Ergebnisse des LSV Öko-Kartoffel 2025
Kartoffel haben von teils unter 100 Tagen eine relativ kurze Vegetationszeit. Stimmen die Umweltbedingungen während dieser Zeit nicht, führt dies rasch zu Ertrags- und Qualitätseinbußen.
Wie sich die einzelnen Sorten unter den Bedingungen des Jahres 2025 entwickelt haben, erläutert Reinhard Schmidt vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen anhand der Ergebnisse des Landessortenversuchs Öko-Kartoffel.
Trotz guter Kartoffelerträge in den Betrieben befindet sich die Wirtschaftlichkeit des Bio-Kartoffelanbaus derzeit in einer angespannten Lage. In den vergangenen zwei Jahren überstieg die Nachfrage nach Biokartoffeln das Angebot, was zu sehr guten Erzeugerpreisen führte. Diese Situation hat sich im aktuellen Jahr jedoch deutlich verändert. Eine Ausweitung der Anbauflächen, gute Erträge, zum Teil erhöhte Einfuhrmengen aus dem benachbarten Ausland sowie eine rückläufige Nachfrage haben zu einem deutlichen Preisrückgang geführt.
Unter diesen Marktbedingungen werden Übermengen kritischer bewertet, was höhere Abzüge und damit eine geringere Wirtschaftlichkeit zur Folge hat. Umso wichtiger ist unter solchen Voraussetzungen die Produktion von erstklassiger, mangelfreier Ware. Die Sortenversuche helfen dabei, wirtschaftlich interessante und marktfähige Sorten zu identifizieren.
Sorten und Versuchsdurchführung
Im diesjährigen Versuchssortiment wurden insgesamt 16 Speisekartoffelsorten geprüft:
- sechs Sorten aus der sehr frühen bzw. frühen Reifegruppe (RG 1+2)
- zehn Sorten aus der mittelfrühen bis mittelspäten Reifegruppe (RG 3+4).
Das Sortiment wurde mit mehreren anderen Bundesländern abgestimmt, um eine überregionale Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
Neue Sorten werden in der Regel über drei Jahre geprüft und anschließend bewertet. Nach zwei Prüfjahren kann daher nur eine vorläufige Einschätzung erfolgen. Für die überregionale Auswertung werden neue Sorten mit etablierten Verrechnungssorten (VRS) verglichen. Im frühen Sortiment dienen Lea (RG 1+2) und im mittelfrühen Sortiment Simonetta und Emanuelle als Referenz.
Der Versuch wurde auf einem tiefgründigen Lösslehmboden mit etwa 80 Bodenpunkten angelegt. Vorfrucht war Winterweizen, der nach einem zweijährigen Kleegrasbestand angebaut wurde. Nach der Weizenernte im Herbst erfolgte eine mehrmalige Grubberbearbeitung. Am 6. November wurde eine raue Winterfurche angelegt. Im Frühjahr wurde die Fläche erneut mit dem Grubber vorbereitet, und am 9. April erfolgte die Pflanzung in zweireihigen Parzellen mit jeweils 20 Knollen pro Reihe.
Vor dem Pflanzen wurden rund 200 kg K₂O in Form von Kaliumsulfat ausgebracht und eingearbeitet. Weitere Düngungsmaßnahmen fanden nicht statt. Eine Krautfäulebehandlung wurde im Rahmen des ökologischen Anbaus nicht durchgeführt.
Vegetationsverlauf
Das Frühjahr war ausgesprochen trocken, wodurch sehr frühe Pflanztermine möglich waren – so auch im Versuch. Die Pflanzung am 9. April konnte unter guten Bedingungen erfolgen. Niedrige Temperaturen in der zweiten Aprilhälfte verzögerten jedoch ein rasches Auflaufen, sodass die gut vorgekeimten Sorten erst nach etwa vier Wochen aufliefen.
Die Jugendentwicklung verlief zunächst zögerlich, da die Dämme stark ausgetrocknet waren. Die trockene Witterung im Mai konnte jedoch gut für die mechanische Beikrautregulierung und den Dammaufbau genutzt werden. Ab Ende Mai bis Anfang Juni fielen am Versuchsstandort der Domäne Frankenhausen rund 120 l/m² Niederschlag, was das Pflanzenwachstum deutlich förderte.
Die zweite Junihälfte und die erste Juliwoche waren dagegen von sehr hohen Temperaturen geprägt. Die Tageshöchstwerte lagen häufig um 30 °C und erreichten am 2. Juli bis zu 37 °C. In dieser Zeit kam das Pflanzenwachstum weitgehend zum Stillstand. Besonders die frühen Sorten Melissa und Filipa litten stark unter der Hitze und stellten frühzeitig auf Abreife um. Bei beiden Sorten starb das Kraut bereits Mitte Juli ab.
Unbeeindruckt von der Hitze zeigte sich dagegen die sehr frühe Sorte Mikado.
Wie schon in den Vorjahren war auch in diesem Sommer eine zweimalige Behandlung gegen Kartoffelkäfer erforderlich. Diese erfolgte am 16. Juni und am 1. Juli jeweils mit Novodor (5 l/ha). Trotz der hohen Temperaturen während der Applikation wurde eine gute Wirkung erzielt
Ertrags- und Qualitätsentwicklung bei den sehr frühen/frühen Sorten
Die Hitzeperiode im Juni und Juli führte bei den frühen Sorten zu deutlichen Ertragseinbußen. Mit einem durchschnittlichen Rohertrag von 258 dt/ha wurden in diesem Jahr über 100 dt/ha weniger geerntet als im regenreichen Vorjahr.
Die Verrechnungssorte Lea, die in den vergangenen Jahren durch stabile Erträge überzeugt hatte, konnte 2025 nicht an die guten Vorjahresergebnisse anknüpfen. Sowohl das Kraut- als auch das Knollenwachstum verliefen verhalten. Die Reihen konnten nicht geschlossen werden. Der Knollenansatz lag mit knapp neun Knollen pro Pflanze vergleichsweise niedrig. Auch bei Filipa und Melissa war die Pflanzenentwicklung ähnlich schwach wie bei Lea, was zu ähnlich geringen Roherträgen geführt hat.
Melissa erreichte mit 17 Knollen pro Pflanze den höchsten Knollenansatz aller geprüften Sorten. Allerdings kam das Knollenwachstum Angang Juli infolge der Hitze zum Erliegen. Der Anteil an Untergrößen stieg dadurch auf 27 %, während er im Vorjahr lediglich bei 7 % lag. Im Speisewarenertrag (Sortierung 30/35 mm bis 60/65 mm) schnitt Melissa mit einem Relativertrag von 82 % gegenüber der Verrechnungssorte Lea daher am schlechtesten ab.
Vindika und Adorata konnten dagegen ihre guten Erträge bestätigen. Auch die zweijährig geprüfte Sorte Mikado erzielte mit einem Rohertrag von knapp 300 dt/ha ein überzeugendes Ergebnis. Allerdings wies Mikado mit 4 % Untergrößen und 9 % Übergrößen eine etwas ungleichmäßige Sortierung auf. Ein rechtzeitiges Abschlegeln des Krautes hätte hier vermutlich zu einem besseren Speisewarenergebnis geführt.
Neben den Erträgen beeinflussen auch Knollenmängel die Wirtschaftlichkeit des Kartoffelanbaus erheblich. In der Praxis wie auch in den Versuchen hat sich insbesondere der Pilz Rhizoctonia solani als qualitätsmindernd erwiesen. Typische Schadbilder sind schwarze Pusteln (Sklerotien) auf der Knollenoberfläche sowie 2–5 mm tiefe Löcher („Dry Core“). Bei starkem Befall können auch Missbildungen wie Einschnürungen, Verformungen und eine nicht sortentypische Rauhschaligkeit auftreten. Allerdings sind diese im Versuch nicht aufgetreten. In Tabelle 3 sind die Befallsstärke, die Befallshäufigkeit sowie der Anteil der Knollen mit Dry Core aufgeführt.
Die Befallsstärke beschreibt den mittleren Oberflächenbefall der Knollen mit Sklerotien, während die Befallshäufigkeit den Anteil befallener Knollen mit Sklerotien angibt. Den stärksten Befall zeigte Mikado: 36 % der Knollen waren mit Sklerotien befallen, was einer mittleren Befallsstärke von 2,7 % der Oberfläche entspricht. Zudem wiesen 5 % der Knollen Dry-Core-Löcher auf.
Dass Sklerotienbesatz und Dry Core nicht immer parallel auftreten, zeigt Lea. Obwohl nur 2 % der Knollen einen geringen Sklerotienbesatz aufwiesen, wurden an 6 % der Knollen Dry-Core-Schäden festgestellt.
Auch der Schorfbefall wurde erfasst und – analog zu Rhizoctonia – über die Befallsstärke beschrieben. Trotz der trockenen Witterung zu Beginn des Knollenwachstums lag der Schorfbefall insgesamt auf niedrigem Niveau. Vindika mit 7 % und Mikado mit 4,4 % zeigten hier die höchsten Werte.
Der Stärkegehalt ist zwar stark sortenabhängig, wird jedoch auch durch die Umweltbedingungen beeinflusst. Trockene, warme Witterung während des Knollenwachstums führt in der Regel zu höheren Stärkegehalten. Festkochende Sorten liegen im Stärkegehalt meist zwischen 10 % und 12 %, vorwiegend festkochende Sorten zwischen 12 % und 15 %. Mehlige Sorten erreichen die höchsten Werte von 14 % bis 17 %.
Im frühen Sortiment standen mit Lea, Vindika und Adorata drei festkochende sowie mit Filipa, Melissa und Mikado drei vorwiegend festkochende Sorten. Der mittlere Stärkegehalt der frühen Sorten lag bei 14,7 %, mit einer Spannweite von 13,4 % bei Filippa bis 15,9 % bei Vindika
Beschreibung der geprüften sehr frühen und frühen Sorten
1. Lea
Sehr frühe, festkochende Sorte. Lea stand im fünften Prüfjahr. Im Speisewareertrag lag die Sorte zumeist im mittleren Bereich. Die Knollenentwicklung erfolgt zügig. In allen Versuchsjahren wurden optisch ansprechende Knollen mit gleichmäßiger Sortierung, gelber Fleischfarbe und nur wenigen Mängeln beobachtet. Je nach mechanischer Belastung können daumennagelförmige Risse auf der Schalenoberfläche auftreten. Positiv hervorzuheben sind die ausgeprägte Keimruhe sowie der gute Geschmack. Damit stellt Lea im sehr frühen, festkochenden Segment eine interessante Sorte dar.
2. Vindika
Frühe, festkochende Sorte mit langovalen, tiefgelben Knollen. Vindika stand im vierten Prüfjahr und erzielte bislang gute Erträge. Die Knollen sind optisch ansprechend (Salatform) und zeigen nur wenige Mängel. Wie bei Lea traten gelegentlich oberflächliche Risse auf, weshalb eine schonende Ernte und Aufbereitung erforderlich ist. Die Stärkegehalte lagen vergleichsweise hoch. Vindika besitzt eine mittlere Keimruhe und ist für eine Langzeitlagerung nur eingeschränkt geeignet. Geschmacklich wurde die Sorte positiv bewertet.
3. Adorata
Festkochende Sorte mit hellgelber Fleischfarbe. Nach Züchterangaben besitzt Adorata eine hohe Widerstandskraft gegenüber dem Y-Virus; die Krautfäuleanfälligkeit lag im mittleren Bereich. Die Sorte zeigte sich bislang sehr ertragsstark. Die langovalen Knollen neigen zu einer großfallenden und teilweise ungleichmäßigen Sortierung mit einzelnen Übergrößen. Die Schale ist glatt, die Augen flach ausgeprägt; die Rhizoctonia-Anfälligkeit liegt im mittleren Bereich. Unter bestimmten Witterungsbedingungen kann Zwiewuchs auftreten. Adorata zeigte in den ersten beiden Versuchsjahren eine ausgeprägte Keimfreudigkeit. Geschmacklich wurden bislang keine überzeugenden Ergebnisse erzielt.
4. Filipa
Sehr frühe, vorwiegend festkochende Sorte mit rundovalen Knollen. Filipa stand im zweiten Versuchsjahr und erreichte im Roh- wie auch im Speisewareertrag durchschnittliche Ergebnisse. Die Sorte bildet optisch ansprechende, glattschalige Knollen mit gleichmäßiger Sortierung und nur geringen Anteilen an Unter- oder Übergrößen. Filipa zeigte sich sehr keimfreudig, weshalb eine Lagerung lediglich bis zum Jahresende empfohlen wird. In beiden Prüfjahren wies die Sorte die geringsten Stärkegehalte auf.
5. Melissa
Sehr frühe, vorwiegend festkochende Speisesorte mit gelber Fleischfarbe. Melissa stand im zweiten Versuchsjahr und erzielte mittlere Roherträge. Die Sorte neigt zu einem sehr hohen Knollenansatz, was bei ungünstigen Witterungsbedingungen zu einem erhöhten Anteil an Untergrößen führen kann. 2024 trat ein etwas stärkerer Krautfäulebefall im Vergleich zu anderen Sorten auf. Die Knollen waren optisch ansprechend, gleichmäßig, jedoch eher kleinfallend sortiert. Knollenmängel traten nur in geringem Umfang auf. Eine Lagerung bis ins Frühjahr sollte möglich sein.
6. Mikado
Sehr frühe, vorwiegend festkochende Sorte mit rundovaler Knollenform, hellgelber Fleischfarbe und glatter Schale. Mikado stand im zweiten Prüfjahr und zeigte stark schwankende Erträge bei mittlerer Sortierung. Die optisch ansprechenden, glattschaligen Knollen wiesen einen starken Rhizoctonia-Befall auf, wodurch der Gesamteindruck deutlich beeinträchtigt wurde. Mikado ist keimfreudig und daher nur bedingt lagerfähig. Die Sorte soll eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Y-Virusbefall und eine mittlere Anfälligkeit gegenüber Krautfäule besitzen.
Erträge und Qualitäten der mittelfrühen und mittelspäten Sorten
Im mittelfrühen Sortiment wurden neun Sorten geprüft, während mit Gaya lediglich eine Sorte aus der mittelspäten Reifegruppe stand. Das Krautwachstum verlief – ähnlich wie bei den frühen Sorten – im Mai und Juni zunächst sehr verhalten. Lediglich Simonetta und insbesondere Melia konnten die Reihen weitgehend schließen. Die größten Lücken im Reihenschluss zeigten Santera und Olivia.
Die Niederschläge ab Mitte Juli führten bei den späteren Sorten zu einer deutlichen Wachstumsbelebung. Das Absterbedatum dieser Sorten lag im Durchschnitt etwa vier Wochen nach dem der frühen Sorten. Die längere Vegetationszeit wirkte sich positiv auf den Ertrag aus: Der mittlere Rohertrag lag bei 317 dt/ha, mit einer Spanne von 251 dt/ha (Santera) bis 368 dt/ha (Melia). Damit erzielte die erstmals geprüfte mehligkochende Sorte Melia den höchsten Ertrag im Sortiment.
Der Untergrößenanteil lag bei allen Sorten unter 10 %. Nennenswerte Übergrößenanteile traten besonders bei Taormina (28 %) und Simonetta (13 %) auf. Diese beiden Sorten wiesen zugleich den geringsten Knollenansatz pro Pflanze auf – bei Taormina nur 6,3 Knollen/Pflanze, bei Simonetta 7,6 Knollen/Pflanze. Im Mittel setzten die Sorten knapp 10 Knollen je Pflanze an, was im Vergleich zu den Vorjahren den niedrigsten Wert darstellt.
Der Stärkegehalt liegt im Mittel aller Sorten bei 16,5 % und damit um zwei Prozentpunkte höher als bei den Sorten der frühen Reifegruppe. Sorten mit niedrigeren Werten zwischen 14 % und 15% sind z.B. Simonetta, Santera und Taormina. Die Stärkegehalte der mehlig eingestuften Sorten Nena (18,2%) und Melia (19,0%) sowie der vorwiegend festkochenden Sorten Oscar und Olivia mit jeweils 18,0% fallen dagegen sehr hoch aus.
Rhizoctonia-Befall
Deutliche Unterschiede zeigten sich auch beim Befall mit Rhizoctonia solani. Die Sorten Simonetta, Merle und Gaya waren nahezu frei von Sklerotien und wiesen auch nur sehr wenige Dry-Core-Löcher auf.
Auch Emanuelle zeigte nur einen geringen Sklerotienbesatz, allerdings lag der Anteil an Knollen mit Dry Core hier bereits bei 6 %. Besonders stark befallen war die Sorte Melia: 63 % der Knollen zeigten Sklerotienbefall, bei einer mittleren Befallsstärke von 6,8 % der Knollenoberfläche und einem Dry-Core-Anteil von 11 %. Ebenfalls deutlich erhöht waren die Werte bei Olivia (52 % befallene Knollen, 15 % Dry Core) sowie bei Oscar, Nena und Santera.
Da das Pflanzgut dieser Sorten keine auffälligen Ausgangsinfektionen aufwies, ist davon auszugehen, dass der Großteil des Befalls bodenbürtigen Infektionen zuzuschreiben ist.
Im Vorjahr zeigten Nena und Taormina die höchsten Rhizoctonia-Befallswerte, was bei Nena auf eine gewisse Sortenanfälligkeit schließen lässt.
Beschreibung der geprüften mittelfrühen Sorten
1. Simonetta
Festkochende Speisesorte mit ovalen bis langovalen Knollen. Simonetta stand im sechsten Versuchsjahr. Die Sorte erzielte überwiegend mittlere bis gute Roherträge, die aufgrund der gleichmäßigen, großfallenden Sortierung zu guten Speisewarenerträgen führten. Der Knollenansatz ist gering, einzelne Knollen können in die Übergrößen wachsen. In allen Prüfjahren traten nur sehr geringe Befälle mit Rhizoctonia-Sklerotien und Kartoffelschorf auf. Simonetta zeigte sich insgesamt sehr stabil und gesund im Kraut. Unter feuchten Bodenbedingungen kann Knollennassfäule auftreten, weshalb sich der Anbau vor allem auf gut abtrocknenden Standorten empfiehlt. Aufgrund der geringen Keimfreudigkeit ist Simonetta gut lagerfähig.
2. Emanuelle
Mittelfrühe, festkochende Sorte mit langovaler Knollenform und tiefgelber Fleischfarbe (Allians-Kreuzung). Im Speisewareertrag lag Emanuelle im mittleren Bereich. Die Knollen sind überwiegend mittelgroß, wodurch nur geringe Anteile an Unter- oder Übergrößen anfallen. Das Knollenbild ist glatt und optisch ansprechend, Mängel traten kaum auf. Geschmacklich zeigte die Sorte positive Ergebnisse. Emanuelle stellt eine interessante neue Sorte für den ökologischen Landbau dar und eignet sich insbesondere für die Direktvermarktung.
3. Nena
Mittelfrühe, mehligkochende Sorte mit gelber bis tiefgelber Fleischfarbe und ovaler Knollenform. Nena stand im zweiten Versuchsjahr und erzielte Erträge unterhalb des Versuchsmittels. Die glattschaligen Knollen zeigten in beiden Jahren eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Kartoffelschorf und Rhizoctonia. 2024 wurde eine mittlere Krautfäuleanfälligkeit beobachtet. Die Knollen sind sehr keimfreudig. Im Geschmack lag Nena im unteren Bereich der geprüften Sorten.

4. Melia
Neue, mehligkochende Sorte, gezüchtet für die Anforderungen des ökologischen Landbaus. Sie soll eine hohe Nährstoffeffizienz, Trockenheitstoleranz und eine zügige Jugendentwicklung aufweisen. Melia stand im ersten Prüfjahr und erreichte gute Erträge bei ausgewogener Sortierung. Die Pflanzenentwicklung verlief zügig; als einzige Sorte schloss Melia im Versuch die Reihen vollständig. Während des Sommers zeigte sie sich robust gegenüber Hitze und Trockenheit. Das Ergebnis wurde jedoch durch starken Rhizoctonia-Befall sowie einen hohen Anteil grüner Knollen deutlich beeinträchtigt.
5. Gaya
Einzige mittelspäte Sorte im Versuch mit rundovalen bis ovalen Knollen und gelber Fleischfarbe. Die Erträge lagen im Bereich des Versuchsmittels. In beiden Versuchsjahren traten kaum Rhizoctonia-Sklerotien auf, allerdings wurde Dry-Core-Befall beobachtet. Gaya weist eine gute Lagerfähigkeit auf und besitzt nach Angaben des Züchters eine sehr gute Resistenz gegenüber dem Y-Virus.
6. Olivia
Mittelfrühe, vorwiegend festkochende Sorte mit tiefgelber Fleischfarbe. Olivia soll eine zügige Ertragsbildung haben, erreichte jedoch in beiden Jahren unterdurchschnittliche Erträge mit kleinfallender Sortierung und hohem Anteil an Untergrößen. Knollenansatz und Krautfäuleanfälligkeit lagen im mittleren Bereich. 2024 trat ein stärkerer Rhizoctonia-Befall auf. Der Stärkegehalt betrug in beiden Jahren etwa 18 % und liegt damit im Bereich von mehlig kochenden Sorten. Laut Züchter ist die Sorte für eine Langzeitlagerung geeignet.
7. Merle
Mittelfrühe, vorwiegend festkochende Sorte mit ovaler Knollenform und gelber bis tiefgelber Fleischfarbe. Merle erreichte im Rohertrag ein durchschnittliches Niveau. Die Sortierung war homogen, jedoch kleinfallend, mit einem hohen Anteil an Untergrößen, was sich 2024 negativ auf den Speisewarenertrag auswirkte. Die Sorte weist einen hohen Knollenansatz auf und zeigte eine geringe Anfälligkeit gegenüber Rhizoctonia. Im ersten Prüfjahr fiel eine ausgeprägte Keimfreudigkeit auf.
8. Santera
Mittelfrühe, festkochende Salatkartoffel mit langovalen Knollen. Die Krautentwicklung war insgesamt verhalten. Die Krautfäuleanfälligkeit liegt im mittleren Bereich. Die Erträge lagen bisher maximal im mittleren Bereich. Die Sortierung war homogen, mit nur geringen Anteilen an Unter- oder Übergrößen. Rhizoctonia trat stellenweise verstärkt auf. Aufgrund der geringen Keimruhe ist Santera für eine längere Lagerung weniger geeignet.
9. Taormina
Neue, vorwiegend festkochende Sorte mit hellgelber Fleischfarbe und genetzter Schale. Taormina erzielte in beiden Versuchsjahren die höchsten Marktwarenerträge. Aufgrund des geringen Knollenansatzes besteht jedoch die Gefahr von Übergrößen. Die Sorte zeigte sich bislang blattgesund. In zwei von drei Jahren traten nur geringe Knollenmängel auf, 2024 jedoch stärkere Rhizoctonia-Schäden. Taormina weist eine geringe Keimruhe auf. Im Geschmack konnte Taormina bisher nicht überzeugen.
10. Oscar
Neue Sorte mit rundovalen Knollen, die im ersten Prüfjahr durch gute Roherträge und eine homogene Sortierung auch im Speisewareertrag überzeugen konnte. Oscar zeigte eine ausgeprägte Blattgesundheit was zu einer langen Vegetationsdauer beigetragen hat. Der Stärkegehalt lag mit 18 % auf hohem Niveau. Ein insgesamt positives Knollenbild wurde durch stärkeren Rhizoctonia-Befall beeinträchtigt.
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