Erste Pflanzung im neuen „Agroforst-Demonstrationsnetzwerk Hessen“

Wie können Bäume und Sträucher die landwirtschaftliche Produktion sinnvoll ergänzen? Welche Leistungen erbringen sie für Umwelt und Artenvielfalt? Und worauf kommt es bei Planung, Pflanzung und Pflege an? Mit diesen Fragen befasst sich seit diesem Jahr das „Agroforst-Demonstrationsnetzwerk Hessen“. Es wird vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) getragen und gemeinsam mit externen Fachpartnern umgesetzt.

Ziel des Netzwerks ist es, Agroforstsysteme zu planen, anzulegen und zu bewirtschaften und Praxiserfahrungen zu bündeln und weiterzugeben. Das Angebot richtet sich an landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe ebenso wie an die interessierte Öffentlichkeit.

Landwirtschaft und Gartenbau mit Agroforst „weiter-denken“

Drohnenaufnahme des Betriebsgeländes. Zu sehen ist die Hofstelle, ein Garten und dahinterliegende Gemüsefelder mit Folientunneln. Der Blick in die Ferne ist von Feldern und Bäumen geprägt.
Der Falkenhof, Quelle: Falkenhof GbR

Nun wurde auf dem ersten Modellbetrieb, der Falkenhof GbR in Strothe, die erste Pflanzung im Rahmen des Demonstrationsnetzwerks umgesetzt. Auf vier Gehölzstreifen wurden 56 Bäume verschiedener Arten gepflanzt. Zusätzlich wurden rund 620 Pappelruten auf einer Gesamtlänge von 600 Metern in fünf Reihen sowie eine Hecke mit heimischen Wildsträuchern mit einer speziellen Pflanzmaschine gesteckt. „Die Baumreihen sollen auf der Ackerfläche für ein verbessertes Kleinklima sorgen, Humus aufbauen und mehr Wasser in der Fläche halten. Ziel ist es zudem, durch die Pappelreihen die Windgeschwindigkeiten auf den angrenzenden Gemüseflächen zu verringern und die Erosion zu reduzieren“, erklärt Oliver Rinnert, Agroforstberater des LLH, der die Anlage geplant hat. „Wir möchten unsere Flächen klimaresilienter gestalten, Boden und Biodiversität nachhaltig stärken und gleichzeitig eine wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft ‚weiter-denken‘“, ergänzt Carolin Weidemann, Mitbegründerin des Falkenhofs.

Schematische Darstellung des Agroforstsystems. Zu sehen sind Linien und Punkte auf einer Hintergrund-Karte.
Auszug aus der Agroforst-Planung am Falkenhof, Quelle: OpenStreetMap, verändert durch LLH

Die Wahl fiel bewusst auf Laubbäume zur Holzproduktion, da diese im Vergleich zu Obstgehölzen vergleichsweise pflegeleicht sind und sich gut in die betrieblichen Abläufe integrieren lassen. Perspektivisch sollen die Gehölze als Stammholz und Brennholz genutzt werden. Bewährt sich das System im Arbeitsalltag, ist eine Ausweitung auf weitere Flächen geplant.

Die neue Agroforst-Demofläche ermöglicht anderen Betrieben und der interessierten Bevölkerung anschauliche Einblicke, wie moderne Landwirtschaft den Klima- und Ressourcenschutz mit der Produktion hochwertiger Lebensmittel verbinden kann.

Weitere Agroforst-Anpflanzungen sind bereits geplant

Die Pflanzung des Agroforstsystems auf dem Falkenhof ist der Startschuss für ein langfristiges Lern- und Praxisprojekt, an dem viele Betriebe mitwirken und von dem viele profitieren können. Die nächsten Pflanzungen auf weiteren Modellbetrieben sind für den Herbst 2026 geplant.

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