2. Februar – Tag des Igels
Von der alten Bauernregel zum heutigen Gedenktag
Der 2. Februar ist ein ganz besonderer Tag: Er heißt Mariä Lichtmess und wird schon seit sehr langer Zeit gefeiert. Früher schauten die Bauern an diesem Tag ganz genau auf das Wetter, denn sie wollten wissen, wann sie wieder auf dem Feld und im Garten arbeiten können. Aus ihren Beobachtungen entstanden einfache Merksprüche, die sogenannten Bauernregeln. Auch Tiere wie der Igel galten als kleine Wetterpropheten, weil man genau darauf achtete, wann sie aus dem Winterschlaf aufwachten. Der heutige Tagsteht somit auch gleichzeitig im Zeichen eines unserer bekanntesten Gartenbewohner: des Igels.
Der alten Bauernregel nach ist es jedenfalls so, dass wenn das Wetter heute klar und hell ist (und der Igel seinen eigenen Schatten sieht), der Winter vermutlich noch länger andauern wird. Ist das Wetter aber schlecht oder zumindest düster, so dass der Igel keinen Schatten sieht, dann wird der Frühling bald kommen!
Wer prüfen will, ob an den alten Regeln was dran ist, hält die heutige Wetterprognose am besten in seinem Tagebuch fest und schaut, ob sich der Winter bald verabschiedet oder nicht.


Unser heimischer Igel, sein Lebensraum und seine Nahrung


Während wir also am heutigen Gedenktag das Wetter festhalten und die Bauernregel prüfen, wollen wir uns gleichzeitig ein wenig mit dem Igel befassen und uns bewusst werden, wie wichtig naturnahe Lebensräume für ihn sind – und wie sehr der Igel inzwischen auf unsere Hilfe angewiesen ist.
In Deutschland ist vor allem der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) verbreitet. Er wurde bereits zum Tier des Jahres gewählt, da seine Bestände seit Jahren unter Druck stehen.
Igel bevorzugen abwechslungsreiche Landschaften mit Hecken, Gebüschen, Wiesen und Feldrainen. Da solche Strukturen immer seltener werden, leben viele Igel heute in Gärten, Parks und Siedlungsrandbereichen.
Ihre Hauptnahrung besteht aus Insekten und anderen wirbellosen Tieren, z. B. Käfern, Raupen, Maden etc. Entgegen weit verbreiteter Annahmen spielen Schnecken nur eine untergeordnete Rolle. Sie können sogar schädlich für Igel sein, da Schnecken und Regenwürmer gefährliche Darm- und Lungenparasiten übertragen können. Daher sollten Igel also keinesfalls mit Schnecken aus dem Garten gefüttert werden. Obst wird höchstens gelegentlich gefressen – am liebsten, wenn darin auch proteinreiche Insekten enthalten sind.

Warum der Igel Hilfe braucht
Obwohl der Igel noch nicht ausgestorben ist, hat sich seine Situation deutlich verschlechtert. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten Jahrzehnten stark gesunken. Ursachen sind unter anderem:
- Verlust geeigneter Lebensräume
- Straßenverkehr (jährlich Hunderttausende getötete Igel)
- Rückgang von Insekten als wichtigste Nahrungsquelle
- Erkrankungen durch Parasiten, die durch weniger günstige Nahrungstiere wie Schnecken übertragen werden
- Klimawandel und zu frühes Erwachen aus dem Winterschlaf
In vielen Regionen steht der Igel bereits auf der Vorwarnliste der Roten Liste.
Was wir tun können
Gärten und Außenanlagen können zu wichtigen Rückzugsorten für Igel werden. Schon einfache Maßnahmen helfen:

- Durchgänge in Zäunen (ca. 10 × 10 cm) schaffen, durch die Igel in unsere Gärten gelangen können
- Laub-, Holz- oder Reisighaufen als Verstecke liegen lassen
- Auf Pestizide im Garten verzichten
- Flache Wasserstellen anbieten
- Gefahren wie Teiche, Schächte oder Kellertreppen sichern
- Bei Bedarf ein Igelhaus aufstellen
Wichtig: Igel niemals mit Milch füttern. Geeignet sind spezielles Igelfutter oder hochwertiges Katzenfutter sowie frisches Wasser.
Fazit
Der Tag des Igels ist ein guter Anlass, um auf den Schutz heimischer Wildtiere aufmerksam zu machen. Naturnahe Gärten und bewusst gestaltete Grünflächen leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Igels – und fördern gleichzeitig die biologische Vielfalt.
