Maisanbau in Hessen: Für zunehmende Trockenheit vorsorgen

Trockenperioden stellen im hessischen Maisanbau eine zunehmende Herausforderung dar. Wie deutlich Trockenheit den Maisbestand beeinträchtigen kann, zeigt sich auch im Jahr 2026 (Maisabreife 2026 – Besonderheiten für die Milcherzeugung). Besonders während der Blüte und Kornfüllung kann Wassermangel zu deutlichen Ertragseinbußen führen, unter anderem durch eine unzureichende Kornanlage. Für stabilere Erträge sollte die Wasserversorgung deshalb bei der gesamten Anbaustrategie berücksichtigt werden.

Sortenwahl: Auf trockenen Standorten sind ertragsstabile, standortangepasste Sorten mit guter Trockenheitstoleranz zu bevorzugen. Bei der Sortenwahl sollten vor allem die mehrjährigen Ergebnisse der hessischen Landessortenversuche (Sortenversuche & Sortenempfehlungen) berücksichtigt werden.

Standort und Saatstärke: Mais sollte bevorzugt auf Standorten mit guter Wasserspeicherfähigkeit angebaut werden. Auf leichten, schnell austrocknenden Böden kann eine angepasste, eher reduzierte Saatstärke sinnvoll sein. Dadurch lässt sich die Konkurrenz der Pflanzen um das verfügbare Wasser verringern. Eine zu hohe Bestandesdichte verschärft bei Trockenheit die Konkurrenz um Wasser und kann die Leistung der Einzelpflanzen beeinträchtigen.

Video zur Saatstärke bei Trockenheit:

Wasser im Boden halten: Jede unnötige Bodenbearbeitung kostet Wasser. Deshalb sollten Bearbeitungsgänge reduziert, der Boden möglichst wenig gewendet und ein feinkrümeliges, aber nicht überfeinertes Saatbett geschaffen werden. Eine gute Rückverfestigung nach der Aussaat verbessert den kapillaren Wasseranschluss und kann damit die Wasserversorgung des Saatkorns unterstützen. Bodenverdichtungen sind dagegen unbedingt zu vermeiden, da sie die Durchwurzelung und damit die Erschließung des vorhandenen Bodenwassers beeinträchtigen können.

Bodengefüge und Humus: Ein stabiles, gut durchwurzelbares Bodengefüge ermöglicht dem Mais, vorhandenes Wasser besser zu erschließen. Maßnahmen wie Humusaufbau, Zwischenfruchtanbau, die bedarfsgerechte Ausbringung organischer Dünger und eine vielfältige Fruchtfolge können langfristig zu einer verbesserten Bodenstruktur und einem höheren Wasserhaltevermögen beitragen.

Kaliumversorgung: Eine bedarfsgerechte Kaliumversorgung (Grunddüngung) unterstützt den Wasserhaushalt und die Stressstabilität der Pflanzen. Sie kann eine ausreichende Bodenwasserversorgung jedoch nicht ersetzen. Grundlage für eine bedarfsgerechte Düngung sollte daher eine regelmäßige Bodenuntersuchung sein.

Trockenheitsvorsorge beginnt vor der Aussaat

Trockenheitsvorsorge im Mais beginnt nicht erst bei der Aussaat. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus einem geeigneten Standort, einer standortangepassten Sortenwahl, einer moderaten Bestandesdichte, einer wassersparenden Bodenbearbeitung und einem langfristig gut strukturierten, humusreichen Boden.

Weiterführende Informationen unter anderem zur Sortenwahl beim Mais finden Sie in den regelmäßig erscheinenden Beratungsinfos Grünland und Futterbau Nord/Süd. Jetzt hier anmelden und immer informiert sein!

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