IAT-Projekttreffen am Eichhof: LLH und ZALF treiben Kooperation voran

Partnerschaft für praxisnahe Agrarforschung soll aufgebaut werden

eine Personengruppe steht vor einem Gewächshaus
Beim IAT-Projekttreffen am Landwirtschaftszentrum (LWZ) Eichhof: (v.li.) Dr. Christian Hey (HMLU), Anna Mawick (Abteilungsleiterin „Fachinformation“ und Leiterin des LWZ Eichhof, LLH), Anna Kaiser (komm. Leiterin des LLH), Prof. Dr. Bettina Matzdorf (Leiterin AG Koordinationsbüro, IAT), Martin Grenzebach (Abteilungsleiter „Bildung“, LLH) und Christine Müller (Geschäftsführerin Weingut Kloster Eberbach).

Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) und das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) haben bei einem Projekttreffen am Landwirtschaftszentrum (LWZ) Eichhof die Weichen für eine künftige Zusammenarbeit im Innovationszentrum für Agrarsystemtransformation (IAT) gestellt. Ziel ist es, eine Kooperations- und Praxispartnerschaft zu etablieren.
Im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens am 14. und 15. April 2026 stand das gegenseitige Kennenlernen von Strukturen, Arbeitsweisen und Themenschwerpunkten beider Einrichtungen.
Dr. Christian Hey aus dem Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) nahm ebenfalls an dem Projekttreffen teil und nutzte die Gelegenheit für einen Überblick vor Ort.

Einblicke in zentrale Arbeitsfelder des LLH

eine Personengruppe steht am Rand einer Wiese und informiert sich beim einem Rundgang
Beim Rundgang über den LLH-Standort Eichhof informierten sich die Teilnehmenden des IAT-Projekttreffens über aktuelle Projekte und Versuche.

Im Rahmen einer Standortbesichtigung am LWZ Eichhof präsentierte der LLH sein breites Leistungsspektrum zu zentralen Zukunftsthemen der Landwirtschaft. Dazu zählen unter anderem die Arbeiten der LLH-Fachinformation Pflanzenbau mit Landessorten- und Grünlandversuchen, das Projekt „Anpassung an den Klimawandel in Hessen – Erhöhung der Wasserretention des Bodens durch regenerative Ackerbaustrategien“ (AKHWA), der Ausbau des Bewässerungsstandortes Leeheim sowie Beiträge zum Integrierten Klimaschutzplan Hessen.
Im Bereich Ökologischer Landbau wurden Initiativen wie die Hessische Eiweißpflanzeninitiative, das Leguminosen-Netzwerk (LeguNet), das Praxisforschungsnetzwerk Hessen (PFN) und das Öko-Versuchsfeld in Ober-Erlenbach vorgestellt.

Weitere Einblicke gaben das LLH-Beratungsteam Tierhaltung – unter anderem mit Projekten des Tierschutz-Kompetenzzentrums –, das Bieneninstitut Kirchhain (BIK) als Teil des LLH sowie das Bildungs- und Beratungszentrum Fritzlar. Besonders im Fokus standen dabei Ansätze zu Klimaschutz und Klimaanpassung im landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungskontext. Die Vorstellung des Kuratoriums für das landwirtschaftliche und gartenbauliche Beratungswesen in Hessen durch dessen Geschäftsführung, Anna Kaiser, unterstrich zusätzlich die enge Praxisanbindung des LLH.
„Das Treffen hat deutlich gezeigt, wie gut sich die Kompetenzen von LLH und ZALF ergänzen. Im IAT sehen wir eine große Chance, Forschung und Praxis enger zu verzahnen und gemeinsam konkrete Lösungen für die Transformation der Agrarsysteme zu entwickeln. Unser Ziel ist es, die Zusammenarbeit zügig zu konkretisieren und in eine Partnerschaft zu überführen“, erklärt Anna Kaiser, kommissarische Leitung des LLH.

Von Erfahrungen zu gemeinsamen Projekten

Am zweiten Veranstaltungstag brachte das ZALF seine Erfahrungen aus zwei Reallaboren in Brandenburg ein. Diese Erfahrungen bilden eine wichtige Grundlage für den Aufbau von drei weiteren Reallaboren in Hessen im Rahmen des IAT. Diese entstehen in der nordhessischen Lössregion, im hessischen Mittelgebirge sowie im Rheingau und greifen zentrale Herausforderungen der regionalen Landnutzung und Wertschöpfung auf – von der Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus über die Integration von Pflanzen- und Tierproduktion bis hin zu zukunftsfähigen Konzepten im Weinbau.
Das Weingut Kloster Eberbach bringt als Praxispartner wertvolle Expertise für das geplante IAT-Reallabor im Rheingau mit – insbesondere zu multifunktionalen und klimaresistenten Weinbausystemen. In intensiven Fachgesprächen wurden konkrete Ansätze für eine Zusammenarbeit im IAT diskutiert – rund um Ressourcenfragen, thematische Schnittstellen, Kommunikationsstrukturen sowie mögliche Anknüpfungspunkte für gemeinsame Projekte.

Einigkeit besteht darüber, die Kooperation zeitnah weiter zu konkretisieren. Dafür sind weitere Abstimmungen erforderlich, insbesondere hinsichtlich Arbeitsstrukturen, laufender Projekte, Netzwerke sowie Fragen der Kommunikation und Sichtbarkeit.
Weitere Treffen sind geplant, um bis Ende 2026 einen belastbaren Rahmen für eine Kooperationsvereinbarung zu erarbeiten.

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