Maden in den Kirschen – Was kann ich tun?

Maden in den Kirschen können die gesamte Ernte verderben. Verursacht werden sie meist von der Kirschfruchtfliege, einem der wichtigsten Schädlinge an Kirschen. Erkennbar ist sie an ihren getigerten Flügeln.
Zunehmend verbreitet sich außerdem die Kirschessigfliege. Während die Kirschfruchtfliege nur ein Ei pro Kirsche ablegt, finden sich bei einem Befall durch die Kirschessigfliege meist mehrere Larven in einer Frucht. Für den Haus- und Kleingarten sind zwar keine Pflanzenschutzmittel zugelassen, doch verschiedene andere Maßnahmen haben sich bewährt. Einige wirken gegen beide Fliegenarten.
Die Biologie der Kirschfruchtfliege als Grundlage der Bekämpfung
Die Kirschfruchtfliege überwintert als Puppe im Boden. Je nach Region und Witterung schlüpfen die Fliegen ab etwa Mitte Mai; einzelne Puppen können jedoch mehrere Jahre im Boden verbleiben. Nach dem Schlupf ernähren sich die Fliegen acht bis zehn Tage von den Säften des Kirschbaums. Anschließend legen sie ihre Eier unter die Fruchthaut, wenn sich die Kirschen von grün nach gelb verfärben. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die das Fruchtfleisch fressen und es in eine braune, matschige Masse verwandeln. Etwa zur Erntezeit fallen die Larven mit oder ohne Frucht zu Boden und verpuppen sich dort innerhalb von zwei Stunden. Wer diesen Lebenszyklus kennt, kann gezielt an mehreren Stellen eingreifen.
Befall vorbeugen und eindämmen
Reife Kirschen sollten nicht unnötig lange am Baum hängen bleiben, sondern vollständig abgeerntet werden. Sobald die Kirschen zu reifen beginnen, kann zusätzlich eine Folie unter der Baumkrone ausgelegt werden. Herabfallende Früchte und Larven lassen sich so leicht aufsammeln, und die Larven können sich nicht mehr im Boden verpuppen. Madige oder abgestorbene Früchte (Fruchtmumien) sowie heruntergefallene Kirschen gehören nicht auf den Kompost, da die Larven dort überleben können. Besser geeignet sind die Bio- oder Restmülltonne. Alternativ können die Früchte einige Tage in einem fest verschlossenen Müllsack in der Sonne gelagert werden. Die hohen Temperaturen töten die Larven ab; anschließend kann der Inhalt kompostiert werden.
Auch der Bewuchs unter dem Baum kann den Befall beeinflussen. Wird das Gras erst spät gemäht, erwärmt sich der Boden langsamer, wodurch sich der Schlupf der Fliegen verzögern kann. Hühner, Enten oder Schafe helfen zusätzlich, die Zahl der Larven im und auf dem Boden zu verringern.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Reifezeitpunkt der Sorte. Frühe Sorten wie ‚Burlat‘ oder ‚Kassins Frühe‘ werden meist deutlich seltener befallen als mittel- oder spätreife Sorten. Wer einen neuen Kirschbaum pflanzt, kann dies bei der Sortenwahl berücksichtigen.
Gelbtafeln dienen in erster Linie der Befallskontrolle. Bei kleineren Bäumen können sie den Befall zusätzlich verringern. Da die gelbe Farbe Kirschfruchtfliegen anlockt, können allerdings auch weitere Fliegen in den Baum gelockt werden. Die Tafeln sollten zum Flugbeginn aufgehängt und spätestens nach der Ernte wieder entfernt werden, um Nützlinge wie Marienkäfer zu schonen. Zur Kontrolle der Kirschessigfliege eignen sich Becherfallen mit verdünntem Apfelessig und etwas Spülmittel.
Die Ernte schützen

Ein engmaschiges Netz unter der Baumkrone verhindert den Schlupf der überwinternden Fliegen. Es sollte spätestens Mitte Mai ausgelegt werden, den gesamten Kronenbereich abdecken und an den Rändern eingegraben werden.
Besonders wirksam ist das Einnetzen einzelner Äste oder kleinerer Bäume mit engmaschigen Kulturschutznetzen, bevor sich die Kirschen gelb färben. Dafür gibt es Netze für ganze Bäume sowie Netzschläuche, mit denen sich größere Äste einhüllen lassen. Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt: Sind die Fliegen bereits im Baum, bleibt dessen Schutzwirkung aus. Ebenso wichtig ist ein lückenloser Abschluss, damit keine Tiere eindringen können. Um auch die Kirschessigfliege fernzuhalten, sollte die Maschenweite zwischen 0,8 und 1,0 Millimetern liegen.
Hinweis: Stehen im Umkreis von etwa einem Kilometer weitere Kirschbäume, sollten die Maßnahmen möglichst gemeinsam umgesetzt werden. Andernfalls können immer wieder Fliegen aus benachbarten Beständen zufliegen.







