Innovative Projektarbeiten an der Friedrich-Aereboe-Schule präsentiert

Am Mittwoch, den 25.03.2026, fanden an der Friedrich-Aereboe-Schule die Präsentationen zu den Arbeitsprojekten der Studierenden statt. Wie in den Vorjahren setzten sich die Studierenden in Teams mit sehr unterschiedlichen Themen auseinander. Dabei wurden sie vom VLF Aereboenia-Starkenburg e. V. finanziell unterstützt.

Einfluss verschiedener Tränkestrategien auf Wachstum und Wirtschaftlichkeit von Kälbern

2 männliche Personen stehen in einem Raum
Fabian Schork (li.) und Finn Emig

Den Auftakt machten Finn Emig und Fabian Schork aus Wald-Michelbach. Beide sind auf ihren elterlichen Milchviehbetrieben tätig, sodass es nahelag, sich mit dem wichtigen Themenbereich der Kälberaufzucht zu beschäftigen. Konkret untersuchten sie, welche Tränkestrategie im Hinblick auf Wachstum und Wirtschaftlichkeit die beste ist.

Verglichen wurden vier unterschiedliche Tränkestrategien:

  • restriktiv: zweimal täglich 5 l Vollmilch (betriebsüblich)
  • restriktiv: zweimal täglich 5 l mit Milchaustauscher
  • ad libitum: angesäuerte Vollmilch
  • ad libitum: angesäuerter Milchaustauscher

Für den Versuch standen je Variante zwei Kälber zur Verfügung. Diese wurden bei der Geburt gewogen. Während des Versuchs wurden die tatsächlich aufgenommenen Mengen an Tränke und Kälbermüsli erfasst. Außerdem wurden die Kälber regelmäßig gewogen, um die Gewichtszunahmen zu dokumentieren.

Im Ergebnis wurden bei den ad-libitum-Varianten deutlich höhere Milchaufnahmen je Kalb festgestellt. Folglich wiesen diese Kälber auch höhere Zunahmen auf, wobei die Variante mit Milchaustauscher tendenziell etwas besser abschnitt als die mit Vollmilch.

Die Varianten mit zweimal täglich 5 l Tränkemenge führten zu niedrigeren Zunahmen, wobei hier Vollmilch und Milchaustauscher auf vergleichbarem Niveau lagen.

Während des Versuchs entwickelten sich alle Kälber sehr gleichmäßig. Leichter Durchfall trat lediglich bei einem Tier auf.

Bei den ad-libitum-getränkten Tieren fiel auf, dass sie deutlich weniger Kälbermüsli aufnahmen als die restriktiv getränkten Tiere. Dies ist vermutlich auf die höhere Sättigung durch die ad-libitum-Tränke zurückzuführen. Trotz zusätzlicher Vorlage einer Kälber-TMR konnte bei allen Tieren mit dem Absetzen ein sprunghafter Anstieg der Kälbermüsli-Aufnahme festgestellt werden.

Aus wirtschaftlicher Sicht ermittelte das Projektteam Futterkosten zwischen 409 und 586 € pro Kalb für die ersten vier Lebensmonate. Bezogen auf die Gewichtszunahme lagen die Kosten zwischen 6,45 €/kg Zuwachs (ad libitum mit angesäuertem Milchaustauscher) und 8,09 €/kg Zuwachs (ad libitum mit angesäuerter Vollmilch).

Finn Emig und Fabian Schork zogen das Fazit, zunächst die betriebsübliche Variante weiterzuführen, da sie sich durch die höhere Kraftfutteraufnahme eine bessere Pansenentwicklung erhoffen.

In der anschließenden Diskussion wurden zudem die Aspekte Milchpreis, Gesamtkosten der Färsenaufzucht und Erstkalbealter vor dem Hintergrund der gewonnenen Erkenntnisse erörtert.

Blühpatenschaften

2 männliche Personen stehn in einem Raum
Nils Dimt (li.) und Wolfgang Guckert

Als zweites Projektteam stellten Nils Dimt (Friedrichsdorf) und Wolfgang Guckert (Mannheim) ihr Projekt „Blühpatenschaften“ vor. Die Idee entstand aus der Erwartung, das Image der Landwirtschaft zu verbessern, Nützlinge und Biodiversität zu fördern sowie eine alternative Einkommensquelle für landwirtschaftliche Betriebe in Stadtnähe zu schaffen.

Der elterliche Betrieb von Wolfgang Guckert vor den Toren Mannheims eignete sich gut für die Umsetzung, zumal durch die Direktvermarktung ein intensiver Kundenkontakt besteht.

Für die Anlage der Blühfläche wurde ein Schlag in unmittelbarer Nähe zu einer stark frequentierten Hauptverkehrsstraße sowie eines Gewerbegebiets ausgewählt. Das Konzept sah vor, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen anzusprechen, die je nach Beitrag die Patenschaft für eine bestimmte Fläche übernehmen konnten.

Beworben wurde das Konzept über Flyer im Hofladen, Aushänge in der Friedrich-Aereboe-Schule sowie über Social Media. Insgesamt konnten sieben Paten gewonnen werden.

Für die Anlage der Blühfläche wurde eine mehrjährige Saatgutmischung gewählt, die jedoch sehr spät geliefert wurde. In der Folge konnte die Aussaat erst Mitte Mai und damit zu einem ungünstigen Zeitpunkt erfolgen. Vorangegangene Trockenheit sowie durch Regen verursachte Verschlämmung führten zu einem schlechten Feldaufgang. Zusätzlich trat starke Altverunkrautung, insbesondere durch Disteln, auf, sodass die gewünschte Bestandszusammensetzung nicht erreicht wurde. Das ursprünglich geplante Blühfest im Spätsommer konnte daher nicht stattfinden. Dennoch war auf der Fläche augenscheinlich eine hohe Biodiversität zu beobachten.

In der Kosten-Nutzen-Betrachtung deckten die Einnahmen aus den Blühpatenschaften die Kosten für Bestellung und Saatgut. Der Aufwand für die Vermarktung wurde jedoch noch nicht entlohnt.

Abschließend kamen Nils Dimt und Wolfgang Guckert zu dem Ergebnis, dass Blühpatenschaften durchaus Zukunftspotenzial besitzen.

Zuckergehalt durch Düngung beeinflussbar?

ein Mann und eine Frau stehen in einem Raum
Lennox Dieter (li.) und Laura Gruner

Anschließend präsentierten Lennox Dieter (Otzberg) und Laura Gruner (Schöneck) ihr Projekt zum Zuckerrübenanbau. Beide verbindet ein großes Interesse an diesem Thema. In Absprache mit dem Kohlbacher Hof in Otzberg wurde eine geeignete Versuchsfläche ausgewählt.

Sämtliche Maschinenarbeitsgänge – mit Ausnahme von Aussaat und Ernte – wurden vom Betrieb durchgeführt. Der Versuch wurde mit den Zuckerrübensorten Fitis und Kakadu in jeweils drei N-Düngungsstufen (60, 100 und 140 kg N/ha) angelegt.

Von allen Parzellen wurden Nmin-Proben entnommen, um eine gezielte N-Versorgung sicherzustellen. Bei der Düngung kam zunächst ein NP-Dünger in allen Varianten zum Einsatz. Die Differenzierung erfolgte anschließend parzellenspezifisch durch die Ausbringung von AHL mittels Pflanzenschutzspritze. Der chemische Pflanzenschutz wurde betriebsüblich durchgeführt.

Wöchentlich erfolgten Bonituren zu Entwicklungsstadien, Unkrautaufkommen und Blattkrankheiten. Es zeigte sich ein sehr guter Feldaufgang (88–94 %). Im weiteren Verlauf waren die unterschiedlichen N-Düngungsstufen vor allem optisch anhand der Blattmassenentwicklung deutlich erkennbar.

Die Ernte erfolgte händisch zu zwei Terminen: am 07.10. (Frührodung) und am 12.11.2025 (Spätrodung). Die qualitative Analyse der Proberüben wurde durch die Südzucker AG in Offstein durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigten bei der Sorte Kakadu einen deutlich sinkenden Zuckergehalt mit steigender N-Düngung. Bei der Sorte Fitis war das Bild uneinheitlicher.

Gleichzeitig konnten die Rübenerträge mit zunehmender N-Düngung deutlich gesteigert werden. Daraus folgerten Lennox Dieter und Laura Gruner, dass sich der Zuckergehalt über die N-Düngung beeinflussen lässt. Welche Düngungsintensität jedoch wirtschaftlich optimal ist, hängt maßgeblich vom bereinigten Zuckerertrag sowie von den Transportkosten in Abhängigkeit von der Entfernung zur Zuckerfabrik ab.

Wie tragen Agrardrohnen zur nachhaltigen Landwirtschaft bei?

2 männliche Personen stehen in einem Raum und halten gemeinsam ein weißes T-Shirt mir dem Aufdruck "Projekt Agrar-Drohne" in den Händen
Tom Dörr (li.) und Philipp Schmidt

Den Abschluss bildete das Projekt von Tom Dörr (Roßdorf) und Philipp Schmidt (Frankfurt) zum Thema Agrardrohnen. Sie entschieden sich dafür, da es sich um ein aktuelles Thema mit Zukunftsperspektive handelt und sie persönlich großes Interesse daran haben.

Ursprünglich war geplant, Agrardrohnen im praktischen Einsatz zu testen. Hierzu wurden Kontakte zu Dienstleistern geknüpft, die zunächst Interesse an einer Zusammenarbeit signalisierten. Letztlich konnte dieses Vorhaben jedoch nicht umgesetzt werden, sodass sich die Arbeit vor allem auf Recherche konzentrierte.

Als Einsatzbereiche für Agrardrohnen wurden Bestandsbonituren, die Ausbringung von Dünger und Pflanzenschutzmitteln, die Erstellung von Applikationskarten sowie die Aussaat identifiziert. In der Praxis ist derzeit insbesondere die Erstellung von Applikationskarten verbreitet.

Rechtlich ist zu beachten, dass je nach Gewicht und Flughöhe ein Drohnenführerschein erforderlich ist. Zudem ist das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln mit Fluggeräten in Deutschland grundsätzlich verboten (Ausnahme: Steillagenweinbau). Darüber hinaus ist eine Betriebsgenehmigung notwendig, und Drohnenflüge dürfen nur unter Aufsicht und in Sichtweite erfolgen.

Durch den Einsatz von Agrardrohnen können Umweltbelastungen reduziert werden, da Betriebsmittel wie Pflanzenschutzmittel, Saatgut und Dünger zielgerichteter und kleinräumiger ausgebracht werden können. Zudem wird der Boden im Vergleich zur Befahrung mit Traktoren geschont. Insbesondere in Spezialkulturen lassen sich Betriebsmittel effizienter und kostengünstiger einsetzen. Für Flächenkulturen ist dies in Mitteleuropa derzeit jedoch noch eingeschränkt.

Tom Dörr und Philipp Schmidt kamen zu dem Schluss, dass sich auch für sie persönlich als Agrardienstleister Potenziale ergeben, beispielsweise bei der Zwischenfruchtaussaat oder der Erstellung von Applikationskarten für Kunden.

Fazit

Die Projektarbeiten verdeutlichten, dass die Fachschülerinnen und Fachschüler komplexe Zusammenhänge analysieren und Lösungen zu betriebsindividuellen Fragestellungen entwickeln können. Neben fachlichem Wissen standen dabei vor allem eigenverantwortliches Arbeiten, kritisches Hinterfragen und unternehmerisches Denken im Mittelpunkt – Kompetenzen, die für die zukünftige Betriebsführung entscheidend sind.

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