Mähfreier Mai: Rasenfrisuren als kreative Variante für mehr Artenvielfalt

Der Mai ist die perfekte Zeit, um sich etwas mehr Freizeit und dem eigenen Garten etwas mehr Natürlichkeit zu gönnen: Beim „mähfreien Mai“ bleibt der Rasen ganz oder teilweise ungemäht. Gleichzeitig können Sie auch kreativ werden, anstatt einfach alles wachsen zu lassen. Sie können gezielt Wege, Formen oder Muster mähen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch der Artenvielfalt fördern.

Inspirierende Beispiele aus Hausgärten: kunstvoll stehen gelassene Inseln in Kreisform, geschwungene Linien, geometrische Muster oder sogar Zahlen und Figuren. Die Kombination aus gemähten und ungemähten Flächen verwandelt den Rasen in eine lebendige Gartenlandschaft.

Mehr Raum für Insekten und Kleintiere

Die ungemähten Bereiche bieten wertvolle Rückzugsorte. Insekten profitieren besonders davon, dass sie in dieser Zeit nicht durch den Rasenmäher gefährdet werden. Auch Spinnen, Heuschrecken und Falter finden hier Schutz und Lebensraum. Wenn Wildkräuter im Rasen vorhanden sind, entwickeln sich die ungemähten Bereiche zu Blühinseln, die Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber anziehen.

Nur ein paar Beispiele für die Insektenvielfalt auf blühenden Wildkräutern im Rasen:

Ein Gewinn für den Menschen

Neben dem geringeren Arbeitsaufwand und dem ökologischen Nutzen entsteht ein ganz neuer Blick auf den Garten. Die unterschiedlichen Höhen und Strukturen schaffen Kontraste und wirken wie bewusst gestaltete Elemente. Gleichzeitig laden die Formen zum Entdecken ein – besonders für Kinder. Ob als Spielfläche, Labyrinth oder Fantasiewelt: Die „Rasenfrisuren“ regen Kreativität und Bewegung an.

Mitmachen beim Wettbewerb „Jede Blüte zählt“

Einen weiteren Gewinn in Form von Saatgutpaketen, Gartenbüchern sowie Gutscheinen bietet der Wettbewerb „Jede Blüte zählt“, zu dem die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. (DGG) sowie die Gartenakademien Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg einladen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählen ab dem 22. Mai (Tag der Artenvielfalt) Blüten und Insekten auf einem Quadratmeter der ungemähten Bereiche und reichen ihre Beobachtung mit einem Foto und einer Zähltabelle bis zum 24. Mai online ein.

Weitere Infos und eine vorgefertigte Zähltabelle finden Sie unter:

https://www.gartenakademie.rlp.de/Gartenakademie/Themen/Aktuelles/Maehfreier-Mai-InfosundMitmachaktion

Was ist der „Mähfreie Mai“

Der „mähfreie Mai“ geht auf die Kampagne „No Mow May“ aus England zurück, die 2019 gestartet ist. Im Grunde ist es eine Anregung, die Pflegegewohnheiten beim Rasen im Monat Mai ruhen zu lassen und zu beobachten, wie auf einer ansonsten ökologisch eher eintönigen Rasenfläche mehr Leben entstehen kann. Denn in vielen Rasenflächen befinden sich bereits blühende Pflanzen, die durch das regelmäßige Mähen sonst nie zur Blüte kommen.

Was tun, wenn der mähfreie Mai zu Ende geht?

Was Sie mit den ungemähten Bereichen machen, wenn der mähfreie Mai zu Ende ist, hängt davon ab, was Sie grundsätzlich möchten:

Den ursprünglichen Zustand wieder herstellen

Falls Sie anschließend wieder eine normale Rasenfläche wie zuvor haben möchten, sollten Sie die Inseln nach spätestens 4 bis 6 Wochen mähen, da dort sonst kahle Stellen entstehen können. In Gebieten mit einer hohen Mäuse- oder Schneckendichte können sich auch in diesen Bereichen gut Mäuse oder Schnecken verstecken, was bei zu langen Standzeiten Spuren hinterlassen kann.

Mähen Sie die Inseln in mehreren Schritten:

  • Der erste Schnitt erfolgt auf der höchsten Schnitthöheneinstellung des Mähers (optimal 8 bis 10 cm) und möglichst langsam, damit kleinere Tiere am Boden sowie blütenbesuchende Fluginsekten nicht ins Mähwerk geraten.
  • Die weiteren Schnitte erfolgen jeweils um 2 bis 3 cm tiefer und mit ein paar Tagen Abstand, bis die optimale Rasenschnitthöhe von etwa 4 bis 6 cm erreicht ist. So können sich die Gräser besser an das Sonnenlicht gewöhnen.

Die Blühinseln erhalten

Ihnen gefallen Ihre Inseln so gut, dass Sie sie in dieser Form und an genau dieser Stelle behalten möchten? Dann mähen Sie diese Inseln – ähnlich wie einen Kräuterrasen – alle paar Wochen auf eine Höhe von etwa 6 bis 10 cm.

Die blühenden Kräuter im Rasen fördern für mehr Blühinseln

Im Laufe der Zeit stellt sich auf den nicht gemähten Flächen ein zunehmender Blütenreichtum ein. Wenn Sie nicht nur das Mähen reduzieren, sondern auch die Düngung und Wässerung, fördern Sie weitere blühende, meist trockenheitsverträgliche Kräuter. Am besten stellen Sie beides ganz ein. Das spart Zeit und Kosten, schont Boden und Grundwasser und kann langfristig zu einem robusteren, trockenheitsverträglicheren Kräuterrasen führen.

Fazit: Weniger Mähen, mehr Leben

Der mähfreie Mai zeigt, wie einfach sich Naturschutz und Gartengestaltung verbinden lassen. Mit wenig Aufwand entstehen wertvolle Lebensräume und gleichzeitig besondere Blickfänge im eigenen Garten.

Ob für einen Monat oder länger, ob Sie im April, Mai oder Juni starten: Schon kleine Veränderungen beim Mähen können viel bewirken. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und probieren Sie es aus – Ihr Garten und seine Bewohner werden es Ihnen danken.

 

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