Ergebnisse der LSV Sommergerste 2025

Durchschnittliche Erträge trotz fehlendem Niederschlag im Frühjahr

Das Jahr 2025 begann mit überdurchschnittlichen Niederschlägen im Januar, denen Defizite in den Frühjahrsmonaten folgten. Die ausreichende Sättigung der Feldkapazität glich diese defizitäre Situation aus, führte jedoch mancherorts zu erschwerten Aussaatbedingungen bei den Sommerungen. Insbesondere die Etablierung von Sommergerste, die empfindlich auf nasse Saatbedingungen reagiert, gestaltete sich bei schweren Böden schwierig. Meist konnten durch eine gute Bodengare die erforderlichen Bedingungen geschaffen und durch eine wassersparende Bodenbearbeitung ein zeitiger Feldaufgang sichergestellt werden. Der folgende Bericht soll die Ergebnisse der Landessortenversuche Hessen und die Auswirkungen der Umweltbedingungen im Jahr 2025 auf die Sommergerste aufzeigen.

Sinkende Anbaufläche trotz erweiterten Saatzeitraums

Im Jahr 2025 nahm Sommergerste mit einer Anbaufläche von 15.500 Hektar etwa 20 Prozent des hessischen Gerstenanbaus ein. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Anbaufläche von Sommergerste in Hessen halbiert. Der Ertrag von Sommergerste ist seit den 1950er Jahren bis etwa zum Beginn des Jahrtausends kontinuierlich durch anhaltenden züchterischen Fortschritt gestiegen. In den letzten 25 Jahren wurde diese Entwicklung jedoch durch stärkere Umwelteinflüsse sowie eine reduzierte Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Düngern gebremst, sodass die Ertragssteigerung geringer ausfiel. Die Kultur bleibt für Betriebe aufgrund der Fruchtfolgeerweiterung und der ökonomischen Attraktivität interessant. Letzteres galt im Jahr 2025 aufgrund der angespannten Marktlage jedoch nicht. Zur Ernte wurden Preise um 200 € je Tonne gezahlt; spätere Lieferungen wurden und werden nicht mit höheren Preisen entlohnt.

Die in den letzten Jahren vermehrt praktizierte Herbstaussaat von Sommergerstensorten, insbesondere in den wärmeren Lagen, und die zu erwartenden höheren Erträge mussten häufig durch eine intensivere Bestandesführung gesichert werden. Die ohnehin angespannte Situation mit Ungräsern in den Ackerbauregionen wird durch die geringe Auswahl an selektiven Herbiziden für Sommergerste zusätzlich verschlechtert. Aus diesem Grund ist die Herbstaussaat von Sommergerstensorten hinsichtlich der Gräserbekämpfung kritisch zu bewerten. Ein weiteres häufig diskutiertes Thema ist die höhere Auswinterungsgefahr bei Herbstaussaaten von Sommergerste im direkten Vergleich zu Wintergerste. Zwar reduzieren sortenspezifische Unterschiede die Gefahr, sie zeigen jedoch nicht die gleiche Winterhärte wie Wintergerstensorten. Trotzdem müssen Betriebsleiter ertrags- und qualitätsoptimierende Maßnahmen in Betracht ziehen, um einen auskömmlichen Braugerstenanbau zu realisieren. Die Ergebnisse der Länderdienststellen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zeigten einen Mehrertrag von bis zu 14 dt/ha durch eine Herbstaussaat, der sich auch im Vollgerstenertrag widerspiegelte. Die Ertragssteigerung wird durch ein besseres Ausnutzen der Winterfeuchte sowie eine längere Vegetationszeit der Kultur erklärt. Zusätzlich können durch die frühere Reife Arbeitsspitzen während der Ernte reduziert werden. Der Mehrertrag und die höheren Verkaufspreise von Sommerbraugerste machen die Herbstaussaat insbesondere an Standorten mit geringem Resistenzaufkommen bei Ungräsern und mildem Klima interessant. Aus pflanzenbaulicher Sicht sollte der Fruchtfolgeeffekt von Sommerungen dennoch nicht unberücksichtigt bleiben.

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