Physiologische Blattflecken im Getreide nicht mit Blattkrankheiten verwechseln

In vielen Getreidebeständen treten in Hessen derzeit vermehrt Blattflecken auf, die nicht durch Pilzkrankheiten verursacht werden. Es handelt sich um sogenannte physiologische Blattflecken – also Reaktionen der Pflanzen auf Stress. Auslöser sind vor allem intensive Sonneneinstrahlung, Trockenheit, starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sowie Nährstoffungleichgewichte. Eine sorgfältige Diagnose ist daher entscheidend, um unnötige Fungizidmaßnahmen zu vermeiden. Folgende Hinweise können helfen zu unterscheiden:

Hinweise auf physiologische Blattflecken (PLS = Physiological Leaf Spots):

  • unregelmäßige Verteilung im Bestand (keine typischen Befallsnester)
  • stärker auf sonnenexponierten Blattseiten
  • oft plötzliches Auftreten nach Stressphasen
  • keine Sporenlager, kein Pilzrasen erkennbar (Lupe!)
  • mehrere Blattetagen gleichzeitig betroffen
  • keine typische Ausbreitungsdynamik wie bei Infektionen

Hinweise gegen PLS (→ eher Pilzkrankheit):

  • gleichmäßige Ausbreitung von unten nach oben
  • klare Befallsherde / Infektionszentren
  • sichtbare Pilzstrukturen (Pyknidien, Sporen etc.)
  • fortschreitender Befall bei feuchter Witterung

Für weitere Fragen wenden Sie sich gerne an die LLH-Pflanzenbauberatungskraft in Ihrer Region.

Weitere Informationen zu möglichen Blattkrankheiten im Getreide und entsprechender Behandlungsempfehlungen finden Sie in den Beratungsinfos Pflanzenproduktion Nord/Süd. Anmeldung zur Beratungsinfo: Info-Mails & Newsletter – Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

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