Echten und Falschen Mehltau unterscheiden und bekämpfen

Mehltau gehört zu den häufigsten Pflanzenkrankheiten im Garten. Besonders im Spätsommer und Herbst tritt er verstärkt auf. Die Pilzerkrankung schwächt Pflanzen: Blätter verfärben sich oder sterben vorzeitig ab, das Wachstum wird gehemmt, und die Erntequalität und -mengen nehmen deutlich ab. Bei starkem Befall kann die ganze Pflanze eingehen.

Es ist ein Trieb einer Rose, die bereits Früchte trägt, im Vordergrund zu sehen. Die Blätter sind mit einem weißen, pudrigen Belag bedeckt. Im Hintergrund sieht man unscharf den restlichen Rosenstrauch.
Echter Mehltau an der Rose

Man unterscheidet zwei Hauptformen: den „Echten Mehltau“ und den „Falschen Mehltau“. Es gibt jeweils verschiedene Erreger, die diese beiden Pilzkrankheiten hervorrufen. Sie unterscheiden sich in ihrer Symptomatik, im Auftreten und den Möglichkeiten der Bekämpfung.

Echter Mehltau

  • Symptome: Weißer, mehlartiger, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite, häufig auch an Triebspitzen.
  • Merkmale: Wächst nur oberflächlich auf dem Blatt.
  • Bedingungen: Warme, sonnige Tage in Kombination mit kühlen, feuchten Nächten mit Taubildung. Deshalb auch „Schönwetterpilz“ genannt.
  • Besonders anfällig: Äpfel, Beerenobst, Gurken, Kürbis, Rosen, Stauden.

Falscher Mehltau

  • Symptome: Weißlich bis grau-violetter, nicht abwischbarer Belag auf der Blattunterseite; auf der Oberseite gelbe bis braune Flecken.
  • Merkmale: Dringt tief ins Blattgewebe ein.
  • Bedingungen: Kühles, niederschlagsreiches Wetter – häufig im Frühjahr und Herbst.
  • Besonders anfällig: Gurken, Salat, Spinat sowie verschiedene Zierpflanzen.
(1) Es ist eine Hand, die ein Blatt einer Weinrebe mit der Rückseite in die Kamera hält, zu sehen. Das Blatt ist hellgrün, hat vertrocknete Ränder und ist größtenteils mit einem pudrigen, weißen Belag bedeckt. Der Hintergrund ist verschwommen.
Der Falsche Mehltau zeigt sich durch einen Pilzrasen auf der Blattrückseite, hier an einem Weinblatt.

Hinweis: Sporen können viele Jahre im Boden überdauern. Befallene Pflanzenteile daher niemals auf den Kompost geben!

Vorbeugende Maßnahmen

  • Frühbeetkästen und Gewächshäuser sollten regelmäßig und reichlich gelüftet werden.
  • Befallene Blätter oder – wenn nötig – ganze Pflanzen, entfernen und entsorgen.
  • Gehölze so schneiden, dass Luft durch die Blätter geht und diese gut abtrocknen können.
  • Gemüse so säen, dass die Pflanzen nicht zu dicht stehen und ausreichend belüftet werden.
  • Widerstandfähige Sorten verwenden, beispielsweise bei Spinat oder Gurken.
  • Eine übermäßige Stickstoffdüngung sollte vermieden und stattdessen besser eine kalibetonte Düngung bevorzugt werden, da diese die Zellen festigt und die Widerstandskraft der Pflanze stärkt.
  • Beim Gießen die Blätter möglichst wenig benetzen.
  • Ein regelmäßiger Fruchtwechsel im Gemüsebeet hilft gegen viele Pflanzenkrankheiten.

Bekämpfung von Mehltau mit Grundstoffen

Wenn alle diese Maßnahmen ausgeschöpft sind, kann auf Grundstoffe zurückgegriffen werden. Grundstoffe sind Stoffe, die vordergründig einen anderen Nutzen, zum Beispiel in die Ernährung haben, jedoch auch im Pflanzenschutz Wirkung zeigen.

Gegen Mehltaupilze gibt es 13 zugelassene Grundstoffe, die wie Pflanzenschutzmittel für spezifische Anwendungen und Kulturen zugelassen sind. Das sind zum Beispiel Wildpflanzen wie Brennnessel oder Schachtelhalm, die als Extrakt und als Mulch eine Wirkung zeigen. Auch Lebensmittelzusatzstoffe wie Magnesiumhydroxid E528 und Lecithin können verwendet werden. Aus der Küche wirken Kuhmilch und Natron gegen Mehltaupilze. Eine Tabelle mit den zugelassenen Grundstoffen und ihren Einsatzgebieten finde Sie im Internet auf der Themenseite „Grundstoffe im Pflanzenschutz“ des Pflanzenschutzamtes Berlin. Für die Anwendung gegen Echte Mehltaupilze sind die biologischen Pflanzenschutzmittel Netzschwefel, Orangenöl und Kaliumhydrogencarbonat zugelassen. Bitte beachten Sie dabei immer die Anwendungsvorgaben in der Zulassung.

Kontakt und Beratung in Hessen

Haben Sie Fragen zu gartenbaulichen Themen, dann stehen Ihnen die Experten der Hessischen Gartenakademie am Gartentelefon 0561 7299377 (Mo, Mi, Do 09.00 – 11.00 Uhr) gern zur Verfügung.

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