Mulch in Kommunen: Weniger Pflegeaufwand, weniger Wasserverbrauch
Rindenmulch, Holzhäcksel oder Kies sind vielerorts als Bodenbedeckung zu finden. Unter Sträuchern und Bäumen oder besonders auch auf Freiflächen finden sie Anwendung. Sie reduzieren nicht nur den Jätaufwand und damit auch die Kosten, sondern halten das Wasser im Boden und verringern die Verdunstung. Im Zuge des Klimawandels gewinnt das Mulchen daher stark an Bedeutung. Dadurch, dass das Beikrautwachstum unterdrückt wird, werden außerdem weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Eine Mulchauflage schafft ein günstiges Mikroklima und erhöht so die biologische Aktivität des Bodens. Durch den Mulch wird der Regen gebremst und fließt langsamer ab: Es gibt weniger Erosion und die Bodenstruktur verbessert sich. Auf bindigen Böden vermindert Mulch zudem die Bodenverdichtung durch Betreten. Organische Mulchstoffe wie Rindenmulch zersetzen sich mit der Zeit und tragen so zum Humusaufbau bei.
Anlage von Mulchflächen
Vor dem Mulchen kann eine Bodenlockerung sinnvoll sein, vor allem bei Neupflanzungen, Pflanzungen von Stauden oder starken Verdichtungen des Bodens. Da die Erwärmung und Abtrocknung des Bodens im Frühjahr durch die Bodenbedeckung verzögert werden, sollte nicht zu früh im Jahr gemulcht werden.
Ein weitgehend unkrautfreier Boden ist sehr wichtig für eine funktionierende Mulchauflage. Vor allem Wurzelunkräuter sollten entfernt werden, da sie extrem hartnäckig und durchsetzungsstark sind. Dazu kann der Oberboden bis zu 30 cm abgetragen und durch ein unkrautfreies Pflanzsubstrat ersetzt werden.
Die Schichtdicke der Mulchauflage ist abhängig vom verwendeten Material. Insgesamt sollte sie nicht zu dünn sein, damit die positiven Effekte des Mulchens eintreten können. Einige Faustregeln unterstützen bei der Wahl der geeigneten Schichtdicke:
Je feiner das Mulchmaterial …
- … desto leichter entstehen Naturverjüngung und Verunkrautung.
- … desto dicker muss die Schicht sein.
- … desto schneller muss sie erneuert werden.
Je schwerer der Boden …
- … desto leichter sollte das Mulchmaterial sein.
Je höher die Niederschlagsmenge am Standort …
- … desto dünner sollte die Mulchschicht sein.

Erst mulchen oder erst pflanzen?
Grundsätzlich kann beides sinnvoll sein. Die Vorgehensweise ist abhängig von der Mulchauflage, der Flächengröße und dem Boden. Bei der Pflanzung sollte darauf geachtet werden, dass sich Substrat und Mulchauflage möglichst wenig vermischen. Nach der Pflanzung können verunreinigte Stellen mit zusätzlichem Mulchmaterial abgedeckt werden. Um die Pflanzen zu schützen, können umgedrehte Pflanztöpfe vor dem Mulchauftrag über die Pflanzen gestülpt werden.
Erst zu mulchen wird empfohlen bei:
- schweren und groben Mulchmaterialien zum Schutz der Pflanzen,
- bindigen Böden, um die Trittbelastung zu verringern,
- größeren Flächen, um den Arbeitsaufwand zu reduzieren.
Erst zu pflanzen wird empfohlen bei:
- einer hohen Pflanzdichte, um den Arbeitsaufwand zu verringern,
- einer dünnen Mulchschicht, um eine Vermischung von Mulch und Erde zu vermeiden,
- kleineren Flächen.
Mineralischer vs. organischer Mulch
| Mineralischer Mulch | Organischer Mulch |
| + lange Haltbarkeit | – regelmäßiger Austausch nötig |
| + keine N-Festlegung | – ggf. Versauerung, N-Festlegung |
| – kein Humusaufbau | + Humusaufbau und Förderung des Bodenlebens |
| – hohes Gewicht | + geringeres Gewicht |
| – höhere Preise | + niedrigere Preise |
| + keine Verpilzung | – Gefahr der Verpilzung |
Mineralischer Mulch
Mineralischer Mulch ist besonders geeignet für sonnig-trockene Standorte, Freiflächen mit wenig Eintrag organischer Substanz wie Laub sowie für trockenheitsverträgliche Pflanzen, die mineralische, durchlässige und magere Böden bevorzugen.



Es werden drei bis vier Pflegegänge pro Jahr eingeplant. Dazu gehört, einmal jährlich organisches Material auf der Mulchschicht mit einem Laubrechen oder einem Blasgerät zu entfernen. Dies kann bei Staudenbeeten mit dem Rückschnitt im Spätwinter oder Frühjahr verbunden werden. Außerdem ist regelmäßiges Beikrautjäten nötig, vor allem in den ersten Jahren nach der Neuanlage, bis sich die Pflanzendecke über der Mulchauflage schließt. Das Beikraut kann hier nur durch Ziehen oder Ausstechen entfernt werden.
Regelmäßige Bewässerung muss bei trockenheitsliebenden Pflanzen nur in der ersten Vegetationsperiode erfolgen, danach nur noch bei extremer Trockenheit. Die Düngung muss im Gegensatz zur organischen Mulchauflage erst bei erkennbaren Mangelsymptomen erfolgen.
Sand
Sand als mineralischer Mulch ist sehr gut durchwurzelbar. Aufgrund der feinen Körnung sollte die Schichtstärke mindestens 10 cm betragen. Durch die Unterbrechung der Bodenkapillaren bleibt der Boden trotz Austrocknung der Oberfläche in tieferen Schichten lange feucht.
Die Beikrautentfernung ist sehr leicht, allerdings hat das feine Material auch Nachteile: Es kommt zu mehr Naturverjüngung, es besteht die Gefahr von Verwehungen und die Fläche kann als Katzentoilette oder Kinderspielplatz genutzt werden.
Sand ist außerdem ein gefragter Rohstoff mit abnehmender Verfügbarkeit. Unter anderem für die Bauindustrie und Elektrogeräte wird Sand an Stränden abgebaut oder vom Meeresboden abgesaugt. Daher sollte auf die Herkunft des Rohstoffs geachtet und auf nachhaltigere Alternativen wie Recyclingsand, ungewaschenen Sand oder gebrauchten Spielplatzsand zurückgegriffen werden.
Kies und Splitt
Als mineralische Mulchauflage eignen sich auch Kies oder Splitt. Die Schichtdicke beträgt etwa 6 cm. Sie halten die Feuchtigkeit noch besser als Rindenmulch, was allerdings auch ein Nachteil sein kann, wenn beispielsweise im Winter anhaltende Nässe auftritt.
Kies und Splitt weisen zudem eine sehr gute Beikrautunterdrückung auf. Bei sehr dunklen Materialien an sonnigen Standorten sind Verbrennungen an den Pflanzen möglich. Bei kalkhaltigen Materialien kann durch Abrieb feines Material entstehen, das bei Niederschlag zu einer stärkeren Verschlämmung der Oberfläche führen kann.
Gebrochene Materialien wie Splitt fallen tendenziell weniger aus den Flächen heraus als Kies. Besonders relevant ist das für Flächen mit hohem Publikumsverkehr. Als beste Körnungsgröße wird häufig Splitt der Körnung 8–16 mm empfohlen. Ein Problem kann hier jedoch das erschwerte Beikrautjäten durch das gröbere Material sein. Die Körnungsgröße 2–8 mm hält das Wasser gut, vermischt sich aber leichter mit dem Pflanzsubstrat.
Organischer Mulch
Organischer Mulch eignet sich besonders für die Lebensbereiche Gehölz und Gehölzrand, Beete sowie frische bis feuchte Freiflächen. An sonnigen und warmen Standorten wird organisches Mulchmaterial schneller abgebaut und muss daher häufiger erneuert werden. Unter Gehölzen gibt es zudem einen regelmäßigen Eintrag von Laub auf die Fläche. Im Gegensatz zum mineralischen Mulch muss das Laub hier nicht abgeräumt werden.



Allerdings sind andere zusätzliche Pflegearbeiten nötig, daher wird auch bei organischem Mulch mit drei bis vier Pflegegängen pro Jahr gerechnet. Alle zwei bis drei Jahre muss die Fläche nachgemulcht bzw. nach drei bis fünf Jahren erneuert werden. Arbeitstechnisch kann dies sinnvoll direkt nach dem Rückschnitt von Stauden und dem ersten Jätegang des Jahres im Januar bis März erfolgen.
Bei organischen Mulchmaterialien mit einem hohen C/N-Verhältnis ist in der Regel eine Ausgleichsdüngung nötig. Diese sollte schnell und langsam wirksame Anteile enthalten. Die Startdüngung wird zuerst ausgebracht, danach wird die Mulchschicht aufgebracht. Einige Stauden sind starkzehrend und müssen dementsprechend gedüngt werden. Eine zu hohe N-Düngung beschleunigt jedoch die Verrottung der Mulchschicht.
Die Düngung erfolgt ungefähr jährlich, wird allerdings mit zunehmendem Alter des Mulchmaterials immer geringer, da die Zersetzung und dadurch die Nährstofffreisetzung der Mulchmaterialien zunimmt. Die Nährstofffreisetzung verläuft je nach Material unterschiedlich. Während Rindenmulch, Holzhäcksel und Mulchkompost etwa drei Jahre lang Nährstoffe freisetzen, sind es bei Pinienrinde und Miscanthushäckseln fünf bis sechs Jahre.
Rindenmulch
Rindenmulch besteht meist aus heimischer Nadelholzrinde. Diese hat ein weites C/N-Verhältnis und wird daher nur langsam und unter hohem Stickstoffverbrauch abgebaut. Daher wird eine Ausgleichsdüngung benötigt.
Da auch pflanzenschädigende Gerbstoffe in der Rinde enthalten sind, sollte diese vor der Nutzung mehrere Jahre abgelagert werden. Eine feinere Körnung von 10–40 mm eignet sich für kleinere Gehölze und Stauden, die gröbere Körnung von 10–80 mm für größere Gehölze und Bäume. Generell gilt: Je gröber die Körnung, desto langsamer die Zersetzung.
Die beste Abbaustabilität haben Eichen- und Kiefernrinde, die schlechteste Stabilität hat Fichtenrinde. Die Schichtdicke beträgt bei bodenbedeckenden Gehölzen 3–5 cm, bei strauchartigen Gehölzen und Bäumen 5–8 cm.
Pinienrinde
Pinienrinde stammt in der Regel von der Aleppo-Kiefer oder der Strand-Kiefer (Pinus pinaster) aus dem Mittelmeerraum. Sie ist ein relativ hartes Rindenmaterial und damit strukturstabiler als heimische Nadelholzrinde.
Sie hat ein weites C/N-Verhältnis, bindet Stickstoff jedoch nur in sehr geringem Maß. Daher ist in der Regel keine zusätzliche Stickstoffdüngung nötig.
Holzhäcksel
Holzhäcksel enthalten weniger Gerbsäuren als Rindenmulch, sollten aber trotzdem vor der Ausbringung einige Monate anrotten. Durch ihr weites C/N-Verhältnis fixieren sie Stickstoff, sodass eine Ausgleichsdüngung notwendig ist. Nach einiger Zeit kommt es jedoch zu einer Nachlieferung von Nährstoffen.
Sie werden in einer Schicht von 5–7 cm aufgebracht und müssen nach etwa drei Jahren erneuert werden. Empfohlen wird eine Körnung von 10–50 mm, da diese eine gute Luftzirkulation und eine geringere Stickstoffbindung als eine feinere Körnung aufweist.
Mulchkompost
Mulchkompost besteht aus den groben, holzigen und schwer abbaubaren Anteilen des Komposts mit geringen Feinanteilen unter 10 mm. Eine Mulchschicht von 2–4 cm reicht aus.
Der pH-Wert ist schwach sauer bis neutral. Zu beachten ist, dass der Fremdstoffanteil möglichst gering sein sollte. Durch die fortgeschrittene Kompostierung sind höhere Stickstoffgehalte als in Rindenmulch und Holzhäckseln enthalten. Auch die Phosphor- und Kaliumgehalte können teilweise hoch sein. Daher ist hier keine weitere Düngung notwendig. Im ersten Jahr werden etwa 5 % des enthaltenen Stickstoffs mineralisiert.
Fazit
Richtig ausgewählter und fachgerecht aufgebrachter Mulch kann Kommunen dabei unterstützen, Pflegeaufwand, Wasserverbrauch und Kosten zu reduzieren und gleichzeitig Boden, Pflanzen und ökologische Funktionen der Flächen zu stärken.