die biologische Vielfalt der Landschaft.

Steigende Rohstoffpreise, Klimaänderungen, internationaler Wettbewerb, neuartige Krankheitserreger sowie gesellschaftliche Erwartungen an eine nachhaltige Landwirtschaft erfordern jedoch Veränderungen und Anpassungen, um die Resilienz des Ackerbaus zu stärken.

Eine produktive Landwirtschaft sowie die Förderung der Artenvielfalt und der Schutz natürlicher Ressourcen müssen daher gemeinsam gedacht werden. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies eine anspruchsvolle Aufgabe. Sie stehen vor vielfältigen Herausforderungen – von Flächenkonkurrenz und zunehmender Flächeninanspruchnahme über Fachkräftemangel bis hin zu steigenden Kosten und einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld. Gleichzeitig sollen sie hochwertige Lebensmittel und Rohstoffe erzeugen sowie wichtige Leistungen für Umwelt und Gesellschaft erbringen.

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