Herbstzeitlose – im Spätsommer das Vorkommen auf Grünland ermitteln

In den Monaten August bis September blüht die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) auf eher extensiv genutzten Grünlandflächen. Sowohl bei Schnitt- als auch bei Weidenutzung verdient diese Pflanze besondere Beachtung:
Giftigkeit
- Die Blüten enthalten einen besonders hohen Anteil an Alkaloiden (ca. 1,2–2,0 %), vor allem Colchizin.
- Bereits eine Dosis von etwa 1 mg Colchizin pro kg Körpergewicht kann für Tiere tödlich sein.
- Weder Trocknen noch Silieren reduziert die Toxizität der Pflanze.
- Deshalb dürfen keine Pflanzenteile der Herbstzeitlosen ins Futter gelangen.
- Aufgrund der enthaltenen Giftstoffe sollte außerdem Hautkontakt vermieden werden.
Botanische Besonderheiten

Die Herbstzeitlose ist eine außergewöhnliche Pflanze, da sie – im Gegensatz zu den meisten Blütenpflanzen – bereits im Spätsommer bzw. Herbst blüht.
- Der Blütezeitraum liegt im Spätsommer bzw. im Herbst, die Samenkapseln erscheinen im Frühjahr/Sommer innerhalb der Blätter.
- Die lilafarbenen Blüten erscheinen ohne Blätter und werden vor allem durch Bienen und Hummeln bestäubt.
- Nach der Bestäubung wächst der Pollenschlauch bis zum Fruchtknoten, der geschützt in etwa 15 cm Tiefe an der Knolle im Boden liegt.
- Nach der Blüte zieht sich die Pflanze in den Boden zurück und überdauert den Winter als Sprossknolle.
- Im folgenden Frühjahr erscheinen ab etwa Ende März bis Mitte April die tulpenähnlichen Blätter und die Samenkapseln (Frucht).
Bekämpfung
Wichtig: Derzeit ist die Herbtzeitlose aufgrund der Blüte gut ausfindig zu machen. Insofern bietet es sich an, intensive Kontrollen durchzuführen und die betroffenen Schläge bzw. Teilflächen zu vermerken. So können die betroffenen Flächen im kommenden Frühjahr gezielt bearbeitet werden:
Der günstigste Zeitpunkt für eine Bekämpfung ist gegeben, wenn Blätter und Samenkapseln erscheinen (ca. Ende März bis Mitte April, s.o.). Zu diesem Zeitpunkt sind die Energiereserven der Knolle auf ihrem Tiefpunkt. Dadurch ist eine Bekämpfung, beispielsweise durch Mulchschnitt, Ausstechen oder Ausreißen (mit Handschuhen!) besonders effektiv, weil die Pflanzen gut ausgehungert bzw. entfernt werden.
Handelt es sich um Flächen mit Bewirtschaftungsauflagen (z.B. Naturschutz, HALM 2 …), so muss unbedingt vor dem Mulchen Rücksprache mit den zuständigen Behörden (Naturschutz, Landwirtschaft) aufgenommen werden.
Der Einsatz von Herbiziden, sofern zulässig, verspricht allenfalls eine Teilwirkung, wobei eine entsprechende Maßnahme auch im Frühjahr auf den Blattapparat erfolgen sollte (z.B. U46 M-Fluid, U46 D-Fluid).
Insgesamt wichtig ist, die Grasnarbe möglichst geschlossen zu halten.
Genauere Informationen hierzu: https://llh.hessen.de/pflanze/gruenland/herbstzeitlose/
Dieser Beitrag stammt aus der Beratungs-Info Grünland und Futterbau Hessen. Sie haben Interesse an einem Abonnement?
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