Apfelvielfalt und Biodiversität erleben

Hessische Gartenakademie schafft Demonstrationsparcours in Geisenheim

Zu sehen ist die Projektmitarbeiterin Lena Falkner, welche einer erwachsenen Gruppe, vor einem Stationsschild stehend, im Rahmen einer Führung eine Lernstation vorstellt.
Erstpräsentation einer Station am Tag der offenen Tür

Demnächst wird die Obstanlage „Monrepos“ in Geisenheim um eine Attraktion reicher: Ein Parcours zu Umweltbildung und Obstanbau lädt Menschen jeden Alters ein, die Vielfalt des Gärtnerns hautnah zu erleben. Der bildungspädagogische Parcours ist Teil des Projekts „Artenreiches Grün in (kleinen) Kommunen nachhaltig fördern und etablieren […] “.

Das Projekt wird vom Hessischen Landwirtschaftsministerium gefördert und von der Hessischen Gartenakademie (HGA), die zum Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) gehört, umgesetzt.

Ein Park als Bildungsort für Obst, Umwelt und Biodiversität

Der historisch gewachsene Lehr- und Schaugarten Monrepos wird extensiv, also ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, bewirtschaftet. Auf der fast 2 ha großen artenreichen Fläche wachsen über 150 Apfelsorten sowie verschiedene heimische Obstarten, aber auch exotische Früchte wie Feige, Kaki oder Inkabanane. Die landschaftlichen Gegebenheiten und die aktuelle Nutzung des Monrepos-Parks bieten ideale Voraussetzungen für einen erlebnisorientierten Lehrpfad mit Infotafeln und Lernstationen. Inhaltlich konzentriert sich der Parcours auf umweltpädagogische Themen mit dem Schwerpunkt Obstbau und ergänzt diese um Aspekte gesunder Ernährung und Biodiversität. Zugleich wird durch den Einblick in gängige Anbaupraktiken mehr Verständnis für die Erzeugung von Nahrungsmitteln geschaffen.

Kompetenzorientiertes Lernen für Jung und Alt

Zeichnung: Gustav Gartenschläfer mit rot-gelbem Apfel
Gustav Gartenschläfer;
© www.ponderosa-design.de

Als außerschulischer Lernort legt der Parcours den Fokus auf eigenständiges Lernen und spielerisches Entdecken an den Stationen. Dadurch wird nicht nur das Bewusstsein für die Natur und Artenvielfalt gestärkt, sondern auch die Motivation, im Alltag verantwortungsvoll zu handeln. Der Parcours ist modular konzipiert. Die Stationen sind im Park passend zu den vorhandenen Strukturen, etwa der Streuobstwiese oder der Trockensteinmauer, verteilt und ergänzen sich thematisch. Je nach Verweildauer und Interessensschwerpunkt können einzelne Stationen oder ganze Themenkomplexe bearbeitet werden − und die Inhalte so flexibel an die Lernniveaus der Teilnehmenden angepasst werden.

Besonderes Highlight ist die Sympathiegur „Gustav Gartenschläfer“. Auf jeder Tafel begleitet die Cartoon-Zeichnung die Inhalte auf humorvolle Weise. So schafft sie ins besondere für Kinder einen niedrigschwelligen Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen und erhöht die Aufmerksamkeit spielerisch.

Sowohl Schulkinder als auch Erwachsene sind eingeladen, Biodiversität nach dem Prinzip „learning by doing“ zu entdecken.

Von der Ideenphase zur Erprobung: Aktueller Stand

Die ersten vier Stationen zu Apfelsorten-Verkostung, Apfelprodukten, Veredelung und Lebensraumfunktion von Obst bäumen sind bereits errichtet. Sie wurden − passend zum Beginn der Apfelzeit − Ende August 2025 am Tag der offenen Tür erstmals vom Team der HGA vorgestellt. Die weiterführenden Lernmaterialien für diese vier Stationen werden aktuell inhaltlich gestaltet. Ziel ist es, im Frühjahr 2026 einen Testlauf mit einer Schulklasse durchzuführen, um den pädagogischen Ansatz zu evaluieren. Weitere sechs Stationen wurden erarbeitet und werden nun professionell gestaltet. Erste Rückmeldungen zeigen: Der Parcours begeistert nicht nur Kinder, sondern vermittelt auch Erwachsenen neues Wissen und konkrete Handlungsmöglichkeiten. Als Demonstrationsobjekt möchte er zudem andere Kommunen dazu anregen, ähnliche Bildungsangebote umzusetzen.

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