Der hundefreundliche Garten – Pflanzenwahl

Für viele Hunde ist der Garten ein wichtiger Freiraum. Ist er sicher umzäunt, können sie sich dort frei bewegen, spielen oder sich auch einmal unbeobachtet zurückziehen. Umso wichtiger ist es, dass der Garten keine Gefahren birgt – im Idealfall trägt er sogar zum Wohlbefinden des Hundes bei. Eine zentrale Rolle spielt dabei die richtige Bepflanzung.

Wie sieht ein Hundefreundlicher Garten aus?

Grundsätzlich sollte ein Garten für Hunde nicht zu dicht bepflanzt sein, damit ausreichend Bewegungsraum bleibt. Besonders geeignet sind offene Grünflächen – am besten in Form einer Wiese. Denn eine Wiese ist deutlich robuster und abwechslungsreicher als der oft gewünschte „englische Rasen“.

Hund im Garten: Der Hund steht links vorne mit Blick in den Garten. Der Garten besteht aus viel, teils trockener Wiese und ist mit grünen Hecken und Bäumen umfasst. Der Himmel ist blau und leicht bewölkt.
Hund im Garten

Der klassische Zierrasen ist artenarm und monoton. Für Hunde bietet er wenig Abwechslung, dafür aber viele Schwierigkeiten. Die glatte Fläche lädt zum Wühlen ein, stark genutzte Bereiche entwickeln schnell Trampelpfade und Urinstellen fallen deutlich sichtbar auf. Zudem ist ein solcher Rasen sehr pflegeintensiv.

Artenreiche Wiesenflächen hingegen sind widerstandsfähiger und verzeihen kleine Schäden deutlich besser. Die Vielfalt an Pflanzen regt den Entdeckungsdrang und Spieltrieb an. Beim Mähen können einige Bereiche etwas länger stehen gelassen werden, so entstehen zusätzliche Spiel- und Versteckmöglichkeiten. Auch Urinstellen kommen hier vor, diese fallen in der abwechslungsreichen Struktur jedoch weniger auf. Zudem können sich an den Rändern nitrattolerante Pflanzen ansiedeln, da Hundeurin große Mengen Nitrat in den Boden einbringt.

Mittig ist eine ca. 40 cm hohe Trockenmauer mit blühendem Lavendel als Bepflanzung zu sehen. An den Seiten wächst Efeu die Trockenmauer entlang. Im Hintergrund ist eine grüne Mischhecke.
Trockenmauer als Abgrenzung: Gestaltungselement im hundegerechten Garten

Bei der Pflanzung von Sträuchern und Bäumen ist darauf zu achten, ausreichend Abstand zu anderen Pflanzen oder Objekten zu lassen, damit die Hunde problemlos hindurchlaufen können. Gleichzeitig ist es wichtig, den direkten Kontakt von Hundeurin mit Baumstämmen zu vermeiden. Der saure Urin kann nicht nur den Boden negativ verändern, sondern auch die Rinde regelrecht verätzen. Falls ein Hund dennoch regelmäßig einen Baum als „Markierpunkt“ nutzt, kann eine dicke Schicht aus Mulch den Boden schützen. Alternativ helfen eine dichte Unterpflanzung, eine Stammeinfassung oder eine kleine Abgrenzung, etwa mit Baumpfählen und Holzlatten. Manchmal genügt sogar ein größerer Stein, der etwa einen Meter vor dem Baum platziert wird und als alternatives Ziel dient.

Auch Gemüsebeete oder Staudenbeete lassen sich in einem Hundegarten integrieren. Allerdings können selbst gut erzogene Hunde gelegentlich Grenzen vergessen. Erhöhte Beetflächen, etwa mit Trockenmauern, oder Hochbeete bieten hier einen zuverlässigen Schutz. Je nach Hundetyp kann auch ein dekoratives Zaunelement helfen, den Bereich klar abzugrenzen.

Bei der Auswahl gilt: Die Pflanzen sollten robust und trittfest sein, sich schnell regenerieren können und vor allem ungiftig sein. Besonders geeignet sind Stauden sowie sämtliche Grasarten.

Beliebte und geeignete Pflanzen für Hunde

Viele Hundehalterinnen und -halter setzen auf robuste, ungiftige Pflanzen, die neugieriges Schnuppern oder gelegentliches darüber laufen problemlos verkraften. Besonders bewährt haben sich zahlreiche heimische Bäume, Sträucher und Stauden.
Bäume und Sträucher: Apfelbaum, Kirsche, Felsenbirne, Deutzie, Hasel, Hibiskus, Johannis- und Himbeere, Sommerflieder, Spierstrauch

Stauden und einjährige Pflanzen: Gänseblümchen, verschiedene Gräser, Fetthenne, Kamille, Kapuzinerkresse, Katzenminze, Margariten, Sonnenblumen, Vergissmeinnicht

Auch viele Kräuter und Gemüsepflanzen eignen sich für den Hundegarten. Dazu gehören Basilikum, Dill, Zitronenmelisse, Minze, Möhre, Oregano, Rosmarin, Salbei und Thymian. Sie sind nicht nur pflegeleicht, sondern bereichern den Garten zusätzlich mit Duft und Nutzen für die Küche.

Balkone und Topfpflanzen: Bromelien, Gebetspflanzen, Geldbaum, Grünlilie, Schusterpalme, Stiefmütterchen, Ufopflanze, Zwergpfeffer, Zyperngras

Vorsicht bei giftigen und verletzenden Pflanzen

Besonders problematisch sind Gewächse mit Dornen oder Stacheln, etwa junge Robinien oder Rosen, da sie Verletzungen verursachen können.

Ein weiteres Risiko stellen reizende Pflanzensäfte dar. Ein bekanntes Beispiel ist der Riesenbärenklau. Kommt ein Hund mit dem Pflanzensaft in Kontakt und wirkt anschließend Sonnenlicht ein, kann es zu schmerzhaften Hautreaktionen kommen. Verantwortlich dafür ist der phototoxische Inhaltsstoff Furanocumarin, der Rötungen bis hin zu verbrennungsähnlichen Wunden verursachen kann.

Die größte Gefahrenquelle im Hundegarten sind jedoch Pflanzen mit giftigen Inhaltsstoffen, die konsequent gemieden werden sollten.

Ungeeignete Sträucher: Eibe, Buchsbaum, Gemeiner Bocksdorn, Goldregen, Kirschlorbeer, Kreuz- und Schwarzdorn, Lebensbaum, Pfaffenhütchen, Rhododendron, dornige Rosen, Seidelbast, Stechpalme

Ungeeignete Stauden: Aronstab, Adonisröschen, Becherprimel, Bilsenkraut, Christrose, Eisenhut, Fingerhut, Herbstanemone, Pfingstrose, Riesenbärenklau, Rittersporn, Schierling.

Ungeeignete Balkon- und Zimmerpflanzen: Amaryllis, Alpenveilchen, Engelstrompete, Gummibaum, Dieffenbachie, Efeutute, Kalla, Monstera, Orchideen, Philodendron, Spathiphyllum, Weihnachtsstern.

Weitere Pflanzen, die im Hundegarten nicht angepflanzt werden sollten, sind Buschwindröschen, Feuerbohne, Harfenstrauch, Herbstzeitlose, Hohler Lerchensporn, Lauch- und Zwiebelgewächse, Maiglöckchen, Schwarzer und Bittersüßer Nachtschatten, Narzissen, Oleander, Schneeglöckchen und der Wunderbaum.

Die Listen enthalten sowohl Wildpflanzen als auch Kultur- und Nutzpflanzen. Bei Unsicherheiten helfen Pflanzenbestimmungs-Apps oder auch die Hessischen Gartenakademie (Gartentelefon 0561 7299-377).

Fazit: Ein durchdachter Garten kann nicht nur schön aussehen, sondern auch zu einem sicheren und spannenden Lebensraum für Hunde werden.

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