Neue Demonstrationsflächen zeigen Wege zur klimaangepassten Grünflächengestaltung

Trockenresistente Staudenmischpflanzungen mit Mulchauflage in Homberg (Efze) und Eschwege

Hitzeperioden, Trockenheit und steigende Anforderungen an die Pflege öffentlicher Grünflächen stellen Kommunen zunehmend vor neue Herausforderungen. Die Hessische Gartenakademie (HGA) zeigt mit neuen Demonstrationsflächen in Homberg (Efze) und Eschwege, wie klimaangepasste Staudenmischpflanzungen einen Mehrwert für das öffentliche Grün schaffen. Im Mai wurden dort verschiedene Pflanzungen mit Mulchauflagen angelegt.

Erfurter Staudenmischung „Feuer und Flamme“ in Homberg (Efze)

Auf der 27 Quadratmeter großen Demonstrationsfläche in Homberg (Efze) wurde die besonders insektenfreundliche Erfurter Staudenmischung „Feuer und Flamme“ gepflanzt.

Die Mischung besteht aus 53 verschiedenen Arten. Dazu gehören unter anderem Schafgarbe, Sonnenbraut und Gräser wie das Silberährengras. Diese schaffen Struktur und Leichtigkeit in der Pflanzung. Die Blütezeit reicht von April bis Oktober. Das Farbspektrum liegt überwiegend im Bereich Gelb, Orange und Rot. Ergänzend sorgen blau, violett und weiß blühende Stauden für Auflockerung.

Als Mulchauflage wurde eine etwa 6 cm starke Schicht aus Lavadrän der Körnung 2/12 verwendet. Häufig wird für Staudenmischpflanzungen die Körnung 8/16 empfohlen. Die Grünpflege der Stadt Homberg (Efze) hat damit jedoch weniger gute Erfahrungen gemacht, da die händische Pflege durch das gröbere Material erschwert wird.

Veitshöchheimer Staudenmischung „Heimische Steppenheide“ in Eschwege

In Eschwege wurde auf vier Teilflächen mit insgesamt 57 Quadratmetern die Veitshöchheimer Staudenmischung „Heimische Steppenheide“ gepflanzt.

Die Mischung wurde speziell für magere, trockene Böden an vollsonnigen Standorten entwickelt. Die Flächen in Eschwege liegen im Innenstadtbereich am Straßenrand sowie auf einem Verkehrskreisel. Damit handelt es sich um besonders heiße und ungeschützte Standorte mit hohen Anforderungen an die Pflanzen.

Die Mischung umfasst 27 ausschließlich heimische Arten. Dazu zählen unter anderem die Großblütige Braunelle, der Hügel-Meister sowie Kalk- und Goldhaaraster. Dabei handelt es sich teilweise um Arten der heimischen Halbtrocken- und Trockenrasen, die zum Teil unter Naturschutz stehen.

Bei den Mulchauflagen werden unterschiedliche Materialien miteinander verglichen. Auf 30 Quadratmetern wurde recycelter Spielplatzsand eingesetzt, auf weiteren 27 Quadratmetern Splitt der Körnung 2/12.

Beitrag zur Klimaanpassung und zum Pestizidreduktionsplan

Die Demonstrationsflächen wurden im Rahmen des Projekts „Pestizidreduktionsplan“ des Landes Hessen angelegt. Ziel des Projekts ist es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent zu reduzieren.

Klimaangepasste, langlebige Staudenmischpflanzungen unterstützen dieses Ziel sowohl im öffentlichen Grün als auch in Privatgärten. Sie benötigen deutlich weniger Pflege als viele klassische Bepflanzungen und ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich.

Im Vergleich zu Wechselflor ist der Bewässerungsbedarf geringer. Die Pflanzen sind an trockene und warme Bedingungen angepasst und dadurch weniger anfällig für Hitzestress, Krankheiten und Schädlinge.

Mulchauflagen reduzieren Wasserbedarf und Pflegeaufwand

Die dauerhafte Bodenbedeckung durch eine Mulchauflage reduziert die Verdunstung aus dem Boden und senkt damit zusätzlich den Wasserbedarf. Nur während der Entwicklungsphase müssen die Pflanzungen regelmäßig bewässert werden. Danach sollen sie sich weitgehend selbst versorgen können.

Die Mulchschicht reduziert außerdem den Jäteaufwand deutlich. Mit zunehmendem Pflanzenschluss wird dieser weiter zurückgehen, da die geschlossene Vegetationsdecke unerwünschten Aufwuchs unterdrückt.

Der tatsächliche Pflegeaufwand hängt unter anderem vom vorhandenen Unkrautpotenzial des Bodens ab. In der Regel ist es sinnvoll, den vorhandenen Boden bis etwa 30 cm auszukoffern und durch ein unkrautfreies Pflanzsubstrat zu ersetzen. Bei trockenheitsresistenten Staudenmischungen werden Substrate mit einem hohen Anteil mineralischer Bestandteile eingesetzt.

Pflege und Einsatzmöglichkeiten

Zur jährlichen Pflege gehört ein Rückschnitt im Spätwinter. Insgesamt ergeben sich bei etablierten Staudenmischpflanzungen in der Regel etwa drei bis vier Pflegegänge pro Jahr.

Die Mischungen können sowohl im öffentlichen Grün als auch in privaten Gärten eingesetzt werden. Für unterschiedliche Standortbedingungen stehen verschiedene Staudenmischungen zur Verfügung – von trockenen, sonnigen Flächen bis zu Standorten unter Bäumen.

Mit den Demonstrationsflächen in Homberg (Efze) und Eschwege sollen praktische Erfahrungen gewonnen werden. Zudem sollen sie Kommunen und Bürgern zeigen, welche Möglichkeiten klimaangepasste Staudenmischpflanzungen für eine zukunftsfähige Grünflächenpflege bieten.

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