Ergebnisse der LSV Öko-Ackerbohnen 2025

Neue Sorten konnten noch nicht überzeugen

Aus pflanzenbaulicher Sicht leisten Ackerbohnen einen wichtigen Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit. Durch ihre Fähigkeit zur biologischen Stickstofffixierung können sie – in Symbiose mit Knöllchenbakterien – erhebliche Mengen an pflanzenverfügbarem Stickstoff bereitstellen. Dies reduziert den Bedarf an extern zugeführten Nährstoffen, was im ökologischen Landbau von besonderer Relevanz ist. Gleichzeitig wirken Ackerbohnen positiv auf die Bodenstruktur, fördern die Humusbildung und erhöhen durch ihre tiefe Durchwurzelung die Bodengesundheit. Darüber hinaus erweitern sie die Fruchtfolge, unterbrechen Krankheits- und Schädlingszyklen und tragen so zu einem stabileren, resilienteren Anbausystem bei.

Auch aus fütterungstechnischer Perspektive sind Ackerbohnen ein wertvoller Baustein in der ökologischen Tierhaltung. Sie bieten eine heimische, gentechnikfreie und energieeffizient erzeugte Eiweißquelle, die zur Reduktion von Importsoja beiträgt. Mit ihrem hohen Gehalt an Rohprotein, essenziellen Aminosäuren sowie Stärke lassen sich Ackerbohnen vielseitig in Rationen für Wiederkäuer, Schweine und Geflügel einsetzen. Dies unterstützt eine weitgehend regionale Futterversorgung, steigert die Wertschöpfung im Betrieb und stärkt die ökologische Kreislaufwirtschaft.

Die genannten Vorteile können jedoch nur dann wirksam werden, wenn der Anbau gelingt. Schlecht entwickelte Bestände mindern sowohl die Erträge als auch die Vorfruchtwirkung deutlich. Eine standortangepasste Sortenwahl ist daher entscheidend. Die Landessortenversuche liefern hierfür wichtige Informationen – sie zeigen, welche Sorten unter ökologischen Bedingungen stabile Erträge, gute Qualitäten und eine hohe Anpassungsfähigkeit besitzen.

Ackerbohnen benötigen zur Ausschöpfung ihres vollen Ertragspotenzials eine ausreichend starke vegetative Entwicklung. Sehr frühe Aussaattermine sind auf lehmigen Standorten häufig nur bei Bodenfrost möglich. Bei späteren Aussaatterminen ist ein ausreichend abgetrocknetes Saatbett erforderlich. Nicht selten kann die Aussaat dann erst im April stattfinden. Das trockene Frühjahr 2025 ermöglichte eine frühe Aussaat auf gut abgetrockneten Flächen. Viele Schläge konnten bereits im Februar oder März bestellt werden. So auch die Flächen der beiden hessischen Versuchsstandorte Alsfeld-Liederbach (Saattermin: 08.03.) und Domäne Frankenhausen (Saattermin: 20.03.). Beide Versuchsflächen wurden im System „Weite Reihe“ bestellt. Durch die großen Reihenabstände war eine effektive Beikrautregulierung mit Striegel und Hacke möglich. Trotz des deutlich späteren Saattermins erfolgte der Feldaufgang in Frankenhausen zwischen dem 11. und 13. April und damit nur drei Tage später als in Alsfeld.

Läuse und Pilzbefall traten 2025 frühzeitig auf

Im Mai konnte auf vielen Praxisflächen ein starker Befall mit der Schwarzen Bohnenlaus beobachtet werden. Je nach Befallsstärke wurden hierdurch erhebliche Schäden verursacht. Die hessischen Versuchsstandorte waren hiervon jedoch nur mäßig betroffen.

Die zunächst trockene Witterung wurde ab Ende Mai bis Anfang Juni durch eine Regenperiode abgelöst. In Frankenhausen fielen in diesem Zeitraum etwa 110 l/m² Niederschlag. Damit war die Wasserversorgung während der Blüte bis zum Beginn der Kornbildung zwar gesichert, der Regen führte jedoch zu einem starken Befall mit der Schokoladenfleckenkrankheit (Botrytis). Dieser Pilzbefall sowie die Hitzephase von Mitte Juni bis Anfang Juli mit Temperaturen von bis zu 37 °C führten zu einem frühen Umschalten der Pflanzen von Kornfüllung auf Abreife. Bereits ab Mitte Juli waren viele Bestände abgestorben.

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