Großes Interesse am Kirchhainer Bienenforum 2026

Das Bieneninstitut Kirchhain lud am 1. März 2026 zum Kirchhainer Bienenforum ein. In mehreren Workshops am Vormittag und Nachmittag wurden zentrale Themen der modernen Imkerei behandelt: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina), die Interaktion von Honig- und Wildbienen sowie neue Parasiten der Honigbiene. Die Teilnehmenden erhielten aktuelle Fachinformationen, konnten sich intensiv austauschen und praxisnahe Strategien für ihre eigene Imkerei entwickeln.

Ein besonders großes Interesse galt dem Workshop zur Asiatischen Hornisse, die sich in Hessen zunehmend ausbreitet und eine wachsende Bedrohung für Bienenvölker darstellt. Der Workshop richtete sich vor allem an Imkerinnen und Imker ohne oder mit wenig Erfahrung im Umgang mit dieser invasiven Art. Vermittelt wurden Kenntnisse zur sicheren Bestimmung der Tiere und ihrer Nester, zu Schutzmaßnahmen für Bienenvölker sowie zu den rechtlichen Rahmenbedingungen. An verschiedenen Praxisstationen konnten Nester begutachtet, Tiere unter der Lupe untersucht und vermessen sowie Schadbilder an Waben verglichen werden. Darüber hinaus wurden Methoden zur Nestsuche, etwa mithilfe von Locktöpfen und Telemetrie, vorgestellt. Auch der Einsatz von Hornissenfallen und speziellen Fluglochvorbauten wurde thematisiert. In der abschließenden Diskussionsrunde reflektierten die Teilnehmenden ihre Eindrücke und fassten die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Dabei wurde deutlich, dass sie der Asiatischen Hornisse künftig sachlich, aufmerksam und mit Zuversicht begegnen möchten. Der Workshop wurde in Zusammenarbeit mit dem EIP-Agri-Projekt „Vespa velutina Hessen“ durchgeführt, das durch Mittel der Europäischen Union und des Landes Hessen gefördert wird.

Im Workshop „Interaktion von Honigbienen und Wildbienen“ wurden zunächst die unterschiedlichen Bedürfnisse und Gefährdungen beider Bestäubergruppen beleuchtet. Zwei Impulsvorträge zu den Themen „Wildbienen – Lebensweise und Lebensräume“ sowie „Wildbienen und Honigbienen in Interaktion – Gefährdungen und Lösungsansätze“ vermittelten grundlegendes Wissen und griffen zentrale Interessen der Teilnehmenden auf. Anschließend identifizierten diese in wechselnden Kleingruppen Problemfelder und erarbeiteten mögliche Lösungsansätze. Im Fokus standen dabei insbesondere ein möglicher Mangel an Pollenressourcen sowie die wechselseitige Übertragung von Parasiten und Krankheitserregern. Beide Aspekte werden durch ungeeignete Lebensräume und zu hohe Bienendichten verstärkt, können jedoch durch gezielten Habitatschutz und angepasste Besatzdichten reduziert werden. Viele Teilnehmende engagieren sich sowohl in Imkervereinen als auch in Naturschutzorganisationen und betonten die Bedeutung einer guten Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Neben dem Austausch unter engagierten Privatpersonen wurde auch der Bedarf an stärkerer regionaler Vernetzung mit Fachbehörden und Berufsverbänden hervorgehoben.

Tropilaelapsmilben und Varroamilben in Nahaufnahme durch ein Mikroskop
Blick durchs Mikroskop: Tropilaelapsmilben und Varroamilben

Der Workshop „Honigbienen und neue Parasiten“ widmete sich insbesondere der Tropilaelapsmilbe und dem Kleinen Beutenkäfer. Neben deren Biologie wurden aktuelle Verbreitungstendenzen und das Gefährdungspotenzial für die Imkerei in Deutschland vorgestellt. Auch die veterinärrechtlichen Konsequenzen eines Befalls wurden thematisiert. Im praktischen Teil konnten die Teilnehmenden konservierte Exemplare unter dem Mikroskop untersuchen und deren charakteristische Merkmale kennenlernen. Ergänzend wurden verschiedene Diagnoseverfahren vorgestellt. Abschließend erarbeiteten die Teilnehmenden Handlungsschritte für den Verdachts- oder Ernstfall. Ihr Fazit: Wachsamkeit ist geboten, ein Anlass zur Panik besteht derzeit jedoch nicht.

Dr. Marina Meixner, Leiterin des Bieneninstituts Kirchhain, und ihr Stellvertreter Dr. Martin Gabel zeigten sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung: „Wir freuen uns sehr über die große Resonanz. Der Fokus unserer Arbeit liegt auf aktuellen Themen der Imkerei und der praktischen Bienenkunde – also auf allem, was die Imkerinnen und Imker in Hessen derzeit besonders bewegt. Das Format des Kirchhainer Bienenforums ermöglicht nicht nur eine gezielte Weiterbildung, sondern spiegelt uns zugleich die aktuellen Bedarfe aus der Praxis wider.“ Auch Anna Mawick, Leiterin der Abteilung Fachinformation des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, zog ein positives Fazit und dankte allen Teilnehmenden für ihr engagiertes Mitwirken.

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