Maisstoppelbearbeitung als Schlüssel zur Zünslerbekämpfung
Seit rund 20 Jahren tritt der Maiszünsler flächendeckend in Hessen auf. Er ist der bedeutendste Schädling in dieser Kultur. Bei starkem Besatz können Ertragsverluste von mehr als 50 % auftreten.
Der Maiszünsler ist ein Schmetterling. Seine Larve überwintert in der Maisstoppel und verpuppt sich dort im Frühjahr. Ab einer Temperatursumme von ca. 300 °C fliegen die Falter in die heranwachsenden Maisbestände – je nach Region ist dies ab Ende Juni bis Mitte Juli der Fall. Die Weibchen legen dort ihre Eier auf die Unterseite der Maisblätter ab.
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Die geschlüpften Larven des Zünslers bohren sich nach kurzem Reifungsfraß in den Maisstängel ein; von dort fressen sie sich zunächst in Richtung Fahne vor. Es ist ihnen jedoch nicht möglich, einen Knoten der Maispflanze zu durchdringen. Vor dem Knoten bohren sie sich wieder aus; dabei kann es vorkommen, dass sie auf das Blatt einer Nachbarpflanze fallen und diese dann besiedeln. Aus diesem Grund werden bei Bonituren manche Pflanzen nur mit Fraßgängen, aber ohne Larve vorgefunden. Mit zunehmender Reife wandern die Larven dann zum Stängelgrund. Zum Erntezeitpunkt halten sich ca. 50–70 % der Larven unterhalb des 2. Knotens auf. Werden sie dort bei der Maisernte nicht durch den Häcksler ausgeschaltet, überwintern sie in der Maisstoppel.
Konsequentes Mulchen verhindert Überwinterung
Und genau an dieser Stelle ist jeder Mais anbauende Betrieb in der Verantwortung. Um die Population für die nächste Saison so gering wie möglich zu halten, müssen die verbliebenen Erntereste nach der Maisernte zerkleinert und aufgesplissen werden – zum einen, um die Rotte zu fördern, zum anderen, um den Maiszünslerlarven die Chancen für eine Überwinterung zu nehmen. Nicht gemulchte Maisstoppeln fördern die Ausbreitung des Zünslers und erhöhen das Fusarium-Infektionsrisiko im nachfolgenden Wintergetreide. Untersuchungen zufolge reichen bereits 2 bis 3 % überlebende Raupen aus, um den gleichen Befall in das nächste Anbaujahr zu übertragen.

Optisch hat man im Anbaujahr 2025 den Eindruck, dass die meisten Bestände mindestens 10 bis 20 % befallene Maispflanzen aufweisen – abgeknickte Fahnen, komplett umgefallene Pflanzen bzw. Fraßschäden am Kolben sind die typischen Schadbilder. Anders als in sehr trockenen Jahren befinden sich die Larven vorrangig unter dem ersten Knoten; deshalb erfolgt i. d. R. keine Reduktion der Larvenzahl durch die Ernte. Da die Larve nur in der Maisstoppel überwintern kann, haben das sorgfältige Mulchen der Stoppel und eine anschließende Pflugfurche, sofern es der Standort und die Schwarzwildproblematik erlauben, den größten Effekt, um das Zünsleraufkommen auf niedrigem Niveau zu halten oder sogar zu reduzieren.
Das Mulchen muss flächendeckend in der gesamten Gemarkung erfolgen – ansonsten fliegt der Schmetterling im Frühjahr aus nicht gemulchten Flächen in benachbarte Maisfelder.
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