Gemeinsam Wissen wachsen lassen: Erstes „Netzwerktreffen für Garten + Umwelt“ begeistert

Gruppenfoto. Die Teilnehmenden, Referenten und das Team der Hessischen Gartenakademie stehen zusammen auf der Treppenanlage vor dem Haupteingang der Villa Monrepos. Die meisten Personen lachen, einige winken in die Kamera.
Der starke Wunsch nach Austausch und das große Interesse an den Themen sorgten bei Teilnehmenden, Referierenden und dem Team der Hessischen Gartenakademie für eine beschwingte Stimmung.

Mehr als 70 ehrenamtlich Aktive aus ganz Hessen kamen am 29.08.2026 in der Villa Monrepos in Geisenheim zum ersten Netzwerktag der Hessischen Gartenakademie (HGA) des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) unter dem Motto „Wissen teilen, Erfahrungen austauschen und gemeinsam für mehr Grün und Artenvielfalt aktiv werden“ zusammen.

Eingeladen waren die ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater unter anderem aus dem Nichterwerbsgartenbau (Freizeitgartenbau) sowie aus dem Bereich Biodiversität. Viele von ihnen haben sich als Gartenfachfrau, Fachwartinnen und Fachwarte, Fachberaterinnen und Fachberater oder Biodiversitätslotsinnen und Biodiversitätslotsen qualifiziert.

Ein Netzwerk über die Gartengrenzen hinweg

Mit dem neuen Format möchte die HGA unter der Leitung von Uwe Preiß den Austausch zwischen den verschiedenen Verbänden des Nichterwerbsgartenbaus und anderer Institutionen fördern. Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen sollen zusammengeführt, Wissen geteilt und neue Impulse für die ehrenamtliche Beratung gesetzt werden. Ein verbandsübergreifendes Netzwerktreffen in dieser Form ist in Deutschland bisher einmalig.

Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Stiftung Hof Geisberg, die unter anderem auch die gartenbauliche Beratung in Hessen fördert.

Neophyten, Laissez-faire-Gärtnern und aktuelle Gartenthemen

Für spannende fachliche Impulse sorgten zwei hochkarätige Referierende.

Der Referent steht im Veranstaltungsraum hinter dem Rednerpult und unterstreicht seinen Vortrag mit Gesten.
Der Referent Joachim G. Raftopoulo nahm die Teilnehmenden mit in die Welt der Neophyten.

Der Diplom-Biologe und BotanikerJoachim G. Raftopoulo mit langjähriger Erfahrung im Naturschutz nahm die Teilnehmenden mit in die Welt der Neophyten, also eingewanderter Pflanzenarten. Anschaulich zeigte er, wie deren Auftreten wissenschaftlich eingeordnet werden kann, wie sie sich in Ökosystemen und Kulturlandschaften auswirken und wann Maßnahmen zur Begrenzung sinnvoll sein können.

Die Referentin steht im Veranstaltungsraum vor der Leinwand, auf der ein Bild von ihrem Garten zu sehen ist.
Sonja Schwingesbauer zeigte mit Bildern, was einen naturnahen Garten ausmacht.

Dr. Sonja Schwingsbauer, promovierte Landschafts- und Pflanzplanerin, Buchautorin und Vorreiterin für das „Laissez-faire-Gärtnern“, berichtete aus ihrem Erfahrungsschatz. Sie gab praktische Tipps für naturnahes Gärtnern und stellte aktuelle Erkenntnisse vor. Mit grafischen Erklärungsmodellen und nützlichen Anwendungstabellen konnte sie auch erfahrene Beraterinnen und Berater begeistern.

Am Nachmittag stellte Klaus Diehl von der HGA die aktuellen Planungen für den Beratungsgarten des Landes Hessen vor. Der Garten bietet den Verbänden die Möglichkeit, sich zu präsentieren und mitzuwirken. Damit fördert das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) dort insbesondere das ehrenamtliche Engagement im Gartenbau.

Praxisaustausch

Nach den Vorträgen ging es in die Praxis. Beim Science Walk konnten die Teilnehmenden aktuelle Fragestellungen direkt vor Ort gemeinsam diskutieren.

Im Schau- und Lehrgarten Monrepos gaben das neue Beerenobstsortiment und mehr als 160 Apfelsorten sowie weitere Obstarten Anlass für den fachlichen Austausch. Die Versuchsflächen für Ziergehölze und das Prüfsortiment Rosen zeigten neueste züchterische Ziele. In der Gewächshausanlage des LLH wurden Versuche zu aktuellen pflanzenbaulichen Fragestellungen vorgestellt und diskutiert.

Die zu ehrende Person steht mit einem Blumenstrauß links neben dem Überbringer, der ihr gerade eine Ehrenurkunde überreicht.
Jennifer Ehling erhielt für ihre Kreativarbeit „Wildbienen-Quartett“ von HGA-Fachgebietsleiter Uwe Preiß eine Ehrung.

Wildbienen-Quartett ausgezeichnet

Ein besonderer Höhepunkt des Netzwerktreffens war die erstmalige Auszeichnung der besten Projektarbeit aus der Multiplikatoren-Ausbildung 2025/2026. In diesem Jahr erhielt die Ehrung Jennifer Ehling für die Entwicklung eines innovativen Wildbienen-Quartetts. Das Spiel verbindet Wissensinhalte und Spielspaß für Kinder und Erwachsene.

Ein gelungener Auftakt für ein neues Netzwerk

Der erste Netzwerktag hat gezeigt, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen den verschiedenen Sparten des Nichterwerbsgartenbaus ist. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und voneinander zu lernen. Gleichzeitig wurde der Wunsch nach weiteren Möglichkeiten zum Austausch und nach mehr Anerkennung für das wertvolle ehrenamtliche Engagement durch Politik und Gesellschaft deutlich.

Die Karten des Wildbienen-Quartetts liegen fächerförmig ausgebreitet und vermitteln einen Eindruck, wie das Quartett gestaltet ist.
Das Wildbienen-Quartett ist ein schönes Beispiel dafür, wie aus den Ideen der ehrenamtlich Aktiven kreative Wissensvermittlung entstehen kann.

Denn die Aktiven leisten weit mehr als reine Wissensvermittlung. Sie bringen Menschen zusammen, geben praktische Tipps, begeistern für Natur und Garten und tragen ihr Wissen in Vereine, Schulen, Kommunen und andere Einrichtungen. Dieses Engagement ist wertvoll, aber auch anspruchsvoll. Der Austausch im Netzwerk kann dabei unterstützen, neue Ideen zu entwickeln, Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig zu motivieren. Gemeinsam lässt sich mehr bewegen.

Die HGA möchte als Bildungs- und Auskunftsstelle für das Ehrenamt im Obst- und Gartenbau sowie für das urbane Grün diesen Austausch fortführen, damit Wissen weiter wachsen kann.

Oder, wie es beim Netzwerktreffen treffend formuliert wurde:„Die HGA kann, was die Künstliche Intelligenz (KI) nicht kann – Praxis vermitteln“.

Interesse an Garten, Umwelt und Netzwerken?

Wer sich für mehr Grün im eigenen Umfeld, Selbstversorgung aus dem eigenen Garten, Artenreichtum und nachhaltiges Gärtnern interessiert, findet bei der HGA passende Angebote: von Halb- bis Ganztagesseminaren über Bildungsurlaubsangebote zu den Themen nachhaltiges Gärtnern, Förderung von artenreichem Grün sowie Wissen und Werte vermitteln bis hin zur Ausbildung zur Multiplikatorin bzw. zum Multiplikator (Beratung im Freizeitgartenbau).

Mehr erfahren Sie direkt bei der HGA unter:
https://llh.hessen.de/bildung/hessische-gartenakademie/.

Weitere Kontaktmöglichkeiten:

E-Mail: gartenakademie@llh.hessen.de
Tel.: 06722 502-851

Kontakte
>> Alle Kontakte anzeigen
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.