AKIS gemeinsam weiterdenken und gestalten

Wie kann das Agrarische Wissens- und Innovationssystem (AKIS) des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) länderübergreifend wirksam werden? Und wie wird aus Vernetzung echte Zusammenarbeit?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt des zweiten bundesweiten AKIS-Workshops, der am 9. und 10. September 2026 stattfand. Veranstaltet wurde der Workshop von der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) und dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) an der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau, Zentrum für Tierhaltung und Technik in Iden.
Der Workshop brachte Akteurinnen und Akteure aus Bildung, Beratung, Forschung und Verwaltung zusammen. Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen, bestehende Netzwerke weiterzuentwickeln und konkrete Ansätze für einen wirksamen Wissenstransfer in Landwirtschaft und ländliche Räume zu diskutieren. Gerade mit Blick auf die kommende Förderperiode gewinnt ein gut aufgestelltes AKIS weiter an Bedeutung. Auch künftig sollen zentrale Instrumente wie Beratungsförderung und die Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-Agri) fortgeführt werden.
Von der Vernetzung zur Zusammenarbeit
Die Koordinierungs- und Vernetzungsstelle AKIS Hessen gestaltete einen Workshop zum Thema „Wie kann AKIS über Bundesländergrenzen hinweg wirksam werden – und wie entsteht echte Zusammenarbeit statt punktueller Kontakte?“

Die Erfahrungen aus rund zwei Jahren AKIS-Arbeit zeigen: Vernetzung ist wichtig – sie führt jedoch nicht automatisch zu Zusammenarbeit. In Hessen konnten zahlreiche Kontakte aufgebaut und gemeinsame Austauschformate etabliert werden. So entstand aus der Initiative „AKIS verbindet – Wissen, Menschen, Innovationen“ ein bundesweites AKIS-Vernetzungsforum mit inzwischen 239 beteiligten Personen.
Gleichzeitig bleiben viele länderübergreifende Aktivitäten bislang punktuell. Beispiele sind die AKIS-Ländertreffen, gemeinsame Projektideen und der Austausch zu konkreten Themen wie dem Farm-Inkubator, der Schilfglasflügel-Zikade oder EIP-Agri-Projekten. Die zentrale Frage lautet daher: Wie gelingt der nächste Schritt – vom Kennenlernen zum gemeinsamen Handeln?
Klare Strukturen, gemeinsame Themen, regelmäßiger Austausch
Im Workshop wurden konkrete Ansätze diskutiert. Dazu gehören:
- AKIS-Koordinierungsstellen in allen Bundesländern, die als sichtbare Anlaufstellen fungieren,
- eine bessere Auffindbarkeit der AKIS-Ansprechpersonen auf Länder- und Bundesebene,
- ein interaktives Mapping der bestehenden AKIS-Strukturen und Akteure,
- ein verständlicher und klarer gemeinsamer AKIS-Auftrag,
- der Austausch zu erfolgreichen Praxisbeispielen sowie
- ein bundesweites AKIS-Forum oder ein regelmäßiger AKIS-Thementag.
Eine wichtige Erkenntnis der Diskussion: Länderübergreifende Zusammenarbeitbraucht konkrete gemeinsame Themen und Ziele. Regelmäßige Kontakttreffen und klare Ansprechstrukturen können dabei helfen, aus bestehenden Kontakten dauerhafte Kooperationen zu entwickeln.
Gemeinsam weiterdenken
Der Workshop hat gezeigt, dass in den Bundesländern vielfältige Kompetenzen, Erfahrungen und Strukturen vorhanden sind. Diese Potenziale gilt es stärker miteinander zu verbinden.
Für die weitere AKIS-Arbeit bedeutet das: mehr Transparenz, bessere Vernetzung und vor allem mehr gemeinsame Aktivitäten. AKIS sollte stärker themenbezogen gedacht und gemeinsam bearbeitet werden – über Ländergrenzen hinweg und mit einem klaren Blick auf den Nutzen für Praxis, Beratung, Forschung und Innovation.
„AKIS verbindet – Wissen, Menschen, Innovationen“: Der Workshop hat wichtige Impulse geliefert, um diesen Anspruch gemeinsam weiter mit Leben zu füllen.