Sorghum-Feldtag zum Start des Projekts BiSon

Projekt „BiSon – Bienenfreundlicher Sorghum“ gestartet

Mit einem Feldtag am 17. September 2026 in Rauischholzhausen ist das neue EIP-Agri-Projekt „BiSon – Bienenfreundlicher Sorghum“ gestartet. Ziel des dreijährigen Vorhabens ist es, Sorghum züchterisch weiterzuentwickeln und seine praktische Nutzung in Hessen voranzubringen. Im Mittelpunkt stehen frühreife, körnerbetonte Sorten und Sortenmischungen für die Silonutzung mit hoher Ertragsleistung, die zugleich einen Beitrag zur Förderung von Bestäubern leisten können.

Die Gesamtverantwortung für das Projekt liegt bei der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), Fachbereich 09, Professur für Pflanzenzüchtung unter Leitung von Dr. Steffen Windpassinger.

Praxis und Forschung gemeinsam

In der operationellen Gruppe arbeiten sechs hessische landwirtschaftliche Betriebe der Primärproduktion, vier hessische Imkereien sowie der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) mit. Vonseiten des LLH sind die Fachinformation Biorohstoffnutzung-HessenRohstoffe (HeRo), die Klimaschutzberatung und das Bieneninstitut Kirchhain (BIK) beteiligt. Assoziierte Partner sind die Deutsche Saatveredelung AG (DSV), das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) Straubing sowie Agrobal Servicios SPR aus Mexiko.

Sorghum bietet verschiedene pflanzenbauliche und ökologische Potenziale. Als Sommerung kann die Kultur zur Auflockerung maisbetonter Silofruchtfolgen und winterungsdominierter Fruchtfolgen beitragen. Zudem weist Sorghum eine vergleichsweise gute Toleranz gegenüber Hitze und Trockenheit auf und kann damit für die Anpassung des Ackerbaus an den Klimawandel interessant sein. Der Bedarf an Pflanzenschutzmaßnahmen ist vergleichsweise gering.

Eine weitere Besonderheit liegt in der Blüte: Sorghum kann im Spätsommer eine zusätzliche Pollenquelle für Bienen darstellen. Diese Zeit ist häufig durch ein geringes Trachtangebot geprägt, gleichzeitig ist eine ausreichende Nahrungsversorgung für die Aufzucht der Winterbienen von Bedeutung. Erste Datenerhebungen vom August dieses Jahres an einem Sorghum-Praxisschlag in der Nähe von Marburg haben bereits gezeigt, dass Honigbienen die Sorghumblüten intensiv als Pollenquelle genutzt haben.

Neue Ansätze für züchterische Entwicklung

Im Projekt werden verschiedene Ansätze miteinander verbunden. Untersucht werden unter anderem Sorghum-Sortenmischungen, die das Blühfenster verlängern können. Ergänzend soll der Einsatz von insektenattraktiven Untersaaten, beispielsweise Kleearten, sowie der Mischanbau von Sorghum mit Sonnenblumen erprobt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Selektion von Sorghumstämmen mit starker Pollenschüttung, hoher Ertragsleistung und guter Anpassung an hessische Anbaubedingungen. Dabei spielen unter anderem Frühreife und Kältetoleranz eine Rolle. Parallel wird die Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Anbau- und Sortenansätze bewertet.

Erster öffentlicher Projektauftritt

Beim Feldtag in Rauischholzhausen erhielten die Teilnehmenden bei einer Führung durch die Sorghumparzellen von Dr. Steffen Windpassinger Einblicke in die laufende Zuchtarbeit. Unter Beteiligung des LLH (Bieneninstitut Kirchhain, Klimaberatung, Beratungsteam Pflanzenbau) wurden die agronomischen Eigenschaften der diversen Sorghumzuchtstämme und Mischungen diskutiert.

Zum Auftakt des Projekts kamen hessische Landwirtinnen und Landwirte, Imkerinnen und Imker, Beratung, Vertrieb und Züchtung zusammen. Der Feldtag bot damit eine erste Gelegenheit, Forschung und Praxis miteinander zu verknüpfen und die weiteren Arbeiten im Projekt BiSon gemeinsam zu gestalten.


Die Operationelle Gruppe „BiSon“ wird durch die EU im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-Agri) und das Land Hessen im Rahmen des GAP-Strategieplans für die Bundesrepublik Deutschland 2023 bis 2027 für drei Jahre gefördert.

Logoleiste, quer: EU, Hessen, GAP, eip-agri
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