Ergebnisse der LSV Sommerhafer 2025

Haferanbau wieder ausgedehnt – Erträge auf einem mittleren Niveau

Nachdem die Hafererträge im Jahr 2023 enttäuschend ausfielen, wurde in 2024 und 2025 landesweit wieder ein mittleres Ertragsniveau erreicht (siehe Abbildung 1). Für Höchsterträge reichten die Niederschläge in 2025 vermutlich nicht aus und Frühjahr/Frühsommer waren zu warm. Aufgrund seines höheren Wasserbedarfs kann Hafer sein Ertragspotenzial eher in kühl-feuchten Jahren ausschöpfen. Die Kornqualitäten hingegen waren in 2025 deutlich besser als im Vorjahr.

Die hessische Haferanbaufläche wurde im Vergleich zum Vorjahr um 14 % auf 9.366 Hektar ausgedehnt, während die Sommergerstenfläche in Hessen nahezu unverändert blieb und der Sommerweizenanbau um 18 % reduziert wurde. Auch bundesweit ist Hafer das einzige Sommergetreide, das einen Anbauzuwachs verzeichnet hat – mit einem Plus von fast 18 %.

Damit ist die Erntemenge in 2025 deutlich angestiegen auf rund 938.000 t (Statist. Bundesamt 2025). Diese Entwicklung wird von den heimischen Schälmühlen sehr begrüßt und ist u.a. auf die in 2019 gestartete Haferanbau-Initiative der Schälmühlen des Verbands der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) zurückzuführen. Die stetig steigende Nachfrage nach Haferprodukten wie Haferflocken und Haferdrinks hat die deutschen Schälmühlen dazu veranlasst, zunehmend auf regionalen Anbau zu setzen. Das Ziel der Initiative besteht somit darin, den Anbau von Qualitätshafer zu fördern, um den steigenden Haferbedarf deutscher Mühlen aus heimischer Produktion decken und die Importabhängigkeit reduzieren zu können. Die Verarbeitungsmenge lag 2024 bei fast 700.000 Tonnen, was einer Steigerung von 140 % gegenüber 2008 entspricht.

Nach wie vor wird jedoch ein erheblicher Anteil des in Deutschland verarbeiteten Hafers importiert. Ein Grund dafür ist, dass Schälmühlen meist größere, einheitliche und qualitativ hochwertige Partien bevorzugen. In Hessen gibt es kaum noch Verarbeiter von Qualitätshafer, sodass lange Transportwege den Anbau von Schälhafer weniger attraktiv machen. Ein weiteres Problem sind schwankende Haferqualitäten. Eine verspätete Aussaat aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen oder Bewirtschaftungsauflagen – wie der verpflichtende Zwischenfruchtanbau in roten Gebieten – sowie Trockenheit und Hitze beeinträchtigen nicht nur den Ertrag, sondern auch die Qualität.

Der Anbau von Hafer ist also mit einigen Herausforderungen verbunden, bietet jedoch auch einige pflanzenbauliche Chancen. Für den Anbau spricht, dass er die vielerorts zu engen, winterungslastigen Fruchtfolgen erweitert und zur Minderung der Selektion von Problemungräsern/-kräutern beiträgt. Hafer kann mit geringem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln angebaut werden und reduziert als „Gesundungsfrucht“ das Auftreten von Fußkrankheiten in Weizen und Gerste. Darüber hinaus hinterlässt er eine gute Bodenstruktur und entlastet aufgrund seines relativ geringen N-Bedarfs betriebliche N-Bilanzen. Unter günstigen Bedingungen kann Hafer auch bei geringem Produktionsmittelaufwand gute Erträge erzielen, wie die Ergebnisse der Landessortenversuche (LSV) belegen. Im Mittel über 25 Jahre liegen diese um rund 17 dt/ha höher als in der Praxis. Die aktuelle Marktpreissituation für Getreide ist zwar aktuell insgesamt unbefriedigend – mit Verkaufspreisen von 141 bis 155 Euro pro Tonne (Stand KW51/2025) liegt Qualitätshafer jedoch nur 10 bis 15 Euro unter den Erlösen von B-Weizen, der oft deutlich intensiver geführt werden muss.

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