Abschlussfeier an der Friedrich-Aereboe-Schule
Fachschule für Agrarwirtschaft Darmstadt des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) verabschiedet 11 neue Betriebswirtinnen und -wirte für Agrarwirtschaft
Mit dem erfolgreichen Abschluss ihrer zweijährigen Ausbildung haben 11 Absolventinnen und Absolventen der Fachschule für Agrarwirtschaft Darmstadt des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) einen wichtigen Schritt in ihrer beruflichen Laufbahn erreicht. Am 10. Juli 2026 wurden ihre Leistungen im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung an der Fachschule gewürdigt. Im Beisein des Lehrerkollegiums, zahlreicher Ehrengäste sowie ihrer Familien und Angehörigen nahmen die Absolventinnen und Absolventen ihre Zeugnisse entgegen und dürfen sich nun „Staatlich geprüfte Betriebswirtin bzw. staatlich geprüfter Betriebswirt der Fachrichtung Agrarwirtschaft“ nennen.
Fundiert ausgebildet für die Zukunft

Anna Kaiser, kommissarische Direktorin des LLH, gratulierte den neuen Betriebswirtinnen und Betriebswirten für Agrarwirtschaft und blickte in ihrem Grußwort auf deren Ausbildungsweg zurück: Der Jahrgang habe sich seit dem Start im August 2024 kontinuierlich weiterentwickelt, sei mit dem LLH von Griesheim nach Darmstadt umgezogen und im zweiten Jahr durch fünf Absolventen der einjährigen LLH-Fachschule Alsfeld ergänzt worden. Im Mittelpunkt der Ausbildung hätten neben klassischen Inhalten wie Acker- und Pflanzenbau, Betriebswirtschaft und Tierhaltung auch aktuelle Themen wie Digitalisierung, Klimaschutz und nachhaltige Landwirtschaft gestanden.
Während diese Begriffe vor 20 Jahren noch kaum im Lehrplan verankert gewesen seien, seien sie für die Abschlussklasse 2026 zentrale Themen, die sie im Berufsleben begleiten würden, hob Anna Kaiser hervor. Sie betonte: „Die Herausforderungen, die der Klimawandel, der Ressourcenschutz und die Sicherung der Ernährung mit sich bringen, mögen groß erscheinen. Doch Sie haben das Wissen, um sie zu bewältigen.“ Die Absolventinnen und Absolventen hätten sich intensiv mit diesen Zukunftsthemen auseinandergesetzt und sich eine solide Grundlage für ihr weiteres Berufsleben erarbeitet. Ergänzt worden sei die theoretische Ausbildung durch praxisnahe Exkursionen und Projektarbeiten, in denen die nun ehemaligen Studierenden ihre Analyse- und Teamfähigkeit unter Beweis gestellt hätten.
Erfahrung bewahren, Neues zulassen

Fachlehrer Friedrich-Georg Hartmann ging auf die vielfältigen Herausforderungen ein, vor denen die Landwirtschaft heute steht – von steigenden gesellschaftlichen Erwartungen über wirtschaftliche Unsicherheiten bis hin zu sich wandelnden politischen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig machte er den ehemaligen Studierenden Mut, ihren weiteren Berufsweg selbstbewusst zu gestalten, und stellte die besondere Verantwortung ihres Berufsstandes heraus:
„Landwirtschaft war noch nie eine Branche für Menschen, die den einfachen Weg suchen. Landwirtschaft bedeutet, Verantwortung zu übernehmen: Für Tiere, Pflanzen, Böden und Wasser, für die Ernährung unserer Gesellschaft und vor allem auch für den eigenen Betrieb und die Familie.“ Diese Verantwortung könne durchaus belastend sein, biete aber zugleich die Chance, an den Aufgaben zu wachsen und stolz auf das eigene Wirken zu sein. Hartmann verdeutlichte zudem, wie wichtig das Zusammenspiel von Erfahrung und neuen Ideen in landwirtschaftlichen Betrieben sei. Erfolgreiche generationenübergreifende Zusammenarbeit gelinge dort, wo Erfahrung ernst genommen werde und neue Ideen eine faire Chance bekämen.
Offene Türen für weiteren Lebensweg
Fachlehrer Dr. Bernd Kuhlmann erinnerte an die gemeinsame Zeit an der Fachschule und bezeichnete die Absolventinnen und Absolventen als „Jahrgang der geöffneten Türen und Tore“. Die Metapher zog sich durch seine gesamte Rede: Während der Schulzeit hätten den Studierenden die Türen zu Bildung und Unterstützung stets offen gestanden, außerdem hätten sie selbst ihre „geistigen Zugangstüren“ für neues Wissen öffnen müssen. Für ihren weiteren Lebensweg wünschte Kuhlmann den Absolventinnen und Absolventen: „Ich hoffe, dass Sie so viel Wissen, Können und praktische Fertigkeiten aufnehmen und sich aneignen konnten, dass Sie damit auf dem elterlichen Betrieb oder auf dem Arbeitsmarkt offene Türen einrennen.“ Darüber hinaus gab er ihnen mit auf den Weg, auch künftig offen für neue Ideen, Toleranz und Mitgefühl zu bleiben und die richtigen Türen im Leben zur passenden Zeit zu öffnen – oder auch bewusst geschlossen zu halten.
Beglückwünscht wurde die Abschlussklasse auch von den weiteren Ehrengästen Dieter Knakowski und Winfried Knaup, beide vom VLF Aereboenia-Starkenburg, sowie von Sebastian Glaser, Vorsitzender des Regionalbauernverbands Starkenburg e. V.
Die Absolventinnen und Absolventen 2026


Lennox Dieter (Otzberg/Ober-Klingen), Nils Robin Dimt (Friedrichsdorf), Tom Dörr (Roßdorf), Finn Emig (Wald-Michelbach), Till Frenzl (Idstein-Kröftel), Lena Greim (Butzbach), Laura Gruner (Karben/Burg-Gräfenrode), Niklas Lippmann (Weilmünster-Wolfenhausen), Philipp Schmidt (Frankfurt am Main), Fabian Schork (Wald-Michelbach) und Tilo Weyrich (Bad Camberg). Dem Jahrgang gehören ebenfalls Aaron Diefenbach (Limburg-Offheim) und Wolfgang Adam Guckert (Mannheim-Sandtorf) an, die während der Abschlussprüfungen erkrankt waren. Sie stehen noch vor den letzten Prüfungsleistungen, bevor auch sie den Kreis der Absolventinnen und Absolventen vervollständigen.
Jahrgangsbeste geehrt
Nach der feierlichen Zeugnisüberreichung wurden die besten Absolventinnen und Absolventen geehrt: Mit einem Notendurchschnitt von 2,1 schlossen als Drittplatzierte Lena Greim und Fabian Schork ab. Till Frenzl erreichte die Durchschnittsnote 2,0 und der Jahrgangsbeste Niklas Lippmann erhielt seinen Abschluss mit 1,3.