Agrarmärkte Hessen aktuell 27/2026

Kartoffeln

Die Hitzewelle mit ungewöhnlich hohen Temperaturen sorgte für einen Einbruch am Kartoffelmarkt. Um der schwachen Nachfrage entgegen zu wirken, werden Werbeaktionen für die nächste Woche vorbereitet. Zur Vorwoche wurden die Erzeugerpreise moderat zurück genommen. Häufig werden Rodearbeiten – sofern möglich – nach vorheriger Beregnung in die kühleren Nachtstunden verlegt, um Qualitätseinbußen zu verringern. Aufgrund des wachsenden Angebots und des verhaltenen Kaufinteresses wird mit weiterem Druck auf die Preise gerechnet.

Tab.: Kartoffelpreise, Marktregion Hessen, in EUR/dt netto, frei Erfasser

Waschfähig, vor Abzug Sortierkosten
Min.Max.Ø
Erzeugerpreis, festkochende Sorte515251,33
Erzeugerpreis, vorwiegend festkochende Sorte495049,33
Erzeugerpreis, mehligkochende Sorte525252,00

Getreide und Ölsaaten

In den letzten Tagen konnte umfangreich gedroschen werden. Gleichzeitig werden noch Kontrakte mit alterntiger Ware bedient. Notierungen werden jetzt umgestellt auf Erntepreise 2026, wobei der Preisabstand zwischen alter und neuer Ernte oft nur gering ist. Nach ersten Einschätzungen sind die Qualitätsparameter in der Gerste gut ausreichend, während die Erträge knapp durchschnittlich sind. Der Hitzestress könnte in den Kulturpflanzen jedoch zu weiteren Einbußen führen. Rapspreise bleiben unter der 500 EUR/t-Marke und mit weiter nachgebenden Preisen wird gerechnet.

Tab.: Getreide- und Rapspreise, Hessen, in EUR/t

Frei LandlagerAb Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Qualitätsweizen165175172180185182
Brotweizen155163160170175171
Qualitätshafer120140130130150140
Futterweizen150158152160170164
Futtergerste140158150150167160
Raps460485479470495489

Eiermarkt

Mit den extrem hohen Temperaturen war zuletzt eine verhaltene Verbrauchernachfrage zu beobachten. Marktteilnehmer berichten von einer eingeschränkten Verfügbarkeit von Eiern der Kategorie XL. Von den Verarbeitern gehen aktuell keine großen Nachfrageimpulse aus. Insgesamt bewegt sich der Eiermarkt in ruhigen Bahnen. Dementsprechend wurden die Preise für freie Ware etwas zurückgenommen. Vertraglich fixierte Preise bleiben davon allerdings unberührt. Mit den fallenden Temperaturen könnte die Eiernachfrage bald wieder etwas anziehen.

Tab.: Preise für Eier in Cent/Stück

Gewichtsklasse MErzeugerpackstelleDirektvermarktung
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Bodenhaltung15,7331,0023,0918,5035,0027,80
Freilandhaltung23,0035,0029,1233,0039,0035,67
Bioware25,5037,0032,3630,0041,5036,70

Qualitätsferkel

Marktteilnehmer berichten von hitzebedingten Auswirkungen auf die Gewichtszunahmen der Tiere. Das Angebot dürfte infolgedessen spürbar zurückgehen. Die Grillsaison ist bislang trotz hoher Temperaturen und Fußball-Weltmeisterschaft noch nicht in Fahrt gekommen. Die Nachfrage nach Grillfleischartikeln bleibt hinter den Erwartungen zurück. Mit Beginn der Ferienzeit ist eine Belebung der Nachfrage nicht zu erwarten. Der Vereinigungspreis bleibt vorerst unverändert auf dem Niveau der Vorwoche. Gleiches gilt für die Ferkelnotierungen. Diese verharren stabil auf dem erreichten niedrigen Niveau.

Tab.: Preise für Ferkel in EUR/Tier

Anzahl4.731
Preisbasis28 kg
 Min.Max.Ø
Preisspanne41,3060,1552,64
Zuschlag 28 – 30 kg1,001,50 
Zuschlag > 30 kg0,501,00 

Kälber

Preise für Holstein-Kälber konnten gegenüber der Vorwoche nochmal leicht zulegen. Stabile Jungbullenpreise bieten Unterstützung. Die Marktbeteiligten rechnen allerdings damit, dass das saisonale Preishoch bereits erreicht wurde. Trotz eines knappen Angebots wurden die Gebote für Mastkreuzungen und Fleckvieh bereits etwas zurückgenommen. Für die laufende Woche werden unveränderte bis leicht nachgebende Kälberpreise erwartet.

Tab.: Preise für Kälber in EUR/Tier

BullenkälberKuhkälber
Über 28 Tage ab 65 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Holstein100470316160160160
Mastkreuzungen265820552395460410
Über 28 Tage ab 85 – 120 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Fleckvieh250990477300300300

Düngemittel

Zuletzt ist die Nachfrage am Düngermarkt spürbar eingebrochen. Zu den genannten Preisen sind Käufer derzeit nicht am Markt bzw. schieben Neukäufe nach hinten. Aufgrund der geopolitischen Entspannung (Straße von Hormus) könnten die Düngerpreise weiter rückläufig tendieren. Immerhin sind seit Mitte April die Notierungen für Harnstoff am Weltmarkt um nahezu 50 % zurück gegangen. Unterdessen verzögert sich die Herausgabe von aktualisierten Preislisten für das neue Wirtschaftsjahr seitens der Hersteller. Größtenteils sind die Düngerlager derzeit wie leer gefegt, um Kapazitäten für die neue Ernte vorzuhalten. Teilweise werden Restmengen mit Preiszugeständnissen abgegeben.

Tab.: Düngerpreise, Marktregion Hessen, in EUR/t ab Handelslager

ab Landlagerfrei Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
KAS440465451425435430
Harnstoff640640640610720668
AHL420439429390420408
DAP895895895
40er Kornkali345350346320330325

Quelle: LLH, Stand 02.07.2026


Für die 26. Woche vom 22.06. bis 28.06.2026

RINDER – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, in ct/kg Schlachtgewicht, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen).
 
 Woche 25 (22.06. – 28.06.2026)Woche 26
Preistrend3
(Mo+Di)
Kat.HKl.StückØ-SG1
(kg/Tier)
Preis (ct/kg SG)
Spanne2Ø
Jung-
bullen
E2
U2
U3
U4
R1
R2
R3
O1
O2
O3
P2
E-P
*
786
651
*
*
629
214
*
104
75
*
2.588

448
466


389
418

338
386

427

631 – 660
630 – 646


625 – 653
626 – 638

564 – 588
566 – 597


*
641
639
*
*
633
631
*
577
585
*
633










BullenU2
R2
O2
E-P
22
23
*
138
489
392

402
552 – 627
570 – 601

589
579
*
573


OchsenE-P22368715
KüheU2
U3
U4
R1
R2
R3
R4
O1
O2
O3
O4
P1
P2
P3
E-P
*
63
48
*
119
200
69
154
251
265
94
218
88
40
1.659

450
474

355
377
398
288
309
338
383
249
265
275
333

632 – 693
607 – 639

580 – 672
615 – 679
613 – 639
564 – 641
588 – 648
594 – 654
600 – 609
452 – 522
505 – 531
480 – 538

*
642
633
*
623
621
620
579
596
600
603
500
525
525
593













FärsenU2
U3
U4
R2
R3
R4
O2
O3
O4
P1
P2
E-P
24
211
*
87
381
122
39
58
46
*
*
1.196
323
360

296
329
364
252
292
351


340
632 – 653
619 – 647

616 – 705
632 – 712
618 – 641
548 – 648
573 – 591
587 – 599



649
640
*
641
640
635
581
589
592
*
*
631










Großvieh5.603
KälberR2
E-P
*
50

153
*
892
* Datenschutz  1 Schlachtgewicht  2 Unten und oben je rund 2 % der Tiere gekappt. 3 Nur bei ausreichenden Stückzahlen.
 
© LEL Schwäbisch Gmünd, ADD Trier

SCHWEINE – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen und inkl. ITW-Boni)
 Woche 25 (15.06. – 21.06.2026)
HKl.StückØ-SG1
(kg/Tier)
Ø-MF2
(%)
Preis (ct/kg SG)
Spanne3Ø
S-V
S
E
U
R
S-P
M
78.139
35.810
30.397
4.182
354
70.795
426
99,9
98,0
98,3
99,0
99,5
98,2
183

62,1
58,0
53,4
48,4
59,7


153 – 274
147 – 286
133 – 301
102 – 316

65 – 192

161
163
163
149
162
94
1 Schlachtgewicht  2 Magerfleischanteil  3 Unten und oben je rund 1 % der Tiere gekappt.
© LEL Schwäbisch Gmünd, ADD Trier, RP Gießen

 

LÄMMER – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, in ct/kg, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen)
 Woche 25 (15.06. – 21.06.2026)
Kat.StückØ-SG/LG1
(kg/Tier)
Preis ct/kg SG/LG
Spanne2Ø
geschlachtet pauschal abgerechnet
Lämmer40720,4880 – 1200939
1 Schlacht-/Lebendgewicht 2 Unten und oben je rund 1 % der Tiere gekappt.
© LEL Schwäbisch Gmünd,
ADD Trier, LAVE Recklinghausen, RP Gießen
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Förster,
Dr. Nikos
Zentrale
Kölnische Straße 48-50
34117 Kassel
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