Agrarmärkte Hessen aktuell 37/2026

Kartoffeln

Die Marktlage für Speisekartoffeln bleibt unverändert im saisonal gewohnten Rahmen. Auch die Preise verharren auf dem Niveau der Vorwoche. Bis auf weiteres wird kaum mit einer spürbaren Preisänderung gerechnet. Der Bedarf kann vom derzeitigen Angebot bequem gedeckt werden. In den nächsten Wochen dürften jedoch vermehrt überregionale Zufuhren das hiesige Angebot ergänzen. Im LEH sollen auch in dieser Woche Verkaufsaktionen die Nachfrage beleben. Einkellerungsaktionen werden frühestens zum Ende des Monats erwartet. Während die Kampagne bei insgesamt günstigen Bedingungen zügig voran kommt, bleiben die Erträge häufig hinter den Erwartungen zurück. Nach Ernteschätzungen wird sich ein Angebotsüberhang wie im Vorjahr in der Marktregion Hessen nicht aufbauen.

Tab.: Kartoffelpreise, Marktregion Hessen, in EUR/dt netto, frei Erfasser

Waschfähig, vor Abzug Sortierkosten
Min.Max.Ø
Erzeugerpreis, festkochende Sorte353937
Erzeugerpreis, vorwiegend festkochende Sorte333735
Erzeugerpreis, mehligkochende Sorte373737

Getreide und Ölsaaten

Von den Turbulenzen an den Börsen bleibt der hiesige Kassamarkt weitgehend verschont. Dennoch ziehen die Erzeugerpreise im Wochentakt weiter an. Gleichzeitig sind Käufer von Brotgetreide nur sporadisch am Markt. Immerhin lassen sich einzelne Fuhren schlank vermarkten. Auch Futtergetreide tendiert etwas fester, zumal die Maisernte unterdurchschnittlich ausfällt. Teilmengen der Ernte wurden bereits vermarktet und es besteht durchaus Abgabebereitschaft von weiteren Partien. Für die nächsten Wochen wird keine wesentliche Änderung auf der Nachfrageseite erwartet. Unterdessen könnte ein Entspannung in der Schwarzmeerregion für einen erheblichen Preisrückgang sorgen. Zudem belasten nach wie vor hohe Frachtraten den regionalen Warenverkehr. Rapspreise zeigen sich deutlich befestigt – über der 500 EUR/t-Marke – aufgrund der hohen Ölpreise. Nach der kleinen Rapsernte in 2026 dürfte der Importbedarf in den nächsten Monaten erhöht sein.

Tab.: Getreide- und Rapspreise, Hessen, in EUR/t

Frei LandlagerAb Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Qualitätsweizen190208200200230212
Brotweizen183200193193220205
Qualitätshafer
Futterweizen173190183183210195
Futtergerste168180174178191185
Raps505525517515535527

Eiermarkt

Mit dem Ende der Sommerferien zieht die Nachfrage nach frischen Konsumeiern wieder an. Hinzu kommt, dass sich die Temperaturen in diesem Monat bereits stetig nach unten bewegen . Damit steigt auch der Verbrauch in den Privathaushalten und die Verarbeiter ordern wieder größere Partien für den laufenden Bedarf. Unterdesssen wird die Produktion als bedarfsdeckend bezeichnet. Es wird derzeit in keiner Kategorie von ausgeprägten Engpässen bei der Versorgung berichtet. Allerdings sind braune Eier in der Kategorie L besonders gesucht. Auf die Preise in Hessen sind die Auswirkungen jedoch limitiert. Ein Großteil der Preise ist ohnehin in Kontrakten gebunden. Der Eiermarkt dürfte auch in der laufenden Berichtswoche freundlich gestimmt bleiben.

Tab.: Preise für Eier in Cent/Stück

Gewichtsklasse MErzeugerpackstelleDirektvermarktung
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Bodenhaltung13,9030,5022,8818,5035,0027,80
Freilandhaltung23,0035,0029,1233,0039,0035,67
Bioware25,5037,0032,4730,0041,5036,70

Qualitätsferkel

Keine Veränderungen am Schweinemarkt gegenüber der Vorwoche. Angebot und Nachfrage passen mengenmäßig gut zusammen. An der Internetschweinebörse unveränderter Durchschnittspreis bei bestehendem Kaufinteresse. Ferkel deutscher Herkunft lassen sich bei stabilen Preisen problemlos vermarkten. Kostensteigerungen machen den Betrieben zu schaffen. In der laufenden Woche werden gleichbleibende Preise erwartet.

Tab.: Preise für Ferkel in EUR/Tier

Anzahl4.222
Preisbasis28 kg
 Min.Max.Ø
Preisspanne43,0064,1652,14
Zuschlag 28 – 30 kg1,001,50 
Zuschlag > 30 kg0,501,00 

Kälber

Zur Vorwoche keine großen Veränderungen im Handel mit Kälbern. Bei Holstein-Kälbern bleiben die Preise weitgehend unverändert. Kräftige tybetonte Rassen und Mastkreuzungen erzielen Aufschläge und lassen sich zu stabilen Preisen vermarkten. Im Schnitt sind die Preise für Mastkreuzungen sogar etwas gestiegen. Dem Vernehmen nach kommen zuweilen Direktgeschäfte zwischen landwirtschaftlichen Betrieben ohne Zwischenhandel zustande. In der laufenden Berichtswoche wird mit weiterhin festen Preisen gerechnet.

Tab.: Preise für Kälber in EUR/Tier

BullenkälberKuhkälber
Über 28 Tage ab 65 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Holstein703302326012091
Mastkreuzungen220720558260500349
Über 28 Tage ab 85 – 120 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Fleckvieh195380300

Düngemittel

Weiterhin bleiben die Düngerpreise sehr fest gestimmt. Insbesondere N-Dünger verteuern sich von Woche zu Woche. Zumal aufgrund der hohen Energiepreise (spez. Gas) die Düngerproduktion gedrosselt ist und das Angebot begrenzt bleibt. Mit einer kurzfristigen Trendwende wird kaum gerechnet. Nach wir vor belasten die geopolitischen Entwicklungen auch die hiesigen Agrarmärkte erheblich. In der Folge sind Transportkapazitäten (Straße von Hormus) stark eingeschränkt. Der Umfang von Einlagerungen bei den regionalen Düngerhändlern ist bis dato gering, da u.a. Niedrigwasser die Logistik erschwert. Aufgrund der schwierigen Marktlage werden Preise teilweise nur auf Anfrage genannt. Dennoch wurden einige Vorkäufe für die nächste Düngesaison in die Bücher genommen, nicht zuletzt um erneute Preisbefestigungen abzufangen. Häufig ist jedoch die Nachfrage eingebrochen. In den nächsten Wochen wird mit einem anhaltend knappen Angebot gerechnet. Eine frühzeitige Absicherung des Bedarfs könnte sich daher durchaus rechnen.

Tab.: Düngerpreise, Marktregion Hessen, in EUR/t ab Handelslager

ab Landlagerfrei Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
KAS399465435380419406
Harnstoff600645627580620601
AHL390465418365425401
DAP950960956905950928
40er Kornkali340350345320340328

Quelle: LLH, Stand 10.09.2026


Für die 36. Woche vom 31.08. bis 06.09.2026

RINDER – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, in ct/kg Schlachtgewicht, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen).
 Woche 36 (31.08. – 06.09.2026)Woche 37
Preistrend3
(Mo+Di)
Kat.HKl.StückØ-SG1
(kg/Tier)
Preis (ct/kg SG)
Spanne2Ø
Jung-
bullen
E2
U2
U3
U4
R1
R2
R3
O1
O2
O3
P2
E-P
*
660
378
*
22
508
178
*
107
74
20
2.111

453
469

322
383
423

347
389
273
423

623 – 643
620 – 637

566 – 603
605 – 717
608 – 638

557 – 582
572 – 598
466 – 507
*
633
629
*
596
626
624
*
574
586
485
622










BullenU2
R2
O2
E-P
29
38
20
161
483
399
366
420
561 – 682
561 – 674
497 – 558
583
585
533
554


OchsenE-P33357638
KüheU2
U3
U4
R1
R2
R3
R4
O1
O2
O3
O4
P1
P2
P3
E-P
*
57
50
26
114
194
76
233
341
341
100
379
156
53
2.177

437
460
343
353
374
404
290
310
337
384
248
274
298
323

521 – 591
540 – 555
499 – 549
516 – 560
512 – 544
515 – 543
481 – 501
478 – 543
509 – 522
511 – 534
406 – 443
424 – 448
433 – 488
*
549
550
519
530
531
531
492
510
518
526
423
438
450
500













FärsenU2
U3
U4
R2
R3
R4
O2
O3
O4
P1
P2
E-P
29
114
121
87
305
180
65
88
59
*
20
1.169
337
368
395
297
332
363
245
301
348

231
335
612 – 655
606 – 633
593 – 613
578 – 654
592 – 632
600 – 615
471 – 628
498 – 521
482 – 530


392 – 428

629
617
606
607
610
607
495
507
517
*
406
585










Großvieh5.651
KälberR2
E-P
*
42

138
*
893
* Datenschutz  1 Schlachtgewicht  2 Unten und oben je rund 2 % der Tiere gekappt. 3 Nur bei ausreichenden Stückzahlen.
© LEL Schwäbisch Gmünd, ADD Trier

SCHWEINE – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen und inkl. ITW-Boni)
 Woche 36 (31.08. – 06.09.2026)
HKl.StückØ-SG1
(kg/Tier)
Ø-MF2
(%)
Preis (ct/kg SG)
Spanne3Ø
S-V
S
E
U
R
S-P
M
75.454
35.294
29.525
3.950
340
69.145
405
99,8
98,2
98,5
98,8
98,6
98,3
185

62,1
58,0
53,3
48,2
59,8

164 – 258
159 – 254
142 – 243
114 – 224

83 – 140

171
169
157
138
169
94
1 Schlachtgewicht  2 Magerfleischanteil  3 Unten und oben je rund 1 % der Tiere gekappt.
© LEL Schwäbisch Gmünd, ADD Trier, RP Gießen

LÄMMER – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, in ct/kg, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen)
 Woche 36 (31.08. – 06.09.2026)
Kat.StückØ-SG/LG1
(kg/Tier)
Preis ct/kg SG/LG
Spanne2Ø
geschlachtet pauschal abgerechnet
Lämmer42020,5758 – 1200856
1 Schlacht-/Lebendgewicht 2 Unten und oben je rund 1 % der Tiere gekappt.
© LEL Schwäbisch Gmünd,
ADD Trier, LAVE Recklinghausen, RP Gießen
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Dr. Nikos
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