LeguNet zeigte Vielfalt und Perspektiven von Körnerleguminosen auf den DLG-Feldtagen 2026

Das Leguminosennetzwerk (LeguNet) präsentierte sich vom 16. bis 18. Juni 2026 erneut auf den DLG-Feldtagen. Gemeinsam mit der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) und Proteinmarkt.de informierte das Netzwerk an einem Gemeinschaftsstand mit Demonstrationsflächen, Führungen und Fachgesprächen über das breite Spektrum der Körnerleguminosen.
Schauparzellen stießen auf großes Interesse
Gezeigt wurden Sommer- und Winterformen der Erbse in Reinsaat und Gemenge, Sommer- und Winterackerbohnen, weiße und blaue Lupinen sowie verschiedene Sojasorten. Die Parzellen veranschaulichten das breite Sortenspektrum sowie unterschiedliche Wuchstypen und Reifestufen innerhalb der Kulturen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich gezielt über Anbau und Verwertung von Körnerleguminosen zu informieren.
Fachführung zum Anbau von Hülsenfrüchten

Täglich fand am Stand ein Pop-up-Talk zu Standortwahl und Anbauhinweisen bei Körnerleguminosen statt. Thematisiert wurden unter anderem die Standortansprüche verschiedener Leguminosenarten sowie Chancen und Risiken von Winterleguminosen. Außerdem ging es um Herausforderungen durch Witterung, Beikrautdruck, Schädlinge und Krankheiten sowie mögliche Lösungsansätze für die Praxis.
Besonders deutlich zeigte sich die Bedeutung der Standortwahl an den Lupinen-Parzellen, die sichtbar unter zu hohen Kalkgehalten im Boden litten. Die übrigen Kulturen, insbesondere Sommer- und Winterformen von Erbsen und Ackerbohnen, präsentierten sich dagegen in sehr gutem Zustand. Große Aufmerksamkeit erhielten die Winterackerbohnen mit bis zu 30 Hülsen pro Pflanze.
Auch zum Gemengeanbau bestand großes Interesse. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Saatstärke, zur synchronen Abreife der Gemengepartner, zur Beikrautregulierung sowie zu den pflanzenbaulichen Vorteilen des Verfahrens. Das Thema soll im Herbst im Rahmen einer Fortbildung des LeguNet erneut aufgegriffen werden.
Ölmühlen-Talk zu Anbau und Vermarktung von Soja

Am 17. Juni informierte ein Ölmühlen-Talk am Gemeinschaftsstand über den heimischen Sojaanbau, Vermarktungsmöglichkeiten über Ölmühlen sowie aktuelle politische Rahmenbedingungen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Thomas Schmidt, Referent Futtermittel und Koordinator von Proteinmarkt.de beim Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID). Gesprächspartner waren Martin Miersch vom Deutschen Sojaförderring e.V. sowie Hans-Tillman Bublitz und Henrik von Stromberg von Archer Daniels Midland (ADM).
Öl- und Proteinpflanzen-Strategie 2030
Zu Beginn wurde die Öl- und Proteinpflanzen-Strategie 2030 von OVID und UFOP vorgestellt. Ziel ist es, die Verarbeitung heimischer Öl- und Proteinpflanzen langfristig zu sichern. Zu den zentralen Forderungen gehören die Ausweitung des Anbaus von Ölpflanzen und Leguminosen auf jeweils zehn Prozent der Ackerfläche sowie die Erhöhung des Selbstversorgungsgrades bei Proteinfuttermitteln von 30 auf 50 Prozent. Zudem sprechen sich die Verbände gegen die High-iLUC-Einstufung von Soja aus, da ein Ausschluss von Sojaöl aus dem europäischen Biokraftstoffmarkt die Wertschöpfungskette und damit die Attraktivität des Sojaanbaus gefährden könnte.
Chancen und Herausforderungen im Sojaanbau
Martin Miersch erläuterte, dass rund 65 Prozent der deutschen Ackerfläche grundsätzlich für den Sojaanbau geeignet seien, während bislang lediglich etwa vier Prozent des Bedarfs durch heimische Produktion gedeckt würden. Die Herausforderungen lägen aus seiner Sicht weniger im Anbau selbst als vielmehr in widersprüchlichen politischen Rahmenbedingungen.
Zugleich hob er die Vorteile der Soja in der Fruchtfolge hervor. Angesichts zunehmender Probleme wie Pflanzenschutzdruck im Raps, Zikadenbefall in Zuckerrüben oder Ackerfuchsschwanz in getreidebetonten Fruchtfolgen könne Soja zur Auflockerung beitragen. Fortschritte in der Züchtung hätten zudem dazu geführt, dass heute für unterschiedliche Regionen passende Reifegruppen und leistungsfähige Sorten zur Verfügung stünden. Regelmäßige Erträge von 40 bis 50 dt/ha seien möglich, der Durchschnitt liege bei etwa 30 dt/ha.
Für einen erfolgreichen Anbau seien insbesondere eine angepasste Sortenwahl sowie eine präzise Saatbettbereitung entscheidend, um einen gleichmäßigen Feldaufgang und eine einheitliche Abreife zu gewährleisten. Vorteile gebe es zudem bei der mechanischen Beikrautregulierung, da Soja im Keimblattstadium kurzzeitig überschüttet werden könne. Aufgrund der tiefsitzenden Hülsen sei zur Ernte ein Flex-Schneidwerk empfehlenswert.
ADM erläutert Vermarktungswege
Hans-Tillman Bublitz stellte ADM als international tätiges Unternehmen mit Schwerpunkt auf Handel und Verarbeitung von Agrarrohstoffen vor. Seit zehn Jahren verarbeitet ADM EU-Soja in Straubing; vor zwei Jahren wurde zudem das Werk in Mainz für die Verarbeitung von EU-Non-GMO-Soja umgebaut.
Henrik von Stromberg erläuterte die Erfassungs- und Logistikstruktur des Unternehmens. Die Ware werde über den Standort Rothensee erfasst und bei Bedarf in Magdeburg aufbereitet oder getrocknet, bevor sie nach Straubing oder Mainz transportiert werde. ADM sei kontinuierlich am Markt aktiv und jederzeit aufnahmefähig. Die Anforderungen an die Qualität entsprächen den üblichen Standards mit mindestens 14 Prozent Protein und maximal 13 Prozent Feuchtigkeit.
Mit Blick auf eine mögliche Umsetzung der High-iLUC-Einstufung erklärte Bublitz, dass der Biokraftstoffsektor zwar ein wichtiger Absatzmarkt sei, ADM jedoch auch über alternative Vermarktungswege verfüge und weiterhin deutsche Sojabohnen einkaufen würde.
Fazit
Der Auftritt des LeguNet auf den DLG-Feldtagen gemeinsam mit UFOP und Proteinmarkt.de machte deutlich, dass bei vielen landwirtschaftlichen Betrieben ein großes Interesse am Anbau von Körnerleguminosen besteht. Entscheidend für den weiteren Ausbau bleiben jedoch verlässliche und zukunftsfähige Absatzmärkte. Das LeguNet leistet damit weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Stärkung heimischer Wertschöpfungsketten und zur Verbesserung des Selbstversorgungsgrades mit Hülsenfrüchten in Deutschland.










