Agrarmärkte Hessen aktuell 43/2026

Kartoffeln

Aktuell wird von einem recht lebhaften Absatz am Kartoffelmarkt berichtet. Nicht zuletzt gestützt durch allwöchentliche Verkaufsaktionen im LEH. Für durchgeschwitzte Lagerware werden Aufschläge von rd. 5 EUR/dt besprochen. Aufgrund der nur knapp verfügbaren Erntemengen an marktfähigen Qualitäten dürften sich die Erzeugerpreise in den nächsten Wochen weiter befestigen. Bei den Absortierungen wird häufig Drahtwurmbefall bemängelt. Unterdessen wird zunächst noch vorwiegend Feldware vermarktet. Dennoch ergänzen auch überregionale Zufuhren das hiesige Angebot. Großkalibrige Knollen sind sehr knapp und erzielen deutliche Aufgelder im Großhandel (>15 EUR/25 kg-Sack). Gleichzeitig finden kleine Kaliber nur verhaltenes Kaufinteresse. Für geschälte Ware wurden die Preise, abhängig von den Abnahmemengen, leicht zurückgenommen.

Tab.: Kartoffelpreise, Marktregion Hessen, in EUR/dt netto, frei Erfasser

Waschfähig, vor Abzug Sortierkosten
Min.Max.Ø
Erzeugerpreis, festkochende Sorte353936,75
Erzeugerpreis, vorwiegend festkochende Sorte333734,75
Erzeugerpreis, mehligkochende Sorte373736,50

Getreide und Ölsaaten

Der hiesige Getreidehandel verläuft weiterhin in ruhigen Bahnen. Mit einer kurzfristigen Belebung wird kaum gerechnet. Zumal teure Betriebsmittel die Betriebe zusätzlich belasten. In der Folge bleibt die Vermarktung aktuell häufig vernachlässigt. Dem Vernehmen nach ist der vordere Bedarf der Verarbeiter ohnehin gedeckt. Zunehmend werden Neu-Geschäfte nach dem Jahreswechsel besprochen. Die Aufschläge auf Tagespreise betragen aktuell 10 bis 12 EUR/t. Zur Vorwoche können sich die Erzeugerpreise für Brot- und Futterweizen nur knapp behaupten. Immerhin bieten Mühlenbetriebe für EWeizen teilweise deutliche Aufgelder. Dagegen bleiben die Aufschläge für A-Weizen gering. Manche Partie ist durch einen hohen Mutterkornanteil verunreinigt. Das knappe Angebot an Futtermitteln, insbesondere Mais und Zuckerrübenschnitzel, wirkt zumindest preisstützend für Weizen, Gerste und Triticale. Trotz knapper Verfügbarkeit tendieren Rapspreise zu Beginn der Woche schwächer.

Tab.: Getreide- und Rapspreise, Hessen, in EUR/t

Frei LandlagerAb Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Qualitätsweizen195215204205225214
Brotweizen190205198200215208
Qualitätshafer––––––
Futterweizen185190188195200198
Futtergerste165175173175190183
Raps480505494490515505

Eiermarkt

Der hessische Eiermarkt bleibt ausgeglichen. Das Interesse der Eiproduktenindustrie ist da, höhere Forderungen werden jedoch nicht akzeptiert. Angebot und Nachfrage stehen sich im Schnitt ausgeglichen gegenüber. Auch in Hessen sind ab heute die Herbstferien vorbei. Die Eierproduzenten gehen nun von steigenden Umsatzzahlen bei der Direktvermarktung aus, wenn die Verbraucher die Backsaison für Weihnachten eröffnen.

Tab.: Preise für Eier in Cent/Stück

Gewichtsklasse MErzeugerpackstelleDirektvermarktung
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Bodenhaltung14,2830,5022,9218,5035,0027,80
Freilandhaltung23,0035,0029,1233,0039,0035,67
Bioware25,5037,0032,4730,0041,5036,70

Qualitätsferkel

Die VEZG-Notierung für Schlachtschweine wurde am vergangenen Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, erneut um 5 Cent auf 1,40 €/kg SG gesenkt. Ausschlaggebend für die Preisrücknahme sind die verhaltene Nachfrage nach Schweinefleisch, begrenzte Absatzmöglichkeiten und ein umfangreiches Angebot an schlachtreifen Schweinen innerhalb der EU. Auch am Ferkelmarkt macht sich die angespannte Situation bemerkbar. Da das Angebot weiterhin ausreicht, um die ruhige Nachfrage zu decken, geraten die Ferkelpreise ebenfalls unter Druck. In der aktuellen Woche wird von einem Preisrückgang von 2 EUR/Ferkel ausgegangen. Die schwache Nachfrage nach Ferkeln spiegelt die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Schweinemast wider. Für die kommenden Wochen bleibt die Marktentwicklung herausfordernd.

Tab.: Preise für Ferkel in EUR/Tier

Anzahl4.088
Preisbasis28 kg
 Min.Max.Ø
Preisspanne31,5056,1442,05
Zuschlag 28 – 30 kg1,001,50 
Zuschlag > 30 kg0,501,00 

Kälber

Schwarzbunte Nutzkälber werden – wie saisonal üblich – verhalten nachgefragt. Die Nachfrage bleibt impulslos. In der Vermarktung sind nur Kälber mit guten Masteigenschaften gefragt, für sehr leichte Tiere kann nur schwer ein Käufer gefunden werden. Zudem sind die steigenden Betriebskosten ein Hindernisgrund für Einstallungen. Preisrücknahmen waren die Folge.

Tab.: Preise für Kälber in EUR/Tier

BullenkälberKuhkälber
Über 28 Tage ab 65 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Holstein70340220100100100
Mastkreuzungen250640504230500303
Über 28 Tage ab 85 – 120 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Fleckvieh220475384–––

Düngemittel

Die Marktlage für Düngemittel bleibt sehr angespannt. Insbesondere die Preise für N-Dünger ziehen weiter an. In der letzten Woche vollzogen die Preise einen sprunghaften Anstieg, der noch nicht vollständig vom Großhandel eingepreist wurde. Hohe Herstellungskosten (Gaspreise) und schwierige Logistik (Niedrigwasser und Dieselpreise) belasten den Düngermarkt erheblich. Ungewöhnlich große Mengen können nur per Achse transportiert werden. Auslieferungen von Ware verzögern sich teilweise um mehrere Wochen. Einzelne Düngemittel (ASS) sind teilweise nicht mehr im Angebot. Mit weiter steigenden Preisen wird gerechnet. In der Folge könnten die Ausbringungsmengen in der kommenden Saison merklich reduziert werden. Dennoch besteht Nachfrage und einige Mengen werden in die Bücher genommen, um erneute Preissteigerungen abzumildern. Unterdessen werden lediglich Kalkdünger weiterhin zu stabilen Preisen gehandelt.

Tab.: Düngerpreise, Marktregion Hessen, in EUR/t ab Handelslager

ab Landlagerfrei Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
KAS460475469429460449
Harnstoff635695668605650632
AHL465490472440450445
DAP9451050988905990951
40er Kornkali342350346320347329

Quelle: LLH, Stand 21.10.2026


Für die 42. Woche vom 12.10. bis 18.10.2026

RINDER – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, in ct/kg Schlachtgewicht, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen).
 Woche 42 (12.10. – 18.10.2026)Woche 43
Preistrend3
(Mo+Di)
Kat.HKl.StückØ-SG1
(kg/Tier)
Preis (ct/kg SG)
Spanne2Ø
Jung-
bullen
E2
U2
U3
U4
R1
R2
R3
O1
O2
O3
P2
E-P
37
697
431
*
*
546
159
*
73
49
*
2.149
488
444
463


380
413

318
377

421
658 – 679
662 – 677
661 – 672


640 – 716
650 – 665

566 – 650
584 – 613


675
671
669
*
*
660
656
*
588
599
*
661










BullenU2
R2
O2
E-P
39
27
*
157
535
395

441
546 – 619
581 – 649


586
602
*
579


OchsenE-P45368700
KüheU2
U3
U4
R1
R2
R3
R4
O1
O2
O3
O4
P1
P2
P3
E-P
*
103
109
61
260
315
81
287
340
383
164
319
129
50
2.680

437
460
342
353
377
386
287
306
344
387
247
263
289
336

511 – 619
534 – 579
533 – 599
524 – 595
518 – 596
546 – 553
487 – 565
513 – 584
526 – 534
525 – 543
410 – 442
436 – 499
442 – 470

*
571
571
543
550
556
551
514
525
531
538
437
449
457
528













FärsenU2
U3
U4
R2
R3
R4
O2
O3
O4
P1
P2
E-P
50
203
234
162
492
230
*
92
56
*
23
1.677
341
354
391
296
332
362

274
349

224
338
598 – 722
638 – 658
635 – 640
589 – 708
606 – 658
625 – 645

503 – 594
517 – 531

416 – 427

658
641
636
635
640
637
*
513
528
*
422
621










Großvieh6.708
KälberR2
E-P
*
49

141
*
871
* Datenschutz  1 Schlachtgewicht  2 Unten und oben je rund 2 % der Tiere gekappt. 3 Nur bei ausreichenden Stückzahlen.
© LEL Schwäbisch Gmünd, ADD Trier

SCHWEINE – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen und inkl. ITW-Boni)
 Woche 42 (12.10. – 18.10.2026)
HKl.StückØ-SG1
(kg/Tier)
Ø-MF2
(%)
Preis (ct/kg SG)
Spanne3Ø
S-V
S
E
U
R
S-P
M
81.509
36.197
32.293
4.055
234
72.795
511
100,9
98,9
99,2
99,8
99,8
99,1
182

62,0
58,0
53,4
48,5
59,7


144 – 298
139 – 306
123 – 302
100 – 268

68 – 155

152
153
146
135
152
82
1 Schlachtgewicht  2 Magerfleischanteil  3 Unten und oben je rund 1 % der Tiere gekappt.
© LEL Schwäbisch Gmünd, ADD Trier, RP Gießen

LÄMMER – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, in ct/kg, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen)
 Woche 42 (12.10. – 18.10.2026)
Kat.StückØ-SG/LG1
(kg/Tier)
Preis ct/kg SG/LG
Spanne2Ø
geschlachtet pauschal abgerechnet
Lämmer44219,5750 – 1150827
1 Schlacht-/Lebendgewicht 2 Unten und oben je rund 1 % der Tiere gekappt.
© LEL Schwäbisch Gmünd,
ADD Trier, LAVE Recklinghausen, RP Gießen
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Dr. Nikos
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Kölnische Straße 48-50
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