Wintergetreide: Manganversorgung im Herbst im Blick behalten
Bei der Mikronährstoffversorgung von Wintergetreide spielt Mangan im Herbst eine wichtige Rolle. Besonders Wintergerste, aber auch früh gesäte Bestände von Winterweizen, Triticale und Roggen können unter ungünstigen Standort- und Witterungsbedingungen von Manganmangel betroffen sein. Eine ausreichende Versorgung unterstützt die Jugendentwicklung, die Bestockung und die Winterfestigkeit der Pflanzen.
Welche Faktoren begünstigen Manganmangel?
Mangan ist unter anderem an der Photosynthese und zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Obwohl viele Böden ausreichend Mangan enthalten, kann dessen Verfügbarkeit für die Pflanzen eingeschränkt sein.
Besonders folgende Standortbedingungen erhöhen das Risiko:
- Leichte und humose Böden: Auf sandigen, humosen und sehr lockeren Standorten tritt Manganmangel besonders häufig auf.
- Hohe pH-Werte: Mit steigendem pH-Wert nimmt die Pflanzenverfügbarkeit von Mangan ab. Besonders kalkreiche Böden und Flächen mit hohen pH-Werten sind gefährdet.
- Trockenheit und lockere Bodenstruktur: In gut durchlüfteten Böden wird pflanzenverfügbares Mangan verstärkt in schwer lösliche Formen umgewandelt. Trockenheit kann die Aufnahme zusätzlich einschränken.
- Zügige Herbstentwicklung: Bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit und hohen Temperaturen entwickeln sich früh gesäte Getreidebestände häufig sehr schnell. Verläuft das oberirdische Wachstum schneller als die Wurzelentwicklung, können vorübergehend Versorgungsengpässe entstehen.
Wie lässt sich Manganmangel erkennen?
Erste Mangelsymptome können bereits im Herbst auftreten, häufig werden sie jedoch erst während der Bestockung deutlich. Nach zunächst normaler Entwicklung stagnieren die Pflanzen im Wachstum und zeigen eine hellgrüne bis gelbliche Blattfärbung. Typisch sind streifenförmige Aufhellungen zwischen den Blattadern und teilweise kleine graubraune Nekrosen. Die Symptome treten häufig nesterweise oder auf besonders lockeren Teilflächen auf. Charakteristisch sind stärker rückverfestigte Bereiche, beispielsweise Fahrspuren, die oftmals länger grün bleiben. Da ähnliche Vergilbungen auch durch andere Nährstoffmängel, Staunässe oder Krankheiten verursacht werden können, sollten bei unklaren Symptomen weitere Ursachen ausgeschlossen werden.
Empfehlung zur Mangandüngung
Auf bekannten Mangelstandorten oder bei erkennbaren Mangelsymptomen kann eine gezielte Mangandüngung über das Blatt bereits ab dem 3-Blattstadium (BBCH 13) sinnvoll sein. Ein wichtiger Zeitraum ist der Beginn der Bestockung (BBCH 21). Eine rechtzeitige Versorgung kann die weitere Entwicklung und Bestockung der Pflanzen unterstützen und bei tatsächlichem Manganmangel auch die Winterfestigkeit verbessern. Die Blattdüngung lässt sich mit anderen Pflanzenschutzmaßnahmen kombinieren.
Beispiele für manganhaltige Blattdünger:
| YaraVita Mantrac pro | 500 g Mn/l | 1-2 l/ha |
| Lebosol Manganitrat | 230 g Mn/l + 120 g N/l | 1-2 l/ha |
Bei zusätzlichem Bedarf an Magnesium, Schwefel oder Zink kann eine Kombination mit beispielsweise 5 kg/ha EPSO Combitop sinnvoll sein. Auf kupfergefährdeten Standorten kann auch eine ergänzende Kupferdüngung geprüft werden.
Weiterführende Informationen u.a. zur Mangandüngung im Wintergetreide finden Sie in den regelmäßig erscheinenden Beratungsinfos Pflanzenproduktion Nord/Süd. Jetzt hier anmelden und immer informiert sein!