Ergebnisse der LSV Öko-Winterweizen 2026
Große Standortunterschiede
Eine sehr unterschiedliche Niederschlagsverteilung und Stickstoffverfügbarkeit führten an den drei hessischen Öko-Versuchsstandorten zu deutlichen Unterschieden bei Ertrag und Qualität. Die aktuellen Landessortenversuche zeigen, welche Sorten mit den jeweiligen Standortbedingungen gut zurechtkamen.
Unterschiedliche Voraussetzungen für Ertrag und Qualität
Die für die Ertragsbildung relevanten Niederschlagsmengen von März bis Juni unterschieden sich deutlich: Während in Frankenhausen 304 l/m² fielen, waren es in Alsfeld-Liederbach und an der „Weilburger Grenze“ jeweils nur gut 160 l/m². In Frankenhausen waren insbesondere der Mai (123 l/m²) und Juni (91 l/m²) niederschlagsreich.
Auch die Stickstoffverfügbarkeit war sehr unterschiedlich. Obwohl der Weizen in Frankenhausen und Alsfeld nach zweijährigem Kleegras stand, wurden zu Vegetationsbeginn in 0 bis 90 cm Bodentiefe in Frankenhausen 129 kg N/ha, in Alsfeld dagegen nur 17 kg N/ha gemessen. Unterschiedliche Intensitäten und Zeitpunkte des Kleegrasumbruchs können diese Unterschiede zumindest teilweise erklären. An der „Weilburger Grenze“ stand Silomais als Vorfrucht; dort wurden 62 kg N/ha gemessen. Dieser Versuch war infolge hoher Winterniederschläge Ende Februar bis Anfang März zeitweise überflutet.
Unkraut- und Krankheitsdruck
In Alsfeld traten Vogel- und Rauhaarige Wicke verstärkt auf und konkurrierten mit dem Winterweizen um Licht, Nährstoffe und Wasser.
Der Gelbrostbefall war in Frankenhausen deutlich höher als an den beiden anderen Standorten. Mehltau und Septoria-Blattflecken spielten dagegen an keinem der Standorte eine größere Rolle.
Bei mehreren Sorten, darunter Ernestus, SU Tammo, Filius und Montalbano, traten, wie bereits im Vorjahr, erneut physiologische Blattflecken auf. Das Schadbild ähnelte den durch DTR verursachten Blattflecken. Als Ursache kommen vor allem die in diesem Jahr häufigen hohen Tag-Nacht-Temperaturschwankungen und die hohe Strahlungsintensität infrage.
Große Unterschiede bei Ertrag und Qualität
Die Hitzewelle mit Temperaturen über 35 °C ab Mitte Juni hat den bis dahin gut entwickelten Beständen deutlich zugesetzt und wohl auch einiges an Ertrag gekostet. Im Mittel der drei Standorte wurden 49,5 dt/ha erzielt. Damit lag der Ertrag auf dem Niveau von 2024, aber 18 dt/ha unter dem Vorjahreswert.
Die höchsten Erträge wurden an der „Weilburger Grenze“ mit durchschnittlich 54,8 dt/ha erzielt, gefolgt von Frankenhausen mit 51,2 dt/ha und Alsfeld mit 40,9 dt/ha. Trotz der günstigen Wasser- und Stickstoffversorgung konnte in Frankenhausen damit nur ein mittleres Ertragsniveau erreicht werden. Auffällig war dort die sehr geringe Tausendkornmasse von 32,7 g gegenüber 43,1 g in Alsfeld und 41,7 g an der „Weilburger Grenze“. Die Ursache für die schwache Kornfüllung lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Vermutlich führte jedoch der stärkere Gelbrostbefall in Verbindung mit der anschließenden Hitzeperiode zu einer größeren Beeinträchtigung der Korneinlagerung.
Bei den Qualitätsparametern zeigte sich ein gegensätzliches Bild. Der Rohproteingehalt (Mittel der Sorten) lag in Frankenhausen mit 13,7 % deutlich über den Werten in Alsfeld (10,1 %) und an der „Weilburger Grenze“ (9,7 %). Auch die Feuchtklebergehalte waren in Frankenhausen deutlich höher. Die hohen Qualitätswerte sind allerdings vor dem Hintergrund des geringen Ertrags zu sehen.
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