Praxisimpulse, Austausch und Perspektiven – AKIS verbindet

Rund 60 Akteurinnen und Akteure aus Landwirtschaft, Beratung, Forschung und Verwaltung kamen am 7. Juli 2026 zum vierten bundesweiten Online-Vernetzungstreffen „AKIS verbindet – Wissen, Menschen, Ideen“ zusammen.

Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, konkrete Impulse aus der Praxis zu teilen, Partnerschaften zu stärken und den Wissensfluss im agrarischen Wissens- und Innovationssystem (AKIS) noch wirksamer zu gestalten. Die Reihe richtet sich an alle, die AKIS aktiv mitgestalten – von Praxis über Beratung bis zu Wissenschaft und Verwaltung. Im Mittelpunkt der vierten Ausgabe standen die Zukunftsthemen Generationenwechsel und Transformation der Landwirtschaft.

Generationenwechsel erfolgreich gestalten – Herausforderungen und Chancen für die Landwirtschaft

Johannes Lenz (BMLEH) zeigte in seinem Impulsvortrag „Generationenwechsel – gemeinsam den Wandel gestalten“, dass erfolgreicher Generationenwechsel lange vor der Betriebsübergabe beginnt. Er braucht individuelle Begleitung, starke Netzwerke und passgenaue Unterstützungsangebote, die den unterschiedlichen Strukturen landwirtschaftlicher Betriebe gerecht werden. Diese Erkenntnis spiegelt sich auch in der europäischen Agrarpolitik wider: Der Generationenwechsel ist eines der zentralen Zukunftsthemen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und soll in den kommenden Jahren durch gezielte Maßnahmen für junge Landwirtinnen und Landwirte sowie Hofnachfolgerinnen und Hofnachfolger weiter gestärkt werden. Ein konkretes Beispiel dafür ist das Pilotprojekt ACKERPRENEURS, das gründungsinteressierte und junge Unternehmerinnen und Unternehmer dabei unterstützt, innovative Geschäftsideen zu entwickeln, auszubauen und erfolgreich in die Praxis umzusetzen.

Transformation gemeinsam gestalten – Das Entwicklungskonzept Landwirtschaft 2035 in Bremen

Anika Lindemann (Freie Hansestadt Bremen, Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft) stellte das „Entwicklungskonzept Landwirtschaft 2035“ der Freien Hansestadt Bremen vor.
In der anschließenden Diskussion zur Einstiegsfrage: Ideen zur Förderung von Junglandwirtinnen und -landwirten und Vernetzung von Stadt und Land wurden die Impulse durch Erfahrungen aus der Praxis ergänzt. Inga Willms (Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen trafo:agrar) betonte, dass Vernetzung nicht an den Grenzen der Landwirtschaft enden sollte. Sie knüpfte an die Idee von Lindemann, branchenübergreifenden Unternehmeraustausch zu ermöglichen, an und schlägt für neue Ideen und Kooperationen einen Austausch mit Unternehmen entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette vor. Gero Weinhardt (Landesfischereiverband Sachsen-Anhalt) berichtete von seinen Erfahrungen mit bundesländerübergreifenden und inzwischen europaweiten Netzwerken: Der Blick über die eigene Region hinaus eröffne neue Perspektiven und könne sogar bei der Suche nach Betriebsnachfolgerinnen und -nachfolgern unterstützen. Ursula Emmert (BUKEA) verwies auf das Hamburger Projekt FarmStarter und machte deutlich, dass insbesondere der urbane Raum eigene Chancen bietet, dafür aber auch neue Ansätze und Kompetenzen in Beratung und Vernetzung erfordert. Abschließend wurde mit „Landwirtschaft macht Schule“ auf die Bedeutung außerschulischer Lernorte hingewiesen, um frühzeitig Interesse an Landwirtschaft und Grünen Berufen zu wecken.

Austausch, Kontakte und Ausblick

Im Anschluss an die Impulse nutzten die Teilnehmenden die digitalen Räume zum Praxis- und Projekt­austausch, um Kontakte zu knüpfen und eigene Erfahrungen einzubringen. In den Themenforen wurden das Entwicklungskonzept Landwirtschaft 2035 in Bremen und dessen Ansätze zur regionalen Vernetzung und Beteiligung sowie die Rolle von Beratung, Bildung und Wissensnetzwerken für eine zukunftsfähige – insbesondere urbane – Landwirtschaft diskutiert. Darüber hinaus standen internationale AKIS-Initiativen wie AKISConnect, modernAKIS und ATTRACTISS aktuelle Veranstaltungs- und Vernetzungsangebote – darunter der AKIS-Workshop „Wie wird Wissen wirksam?“  im September bei Stendal – sowie die Übertragung des AKIS-Gedankens auf die Fischereiwirtschaft im Mittelpunkt der Gespräche.
Der offene Dialog zwischen den Teilnehmenden macht deutlich, wie wichtig der Austausch unterschiedlicher Perspektiven für ein funktionierendes Agrarisches Wissens- und Innovationssystem ist.

Das nächste online Treffen von „AKIS verbindet – Wissen, Menschen, Ideen“ findet Ende des Jahres 2026 statt– wir freuen uns auf weitere Impulse und Austausch!

Die Vorträge finden Sie auf der Website der DVS (Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume).

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