Regengärten – Schwammstadtkonzept auf der Landesgartenschau 2027 in Büdingen erleben

Natürlicher Hochwasserschutz mit Stauden und Artenvielfalt im Stadtpark Büdingen

Das Foto zeigt eine Pflanzfläche bei Starkregen im Gegenlicht
Klimaanpassung durch Grünflächen: Schutz bei Starkregen

Wie können Städte besser mit Starkregen, Hitze und langen Trockenperioden umgehen? Eine Antwort darauf liefert das sogenannte Schwammstadtkonzept. Dabei werden Grünflächen gezielt so gestaltet, dass sie Regenwasser aufnehmen, speichern und langsam wieder abgeben können – ähnlich wie ein Schwamm. Ziel ist es, die Kanalisation bei Starkregen zu entlasten, Überschwemmungen vorzubeugen und gleichzeitig das Stadtklima zu verbessern.

Ein Beispiel für dieses zukunftsweisende Konzept entsteht derzeit im neuen Stadtpark Büdingen. Die Neuanlage ist Teil der interkommunalen Landesgartenschau 2027 in Oberhessen und wird mit Mitteln des Landes Hessen gefördert. Ein wichtiges Element der Anlage sind die sogenannten Regengärten.

Regengärten als Bestandteil der Schwammstadt

Regengärten sind bepflanzte Grünflächen, in denen sich Regenwasser von angrenzenden Wegen, Straßen oder Plätzen sammelt. Statt große Wassermengen direkt in die Kanalisation abzuleiten, wird das Wasser zunächst in flachen Mulden gespeichert. Dort kann es langsam versickern oder kontrolliert weitergeleitet werden.

Die Regengärten im Stadtpark sind Teil eines größeren Rückhaltesystems. Mehrere miteinander verbundene Mulden nehmen Regenwasser auf und leiten überschüssige Wassermengen kontrolliert in tieferliegende Grünflächen weiter.

Pflanzen für extreme Wetterbedingungen

Im neuen Stadtpark Büdingen wurden in den vergangenen Tagen mehr als 13.500 Stauden in den Regengärten gepflanzt. Weitere rund 7.000 Stauden ergänzen künftig den benachbarten Klimahain.

Bei der Auswahl der Pflanzen standen Klimaresilienz, Artenvielfalt und geringer Pflegeaufwand im Mittelpunkt. Die eingesetzten Stauden müssen sowohl längere Trockenphasen als auch zeitweise nasse Böden vertragen können.

Zu den verwendeten Arten gehören unter anderem Waldwindröschen (Anemone sylvestris), Salbei, Mädchenauge, Strandflieder, Astern sowie das als besonders klimaresistent geltende Kopfgras (Sesleria autumnalis). Viele dieser Pflanzen bieten Wildbienen und anderen Insekten über viele Monate hinweg Nahrung.

Die unterschiedlichen Blütezeiten sorgen dafür, dass die Flächen vom Frühjahr bis in den Herbst abwechslungsreiche Farb- und Blühaspekte zeigen. So entstehen Grünflächen, die nicht nur attraktiv gestaltet sind, sondern zugleich aktiv zum Hochwasserschutz und zur Klimaanpassung beitragen.

Nachhaltig und pflegeleicht geplant

Auch der spätere Pflegeaufwand wurde bei der Planung berücksichtigt. Die verwendeten Staudenmischungen gelten als robust und langlebig. Durch regelmäßige, aber überschaubare Pflege können die Flächen dauerhaft erhalten werden, ohne hohe Unterhaltungskosten zu verursachen.

Der ergänzende Klimahain erhält darüber hinaus den Charakter einer artenreichen Staudenwiese. Locker gesetzte Pflanzen und unterschiedliche Blühphasen sorgen dort künftig für ein naturnahes Gesamtbild.

97 neue Bäume für den Stadtpark

Neben den Stauden werden im neuen Stadtpark insgesamt 97 neue Bäume gepflanzt. Dazu gehören verschiedene Ahornarten, Schwarznuss, Sumpfeiche, Platane, Flatterulme sowie Erlen, Eschen und Pappeln.

Ergänzt wird die Pflanzung durch drei Pekannussbäume im Rahmen des Projekts „Nussecken“ sowie einen sogenannten Oberhessenbaum – einen von Pomologe Timo Berk veredelten Apfelbaum.

Die erste Pflanzphase ist bereits abgeschlossen, weitere Pflanzungen folgen im Herbst.

Weitere Infos zu diesem und vielen anderen Projekten im Rahmen der Landesgartenschau 2027 in Oberhessen finden Sie hier: https://landesgartenschau-oberhessen.de/

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