Ergebnisse der LSV Winterbraugerste 2025/26 & Empfehlungen

Hohe Erträge in Gunstlagen treffen auf eine schwierige Marktlage

Der Anbau von Winterbraugerste rückt in Zeiten, in denen der Bedarf und damit einhergehend der Preis für Futtergerste sinkt, in den Fokus. Der Großteil des Malzbedarfs wird durch Sommerbraugerste, die in Hessen eine große Tradition hat, gedeckt. Durch eine qualitätsorientierte Züchtung von zweizeiliger Wintergerste sind Sorten entstanden, die durch eine längere Vegetationsperiode höhere Erträge versprechen im Vergleich zur Sommerungsform und die Kriterien des Handels erfüllen. Ähnlich wie bei Sommerbraugerste ist eine Vorgabe der Sorte beim Vertragsanbau üblich, sodass Landwirte nicht frei in ihrer Sortenwahl sind. Dennoch dienen die Landessortenversuche als wichtige Diskussionsgrundlage, welche agronomischen Potentiale in den einzelnen Sorten stecken.

Sinkender Bierkonsum und Überangebot an Ware strapazieren den Markt

Viele Medien berichten seit Jahren über einen kontinuierlichen Rückgang des Bierkonsums, der bereits Anfang der 1990er-Jahre eingesetzt hat. Während der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr 1990 noch bei 142,2 Litern lag, betrug er im Jahr 2024 nur noch 81,8 Liter. Offensichtlich hat sich das Konsumverhalten der Verbraucher verändert: Genussorientierte Kaufentscheidungen weichen zunehmend einem stärker gesundheitsbewussten Konsum. Da Malz ein zentraler Rohstoff für die Bierproduktion ist, sinkt mit dem rückläufigen Bierkonsum auch die Nachfrage nach Malz. Im europäischen Vergleich waren und sind die deutschen Mälzereien überwiegend klein strukturierte Familienbetriebe mit großer regionaler Bedeutung. In Frankreich hingegen wird der Malzmarkt beispielsweise von drei großen, stark exportorientierten Mälzereien dominiert. Diese unterscheiden sich deutlich von den vergleichsweise kleinen deutschen Betrieben. Zudem konkurrieren Malzimporte aus Frankreich, Dänemark und Australien mit heimischer Ware auf einem insgesamt schrumpfenden Markt. Die überregionale Preisentwicklung und das lokale Marktangebot sind dabei zunehmend voneinander entkoppelt. Entsprechend hängt die Preisbildung nicht allein vom regionalen Angebot ab. Derzeit belastet außerdem noch ein Überangebot an Sommerbraugerste aus den vergangenen Jahren den Markt, wodurch auch die Preise für Winterbraugerste unter Druck geraten. Anfang Juli wurden für die aktuelle Ernte bereits Preise von unter 200 Euro je Tonne ausgeschrieben.

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