Olive, Palme und Co. – Schaderreger an südländischen Gehölzen

Die Klimaerwärmung begünstigt zunehmend die Auspflanzung mediterraner Gehölze wie Oliven, Steineichen und Mittelmeer-Zypressen in unseren Gärten, vielfach ohne zusätzlichen Winterschutz. Mit ihnen treten Schaderreger auf, die vielfach (noch) wenig bekannt sind und / oder teilweise eingeschleppt wurden. Der Beitrag stellt häufige Schaderreger an wärmeliebenden Gehölzen vor.

Gehölze der Winterhärtezonen 7b, 8a und 8b

Die Winter werden milder, Barfrosttage, d.h. Tage mit Frost in Erdbodennähe ohne schützende Schneedecke auf den Pflanzen und dem Boden, sind deutlich seltener geworden. Dies schlägt sich auch in einer Neueinteilung der sogenanten Winterhärtezonen nieder. Winterhärtezonen beschreiben Temperaturbereiche, in denen die zugordneten Pflanzen eine 80-prozentige Überlebenswahrscheinlichtkeit haben. Im Vergleich zur Referenzperiode 1951-1980 haben sich die Winterhärtezonen der Referenzperiode 1990-2020 um eine Halbzone (entspricht etwa 2,5 Grad) verändert.

Informationen zur Neueinteilung der Winterhärtezonen.

Die Tabelle zeigt Beispiele von Gehölzen aus milderen Herkunfsregionen und deren Zuordnung zu den Winterhärtezonen 7b, 8a und 8b. Die Winterhärtezone 8a erstreckt sich in Hessen vom Hessischen Ried und der Bergstraße über das Rhein-Main-Gebiet bis zu Teilen der Wetterau. In windgeschützen Gärten können häufig auch Gehölze der Winterhärtezone 7b überleben.

Tabelle mit Beispielen für Gehölze der Winterhärtezonen 7b, 8a und 8b

Herkunft mediterraner Gehölze

anna.kaiser@llh.hessen.de
Pflanzenpassetikett auf dem Topf einer Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)
A: Botanischer Name, B: Registriernummer des Produktions-/Handelsbetriebs,
C: Rückverfolgbarkeitscode, D: Herkunftsland (Italien)


Die Anzucht mediterraner Gehölze ist in unseren Breitengraden sehr langwierig. Deshalb werden sie überwiegend aus Spanien und Italien, wo sie deutlich schneller wachsen, importiert.

Beim Pflanzenimport besteht die Gefahr der Einschleppung von Schaderregern, die bei uns noch nicht heimisch sind. Daher sind aus dem EU-Ausland importierte Gehölze mit einem Pflanzenpass versehen. Dieser soll garantieren, dass diese Pflanzen frei von Quarantäneschaderregern sind. Anhand einer Registriernummer und eines Rückverfolgbarkeitscodes lässt sich, für den Fall eines Quarantäneschaderregerbefalls, die Herkunft zurückverfolgen.

Es hat sich gezeigt, dass viele aus dem Süden importierte Gehölze mit Schaderregern, die zwar keinen Quarantänestatus haben, mitunter aber sehr schwer bekämpfbar sind, behaftet sind. Deshalb sollten diese Pflanzen, bevor sie ausgepflanzt werden, gründlich auf Krankheits- und Schädlingsbefall kontrolliert werden.

Hinzukommt, dass mit zunehmend milderem Klima Schaderreger aus wärmeren Gefilden langjährig bei uns überdauern können. Nachfolgend sind für einige Gehölzarten potentielle Schaderreger aufgeführt, die zum Teil bereits bei uns angekommen sind.

Wärmeliebende Gehölze und deren potentielle Schaderreger

Häufig sind ungünstige Standortbedingungen die eigentliche Ursache für einen Schaderregerbefall. Zu jeder Gehölzart sind deshalb deren Bodenansprüchen aufgeführt.

Oliven

Bodenansprüche:

  • gut drainierter Boden, tiefgründig, kalkhaltig, eher nährstoffarm

Weitere beschriebene Schaderreger an Oliven:

  • Xylella fastidiosa (Feuerbakterium): meldepflichtiger Quarantäneschaderreger, der in Südeuropa zu massiven Schäden im Olivenanbau geführt hat.
    https://www.julius-kuehn.de/media/Veroeffentlichungen/Flyer/Xylella.pdf
  • Olivenkrebs (Pseudomonas-Bakterien): verursacht Wucherungen an Zweigen.
  • Phytophthora: sieben verschiedene Arten beschrieben, bodenbürtige Pilzerkrankung (Stammgrundfäule), die bei Staunässe und Bodenverdichtung auftritt. Keine Bekämpfungsmöglichkeit.
  • Verticillium dahliae: Bodenbürtige Pilzerkrankung, die zum Absterben einzelner Triebe, später des ganzen Gehölzes führt. Überdauerung über viele Jahre im Boden mit Mikrosklerotien. Keine Bekämpfungsmöglichkeit.
  • Schildläuse
  • Olivenmotte
Steineiche und Korkeiche

Quercus ilex und Quercus suber

Bodenansprüche (Steineiche):

  • trocken, schwach sauer bis alkalisch, tiefgründig, nahrhaft
  • Soll streusalzverträglich sein.

Bodenansprüche (Korkeiche):

  • trocken, anspruchslos, tiefgründig, nicht zu kalkhaltig

Weitere beschriebene Schaderreger an Stein- und Korkeiche:

  • Phytophtora cinnamomi, Phytophthora quercina und weitere Arten
    Infektion bei Bodenverdichtung und Staunässe. Keine Bekämpfungsmöglichkeit.
  • Hallimasch: Holzzersetzender bodenbürtiger Pilz, Befall vorgeschwächter Pflanzen, unterschiedlich aggressive Stämme vorhanden. Keine Bekämpfungsmöglichkeit.
  • Eichensterben (Komplexkrankheit): Als Ursache wird Klimastress vermutet.
  • Echter Mehltau
  • Schmetterlings-, Wickler-, Spinner-, Schwammspinnerraupen
  • Eichenprozessionsspinner: Man findet widersprüchliche Angaben zum möglichen Auftreten an Stein-/ Korkeiche.
  • Blattminierer
  • Borkenkäfer / Bockkäfer
  • Schildläuse

Weitere beschriebene Schaderreger an Korkeiche:

  • Diplodia corticula, Triebsterben.
  • Biscognauxia mediterranea, Triebsterben.
  • Blattfleckenpilze wie Discula quercina, Cystendendron dryophilum, Lembosia quercina, Dendrophoma myriadea
  • Rost(Uredo quercus)

Echte Feige

Ficus carica

Bodenansprüche:

  • durchlässige Böden, pH-Wert 7-8
  • Zur besseren Abhärtung der Triebe gegenüber Frost wird eine P-/K-betonte Düngung bis spätestens Juni empfohlen.

Weitere beschriebene Schaderreger an Feige:

  • Phytophthora-Stammgrundfäule: Infektion bei Bodenverdichtung und Staunässe. Keine Bekämpfungsmöglichkeit
  • Feigenrost
  • Blattfleckenpilze
  • Bakterielle Blattflecken
  • Blattläuse
  • Schildläuse
  • Blattflöhe (Homotoma ficus): Monophag. 1 Generation/Jahr, Überwinterung als Ei. Natürliche Gegenspieler Orius minutus (Blumenwanze) und Malacocoris chlorizans (Weichwanze).
    Siehe: https://www.insects.ch/art/homotoma-ficus
  • Zikaden
  • Thripse
  • Kirschessigfliege: Befall der Früchte. Vorbeugend die Früchte mit Organza-Beuteln schützen.
  • Schwarze Feigenfliege
  • Stare
Palmen

Bodenansprüche:

  • lockerer, durchlässiger, nahrhafter Boden, pH-Wert 5,5-7,5
  • bei schweren Böden Drainage ratsam

Weitere beschriebene Schaderreger an Palmen:

Wintergrüne Ölweiden

Eleagnus x ebbingei / E. pungens

Bodenansprüche:

  • Lehm- oder Sandboden, eher nährstoffarm

Blattsauger: Adulte sind flugfähig und springen mittels starker Hinterbeine sehr schnell weg. Die Nymphen saugen auf der Blattunterseite und scheiden sehr viel Honigtau aus. Der Befall wird oft spät entdeckt, dadurch kann es zur Massenvermehrung kommen. Vermutlich gibt es mehrere Generationen im Jahr. https://pflanzengesundheit.julius-kuehn.de/dokumente/upload/Cacopsylla-fulguralis_exprPRA.pdf

Weitere beschriebene Schaderreger an Wintergrünen Ölweiden:

  • Verticillium dahliae: Bodenbürtige Pilzerkrankung, die zum Absterben einzelner Triebe, später des ganzen Gehölzes führt. Überdauerung über viele Jahre im Boden mit Mikrosklerotien. Keine Bekämpfungsmöglichkeit.
  • Blattfleckenpilze (Cercospora, Septoria)
  • Spinnmilben
  • Schildläuse
  • Weiße Fliege

Mittelmeerzypressen

Cupressus sempervirens

Bodenansprüche:

  • gut drainierter Boden

Viele Schaderreger, die an Lebensbaum (Thuja) und Scheinzypresse (Chamaecyparis) vorkommen, können auch Mittelmeer-Zypressen befallen.

Weitere beschriebene Schaderreger an Mittelmeer-Zypressen:

  • Phytophthora cinnamomi: Bodenbürtige Pilzerkrankung (Stammgrundfäule), die bei Staunässe und Bodenverdichtung auftritt. Keine Bekämpfungsmöglichkeit. Weitere Wirtspflanzen sind verschiedene Moorbeetpflanzen.
  • Zweigsterben (verschiedene Pilzkrankheiten):
    • Botryosphaeria / Diplodia: Einzelne Triebe sterben ab. Bislang als Schwächeparasit eingestuft. Infiziert werden vorgeschwächte Pflanzen. Infizierte Äste sollte zurückgeschnitten werden.

    • Phomopsis: Einzelne Triebe sterben ab. Bislang als Schwächeparasit eingestuft. Infiziert werden vorgeschwächte Pflanzen. Infizierte Äste sollte zurückgeschnitten werden.
    • Gegen die genannten Erreger des Triebsterbens gibt es keine Bekämpfungsmöglichkeit. Durch Hitze, Trockenheit, und hohe Ozonwerte geschwächte Pflanzen werden eher infiziert.
  • Kabatina: Pilzerkrankung. Kürzere Triebe sterben ab. Infektion bei länger anhaltender Blattnässe.
  • Borkenkäfer
  • Wacholderbock: Borken- und Bockkäfer befallen durch Trockenheit vorgeschwächte Pflanzen. Eine Bekämpfung ist nicht möglich. Bei Befall sollten zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung die Pflanzen gerodet werden.
Echter Lorbeer

Laurus nobilis

Bodenansprüche:

  • drainierter, leicht saurer Boden

Weitere beschriebene Schaderreger an Echtem Lorbeer:

  • Phytophthora-Stammgrundfäule: Bodenbürtige Pilzerkrankung (Stammgrundfäule), die bei Staunässe und Bodenverdichtung auftritt. Keine Bekämpfungsmöglichkeit.
  • Australische Wollschildlaus (Icerya purchasi): Polyphager Schädling. Viele sich überlappende Generationen im Jahr. Starke Honigtauausscheidung. Bekämpfung schwierig. Den Sommer über versuchsweise Ausbringung des zu den Nützlingen gehörigen Kardinalmarienkäfers (Rodolia cardinalis).
  • Schildläuse
  • Wollläuse
  • Spinnmilben
  • Dickmaulrüssler: Adulte Rüsselkäfer sind nachtaktiv und fressen an den Blatträndern. Es entsteht ein typischer „Buchtenfraß“. Die Larven leben im Wurzelbereich und fressen an den Wurzeln. Befallene Pflanzen können stark geschädigt werden. Biologische Bekämpfung der Larven im Boden mit Nematoden der Gattung Heterorhabditis bacteriophora oder Heterorhabditis downesi.
  • Mittelmeernelkenwickler: Polyphager Schädling. Die erwachsenen Falter legen Eier an den Pflanzen ab, die daraus schlüpfenden Raupen fressen, in Gespinsten geschützt, an den Blättern. Biologische Bekämpfung der jungen Raupen mit Bacillus thuringiensis ssp. aizawai oder ssp. kurstaki, solange noch keine Gespinste gebildet wurden.

Seidenakazie

Albizia julibrissin

Bodenansprüche:

  • nährstoffärmere, leichte, gut drainierte Böden
  • sehr staunässeempfindlich

Verticillium: Bodenbürtige Pilzerkrankung, die zum Absterben einzelner Triebe, später des ganzen Gehölzes führen kann. Beim Anschneiden der Rinde kann man mitunter braun verfärbte Leitungsbahnen erkennen. Überdauerung viele Jahre im Boden mit Mikrosklerotien. Keine Bekämpfungsmöglichkeit.

Fusarium oxysporum f.sp. perniciosum: Bodenbürtige Pilzerkrankung, die zum Absterben einzelner Triebe, später des ganzen Gehölzes führen kann. Verwechslungsmöglichkeit mit Verticillium. Keine Bekämpfungsmöglichkeit.
https://www.pubs.ext.vt.edu/content/dam/pubs_ext_vt_edu/spes/spes-230/SPES-230.pdf

Seidenakazien gehören zur Familie der Hülsenfrüchte. An den Wurzeln entstehen in Folge einer Symbiose mit Knöllchenbakterien knöllchenartige Wurzelverdickungen. Es handelt sich nicht um einen Schädlingsbefall.

Weitere beschriebene Schaderreger an Seidenbaum:

Immergrüne Magnolie

Magnolia grandiflora

Bodenansprüche:

  • durchlässige, nährstoffreiche, feuchte, kalkarme Böden

Beschriebene Schaderreger an Immergrüner Magnolie:

Junges Exemplar einer Immergrünen Magnolie
Immergrüne Magnolie
  • Phytophthora cinnamomi: Bodenbürtige Pilzerkrankung (Stammgrundfäule), die bei Staunässe und Bodenverdichtung auftritt. Keine Bekämpfungsmöglichkeit. Weitere Wirtspflanzen sind verschiedene Moorbeetpflanzen und Zypressengewächse.
  • Verticillium: Bodenbürtige Pilzerkrankung, die zum Absterben einzelner Triebe, später des ganzen Gehölzes führen kann. Überdauerung viele Jahre im Boden mit Mikrosklerotien. Keine Bekämpfungsmöglichkeit.
  • Rotpustelkrankheit (Nectria cinnabarina): Infektion über Wunden und Rindenrisse nach z.B. Hagel oder Schnittmaßnahmen. Orangefarbene Sporenlager. Bekämpfung durch Rückschnitt.
  • Echter Mehltau
  • Pilzliche Blattflecken
  • Bakterielle Blattflecken
  • Blattläuse
  • Australische Wollschildlaus (Iceria purchasi): Polyphager Schädling. Viele sich überlappende Generationen im Jahr. Starke Honigtauausscheidung. Bekämpfung schwierig. Den Sommer über versuchsweise Ausbringung des zu den Nützlingen gehörigen Kardinalmarienkäfers (Rodolia cardinalis).
  • Schildläuse
  • Spinnmilben
  • Schmetterlingsraupen
Westlicher Erdbeerbaum

Arbutus unedo

Bodenansprüche:

  • kalkarme Böden

Weitere beschriebene Schaderreger an Erdbeerbaum:

  • Phytophthora cinnamomi: Bodenbürtige Pilzerkrankung (Stammgrundfäule), die bei Staunässe und Bodenverdichtung auftritt. Keine Bekämpfungsmöglichkeit. Weitere Wirtspflanzen sind verschiedene Moorbeetpflanzen und Zypressengewächse.
  • Schildläuse
  • Wollläuse
  • Weiße Fliege
  • Mittelmeernelkenwickler

Polyphager Schädling. Die erwachsenen Falter legen Eier an den Pflanzen ab, die daraus schlüpfenden Raupen fressen, in Gespinsten geschützt, an den Blättern. Biologische Bekämpfung der jungen Raupen mit Bacillus thuringiensis ssp. aizawai oder ssp. kurstaki, solange noch keine Gespinste gebildet wurden.

Kreppmyrte
Weißblühende Kreppmyrte (Lagerstroemia indica) im Topf
Weißblühende Kreppmyrte (Lagerstroemia indica) im Topf

Lagerstroemia indica

Bodenansprüche:

  • sommertrockener Standort
  • Winterschutz der Wurzeln mit Mulchschicht

Beschriebene Schaderreger an Kreppmyrte:

  • Echter Mehltau: An alten Lagerstroemia indica-Sorten
  • Kreppmyrtenblattlaus (Sarucallis kahawaluokalani): Viele Generationen/Jahr, Überwinterung als Ei. Bislang noch keine Schlupfwespen als natürliche Gegenspieler in Deutschland bekannt. Als mögliche Gegenspieler werden Marienkäferlarven, Florfliegenlarven und Schwebfliegenlarven genannt.
  • https://edis.ifas.ufl.edu/publication/EP560
  • Flohkäfer (Altica litigata)
  • https://edis.ifas.ufl.edu/publication/EP560
  • Schildläuse (Acanthococcus lagerstroemiae)
Eucalyptus

Bodenansprüche:

  • sandiger bis lehmiger Boden, nährstoffreich, leicht sauer bis sauer

Weitere beschriebene Schaderreger an Eucalyptus:

  • Hallimasch
    Holzzersetzender bodenbürtiger Pilz. Befall vorgeschwächter Pflanzen. Unterschiedlich aggressive Stämme vorhanden. Keine Bekämpfungsmöglichkeit.
  • Phytophthora cinnamomi: Bodenbürtige Pilzerkrankung (Stammgrundfäule), die bei Staunässe und Bodenverdichtung auftritt. Keine Bekämpfungsmöglichkeit. Weitere Wirtspflanzen sind verschiedene Moorbeetpflanzen und Zypressengewächse.
  • Triebsterben durch Pilzerkrankungen wie Botryosphaeria, Nectria, Diaporthe
  • Blattfleckenpilze
  • Eucalyptusblattsauger (Ctenarytaina eucalypti) https://www.gartenbau.sachsen.de/download/Eukalyptusblattsauger_PillnitzerSchnittblumentag2024_ErikKnauf.pdf
  • Blattkäfer
  • Gallwespen
  • Zikaden
  • Blattläuse
  • Weiße Fliege
  • Schildläuse
  • Spinnmilben
  • Schmetterlingsraupen
Japanische Wollmispel

Eriobotrya japonica

Bodenansprüche:

  • staunässeempfindlich
  • mäßig nährstoffreiche, sandig-humose, sandig-lehmige, kalkarme Böden

Weitere beschriebene Schaderreger an Japanischer Wollmispel:

  • Viren, z.B. Tomatenmosaikvirus
  • Feuerbrand: Die Japanische Wollmispel gehört zur Familie der Rosaceae. Wie Apfel, Birne und einige andere Gehölze aus dieser Pflanzenfamilie ist auch dieses Gehölz eine Wirtspflanze des Feuerbrands. Da die Wollmispel erst im November blüht, ist eine Infektion über die Blüte unwahrscheinlich. Möglich sind Triebinfektionen bei feucht-warmer Witterung im Frühjahr und Sommer. Welke Triebe sollten bis 30 cm ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden.
  • Schorf (Fusicladium): Pilzerkrankung, welche die Früchte befallen kann.
  • Apfelwickler
  • San-José-Schildlaus
  • Mittelmeerfruchtfliege: Tritt aktuell sporadisch an Obstkulturen im Rheingau auf.
  • Spinnmilben
  • Blattbräune (Entomosporium mespili). Es handelt sich um einen Blattfleckenpilz. Infektion bei länger anhaltender Feuchtigkeit. Der Pilz infiziert auch die Blätter von Quitten.
Kaki

Diospyros kaki

Bodenansprüche:

  • gut durchlässige, nährstoffreiche, lehmige Böden

Beschriebene Schaderreger an Kaki:

  • Anthracnose: Komplex-Pilzkrankheit
  • Cercospora Blattflecken
  • Echter Mehltau
  • Borkenkäfer (Xylosandrus crassiusculus und Cnestus mutilatus)
  • Holzbohrer (Sannina uroceriformis)
  • Schmetterlinge, z.B. Choristoneura rosaceana
  • Gespinstmotten
  • Rüsselkäfer (Naupactus godmanni)
  • Gallmilben (Aceria diospyri)
  • Blattläuse
  • Wollläuse
  • Schildläuse
  • Blattsauger-Arten
Granatapfel

Punica granatum

Bodenansprüche:

  • fruchtbarer, feuchter, gut durchlässiger Boden
Reife Granatapfelfrucht; im Hintergrund die gelbe Herbstfärbung des Laubes
Reife Granatapfelfrucht; im Hintergrund die gelbe Herbstfärbung des Laubes

Beschriebene Schaderreger an Granatapfel:

  • Botryosphaeria-Triebsterben
  • Anthracnose (Colletotrichum-Arten)
  • Blattfleckenpilz (Pseudocercospora punicae)
  • Fruchtfäuleerreger (Alternaria alternata)
  • Wollläuse (Pseudococcus maritimus)
  • Blattläuse
  • Weiße Fliege (Bemisia argentifolii und Siphoninus phillyreae)
  • Zikaden
  • Wanzen
  • Spinnmilben (Brevipalpus lewisi): sehr wärmeliebend
  • Schmetterlingsraupen(Platynota stultana):polyphag, wärmeliebend.
Pinie bzw. Schirmkiefer

Pinus pinea

Bodenansprüche:

  • tiefgründiger, gut drainierter Kiesboden mit guter Wasserversorgung

Diplodia-Triebsterben: Seit einigen Jahren macht diese ursprünglich als Schwächeparasit eingestufte Pilzerkrankung Kiefern in Mitteleuropa zu schaffen. Triebe sterben ab. Eine Bekämpfung ist nicht möglich. Durch Rückschnitt befallener Triebe wird der Infektionsdruck verringert.
Ursache für die weit verbreitet massiven Infektionen ist scheinbar die Schwächung der Kiefern durch trocken-heiße Sommer.

Weitere Beschriebene Schaderreger an Pinie:

  • Hallimasch
  • Gemeiner Wurzelschwamm (Heterobasidion)
  • Kiefernrindenblasenrost
  • Kieferndrehrost
  • Kiefernnadelrost
  • Zapfenzünsler

Einige bereits in Deutschland an anderen Kiefernarten auftretende Schaderreger können vermutlich auch Pinien befallen.

Für alle genannten Gehölzgattungen zutreffend:

Schwarzer Rußtaupilzbelag auf einem Lorbeerblatt
Schwarzer Rußtaupilzbelag auf einem Lorbeerblatt: Der Echte Lorbeer war mit Lorbeerblattsaugern befallen. Auf deren Honigtauausscheidungen hat sich der Schwärzepilz angesiedelt.

Schwarzer Pilzbelag auf den zuckerhaltigen Honigtauausscheidungen von Blattsaugern, Blattflöhen, Blattläusen, Rinden-/Baumläusen, einigen Schildlausarten und Wollläusen. Der Pilz ist nicht pathogen, stört aber das Erscheinungsbild. Bei sehr starkem Befall wird jedoch die Assimilationsleistung der Blätter verringert. Der Pilz ist nicht bekämpfbar.


 

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