Hessischer Gemüse- und Pflanzenbautag 2026: Themen am Puls der Zeit

Eine Frau steht an einem Rednerpult mit Mikrofon und spricht zur Eröffnung des Hessischen Gemüse- und Pflanzenbautags.
Claudia Trübenbach (stellvertretende Vorsitzende der Fachgruppe Gemüsebau, GVBWH) eröffnete den Hessischen Gemüse- und Pflanzenbautag.

Im Rahmen der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen fand am 28. Januar 2026 der Hessische Gemüse- und Pflanzenbautag in der Stadthalle Gernsheim statt. Im Mittelpunkt der traditionsreichen Tagung standen praxisnahe Fachvorträge sowie regionale Versuchsergebnisse aus dem Gemüsebau. Veranstaltet wurde der Gemüsebautag vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) und dem Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen e. V. (GVBWH).

Nach der Begrüßung durch das LLH-Beratungsteam Gartenbau hielt Claudia Trübenbach, stellvertretende Vorsitzende der Fachgruppe Gemüsebau im GVBWH, die Eröffnungsrede. Darin bezog sie sich grundlegend auf Themen, die die Betriebe im Jahr 2025 besonders beschäftigten, darunter der Wegfall der Stoffstrombilanz und der Anstieg des Mindestlohns.

Ergebnisse aus dem Versuchswesen und Hinweise zum Arbeitsrecht

Im ersten Teil der Veranstaltung stand der Gemüsebau im Fokus: Michael Kloss, LLH-Fachinformation Gartenbau, gab Einblicke in das Versuchswesen in Geisenheim und stellte Ergebnisse aus dem geschützten Anbau 2025 vor. Präsentiert wurden Versuche zu Jordanvirus-resistenten Tomatensorten sowie ein Belichtungsversuch mit FarRed-Licht bei einer Salatkultur. Beide Versuche wurden im neuen Airpot-U®-Stellagen-System durchgeführt, welches in diesem Zusammenhang auch detailliert vorgestellt wurde.

Sebastian Weinheimer vom Lehr- und Versuchsbetrieb Queckbrunner Hof in Schifferstadt stellte in seinem Vortrag ausgewählte Freilandversuche zu unterschiedlichen Düngevarianten bei rotem Eichblattsalat und Mini Pak Choi für den Frühjahrsanbau vor.

Über typische Fallstricke im Arbeitsrecht des Gemüsebaus referierte Martin Herrmann, Rechtsreferent im GVBWH. Er verdeutlichte anhand praxisnaher Beispiele aus den Bereichen befristete Arbeitsverträge, Sozialversicherungsstatus und Arbeitszeitregelungen die relevanten Herausforderungen für Betriebe.

Invasive Schaderreger und Neuerungen im Pflanzenschutzrecht

Gruppenfoto von vier Referenten beim Hessischen Gemüsebautag 2026 in Gernsheim, zwei davon präsentieren eine Tomatenpflanze.
Auf dem Hessischen Gemüsebautag 2026 in Gernsheim: (v.l.n.r.) Christian Fetzer (Beratungsteam Gartenbau, LLH), Michael Lenz (Hessischer Pflanzenschutzdienst), Jonas Schulze (Beratungsteam Pflanzenbau, LLH) und Stefan Nauheimer (Beratungsteam Gartenbau, LLH)

Mit Beginn der Pflanzenschutzsachkunde-Fortbildung gab es einen thematischen Wechsel. Alexander Grüner vom Hessischen Pflanzenschutzdienst berichtete etwa über das Erstauftreten des Japankäfers in Hessen im vergangenen Jahr. Zudem erläuterte der Referent die dadurch in Kraft getretene Allgemeinverfügung und den Aktionsplan zur Verhinderung der Ansiedlung und Ausbreitung des prioritären Quarantäneschädlings.

Die seit dem 1. Januar 2026 geltenden Änderungen bei der Pflicht zur Dokumentation von Pflanzenschutzmaßnahmen wurden von Christian Fetzer aus dem LLH-Beratungsteam Gartenbau ausführlich erläutert. Darüber hinaus ging er auf die elektronische, maschinenlesbare Dokumentation der Maßnahmen ein. Diese ist zwar erst ab dem 1. Januar 2027 verpflichtend; den Betrieben wird jedoch dringend empfohlen, sich bereits im Laufe dieses Jahres mit der praktischen Umsetzung auseinanderzusetzen.

Ackerbau: Unkrautregulierung und Schädlingsmonitoring

Im dritten Teil der Veranstaltung lag der thematische Schwerpunkt auf Fragestellungen zum Ackerbau. Den Anfang machte Daniel Rüde aus dem LLH-Beratungsteam Pflanzenbau mit einem Impulsvortrag zum Thema mechanische Unkrautregulierung. Dabei wurden sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen beim Einsatz verschiedener Gerätschaften realistisch eingeordnet.

Im Beitrag von Dr. Dominik Dicke, Hessischer Pflanzenschutzdienst, wurden aktuelle Strategien zum Schutz des Winterraps vor tierischen und pilzlichen Schaderregern sowie zur Unkrautregulierung beleuchtet. Gerade für den Bekämpfungserfolg des gefleckten Kohltriebrüsslers und des großen Rapsstängelrüsslers ist ein rechtzeitiges Monitoring mit Gelbschalen auf den eigenen Flächen von entscheidender Bedeutung.

Zum Abschluss informierte Michael Lenz vom Hessischen Pflanzenschutzdienst über den aktuellen Wissensstand zur Schilf-Glasflügelzikade. Nach einer kurzen Vorstellung des Schädlings präsentierte er die Ergebnisse des Monitorings von 2025 in Zuckerrüben und Kartoffeln in ganz Hessen. Weiterhin erläuterte er die Einteilung des Landes in Hotspot-, Übergangs- und Grenzregionen, die 2025 für die Aufrufe zur chemischen Bekämpfung der Schilf-Glasflügelzikade relevant waren.

Kontakte
>> Alle Kontakte anzeigen
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.