Ausbildungsstart in Hessen: Staatssekretär Ruhl betont Bedeutung des Berufs Landwirt

Zum Start des Ausbildungsjahres 2025/26 hat Landwirt Peter Fay auf seinem Hof Obersteinberg in Gießen-Pohlheim eine neue Auszubildende begrüßt: Tessa Sophie Reeh begann dort am 01.08.2025 ihr zweites Ausbildungsjahr zur Landwirtin.
Der Beruf Landwirtin bzw. Landwirt zählt zu den vielseitigsten überhaupt. Er erfordert nicht nur fundierte Kenntnisse über natürliche Kreisläufe, Pflanzen und Tiere, sondern auch betriebswirtschaftliches Denken, technisches Verständnis im Umgang mit Landmaschinen, Organisationstalent und zunehmend auch digitale Kompetenzen.

1 Mann und zwei junge Frauen stehen auf einem Hof und unterhalten sich; die beiden jungen Frauen haben bunte Blumensträuße in der Hand
v. l. n. r.: Peter Fay im Gespräch mit den Auszubildenden Johanna Arndt und Tessa Sophie Reeh

Die Entscheidung, einen so verantwortungsvollen Beruf zu ergreifen und damit künftig einen Beitrag zur Ernährungssicherheit des Landes zu leisten, wurde auch von politischer Seite gewürdigt: Michael Ruhl, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) besuchte zum Ausbildungsstart den Hof Obersteinberg, um die Wertschätzung für die an der Ausbildung Beteiligten zum Ausdruck zu bringen. Staatssekretär Ruhl wünschte Tessa Sophie Reeh viel Erfolg und betonte: „Die Entscheidung, Landwirtin oder Landwirt zu werden, ist heute mehr denn je ein Bekenntnis zu Verantwortung, Nachhaltigkeit und Zukunftsgestaltung. Junge Menschen wie Tessa Sophie Reeh leisten mit ihrer Berufswahl einen wichtigen Beitrag zur Sicherung unserer Lebensgrundlagen und zum Erhalt unserer Kulturlandschaft. Das Land Hessen setzt sich dafür ein, die passenden Rahmenbedingungen für eine starke Ausbildung zu schaffen – doch es sind engagierte Betriebe wie der von Peter Fay, die diesen Beruf mit Leben und Perspektive füllen. Dafür danke ich herzlich.“

Bereits 15 Fachkräfte für Hessen qualifiziert

4 Personen stehen in einer Halle; inder Mitte sieht man aufgestapelte Paletten mit Eiern
v. l. n. r.: Auszubildende Tessa Sophie Reeh (Auszubildende 2. Lehrjahr), Michael Ruhl (Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat), Philipp und Peter Fay (Hof Obersteinberg)

Peter Fay, staatlich geprüfter Techniker für Agrarwirtschaft, engagiert sich seit vielen Jahren in der Ausbildung junger Menschen. Seit 2007 ist die Fay Agrar GbR als Ausbildungsbetrieb durch den Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) anerkannt. Seither wurden dort 15 hessische Junglandwirtinnen und -landwirte erfolgreich auf ihren Beruf vorbereitet und praxisnah begleitet.

Seit sechs Jahren bewirtschaften Peter Fay und sein Sohn Philipp Fay zusammen den Hauptteil des Betriebes, während der zweite Sohn, Thomas Fay, den restlichen Teil ökologisch bewirtschaftet. Neben Ackerbau und Mutterkuhhaltung wird ein eigener Hofladen zur Direktvermarktung betrieben. Alle drei verfügen über die Ausbildereignung. „Uns ist es ein persönliches Anliegen, jungen Menschen einen praxisnahen Zugang zur Landwirtschaft zu ermöglichen“, erklärte Peter Fay. „Es braucht Nachwuchs mit frischen Ideen, die Landwirtschaft nicht nur erhalten, sondern weiterdenken. Genau das möchte ich mit meiner Ausbildung fördern.“

Für seinen langjährigen Einsatz wurde der engagierte Ausbilder vergangenen November im Rahmen der landesweiten Absolventenfeier, dem Tag der landwirtschaftlichen Ausbildung, mit der silbernen Ehrenplakette des HMLU ausgezeichnet. Darüber hinaus engagiert sich die Familie auch überbetrieblich: Peter Fay ist Mitglied im Gebietsagrarausschuss Gießen, Philipp Fay wirkt als stellvertretendes Mitglied im Prüfungsausschuss Alsfeld mit.

Grüne Berufe: Ausbildungssituation in Hessen stabil

„Grüne Berufe sichern die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und bilden das Fundament für Ernährung, Landschaftspflege und die Entwicklung des ländlichen Raums“, unterstrich Stephanie Wetekam, Abteilungsleitung „Bildung“ im LLH. Sie fügte hinzu: „Die aktuellen Eintragungszahlen (Stand: 01.08.2025) für das Ausbildungsjahr 2025 in Hessen zeigen ein stabiles Interesse an den klassischen Grünen Berufen. So wurden bereits 146 Ausbildungsverhältnisse im Beruf Landwirtin/Landwirt eingetragen, wobei weitere erfahrungsgemäß in den nächsten Wochen noch folgen. Auch im Gartenbau bleiben die Zahlen mit aktuell 229 Eintragungen solide.“

Besonders auffällig: In spezialisierten Berufen wie Pflanzentechnologe/in oder Fachkraft Agrarservice übersteigt das Interesse der Jugendlichen sogar das Angebot an Ausbildungsplätzen. Im Bereich Pflanzentechnologie beispielsweise gibt es derzeit nur vier anerkannte Ausbildungsbetriebe landesweit – einer davon ist der LLH selbst.

Politischer Rückenwind für die Ausbildung

Der Besuch des Staatssekretärs bot auch Gelegenheit, zentrale Ziele des Koalitionsvertrags der Hessischen Landesregierung hervorzuheben – darunter der Erhalt der dezentralen und überbetrieblichen landwirtschaftlichen Ausbildung, den praxisorientierten Ausbau des Studiengangs Agrarwissenschaft und den Dialogprozess zur Schaffung zukunftsfähiger Strukturen für eine optimale Ausbildung. Mit dem Besuch auf dem Ausbildungsbetrieb Fay wurde dieses Bekenntnis zur Stärkung der landwirtschaftlichen Ausbildung sichtbar gemacht.

Junge Menschen gestalten Landwirtschaft von morgen

Insbesondere das vielschichtige Berufsfeld Landwirt/in wird sich auch in den kommenden Jahren weiter verändern: mit zunehmenden Anforderungen an Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Betriebsführung. Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung engagierter Ausbildungsbetriebe wie dem Hof Obersteinberg von Peter Fay, der jungen Menschen praxisnahen Zugang zu modernen landwirtschaftlichen Berufsfeldern ermöglicht.

Tessa Sophie Reeh blickt ihrer weiteren Ausbildungszeit mit Neugier und Tatkraft entgegen: „Ich freue mich besonders auf die Arbeit mit den Tieren und die vielen verschiedenen Aufgaben im Betrieb. Ich habe einen Beruf gewählt, in dem man jeden Tag sieht, was man geschafft hat. Das gefällt mir sehr.“

Ihr erstes Lehrjahr absolvierte sie bereits auf dem Betrieb J. und S. Schmidt GbR in Hüttenberg-Reiskirchen. Mit ihrem Start in die grüne Berufswelt zeigt Tessa Sophie Reeh, dass junge Menschen sich weiterhin bewusst für eine berufliche Zukunft in der Landwirtschaft entscheiden, mit Interesse an praktischer Arbeit, Verantwortung und vielseitigen Aufgaben.

Kontakte
>> Alle Kontakte anzeigen