Große Freude bei EIP-Agri-Projektträgern
Mit der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-Agri) fördern die EU und das Land Hessen innovative Projekte für die Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft. Am 20. August 2025 lud das Hessische Landwirtschaftsministerium zur feierlichen Übergabe der Bewilligungsbescheide ein. Auf dem Betrieb von Dieter und Luis Fuchs in Bierstein-Mauswinkel überreichte Staatssekretär Daniel Köfer sechs Bewilligungsbescheide in Höhe von insgesamt rund 3,25 Millionen Euro. Zudem erhielt der Zusammenschluss „Extrawurst 2.0: Kooperation und Wissenstransfer für hofnahe, handwerkliche Fleischverarbeitung“ aus Hessen eine Förderung.
Mit den neuen sechs Projekte gingen seit 2015 in Hessen insgesamt 58 Vorhaben an den Start, davon 48 EIP-Agri-Projekte und zehn Vorhaben der Zusammenarbeit. Unter den neuen sechs EIP-Agri-Projekten ist der LLH in zwei Vorhaben beteiligt: einmal als Mitglied einer Operationellen Gruppe (OG) und einmal als assoziierter Partner.
OG „Nachhaltige & effiziente Imkerei: Ressourcenschonend und effizient Imkern für eine nachhaltige Zukunft“
Der Klimawandel und steigende Betriebskosten stellen die Imkerei vor große Herausforderungen. Verschiebungen der Blühzeiten, Hitzeperioden und die Ausbreitung der Varroamilbe beeinträchtigen die Bienengesundheit und den Honigertrag. Das Projekt „Nachhaltige & effiziente Imkerei“ entwickelt und erprobt innovative Betriebsweisen für hessische Imkereien, die an unterschiedliche Betriebsgrößen und regionale Bedingungen angepasst werden können.

Kernziel ist die Reduzierung von Arbeitszeit und CO₂-Emissionen bei gleichzeitiger Stärkung der Bienengesundheit. Hierzu gehören unter anderem die frühe Ablegerbildung sowie der Verzicht auf aufwändige Maßnahmen wie den Drohnenbrutschnitt. Neue Behandlungsmethoden gegen die Varroamilbe, etwa das Käfigen der Königin oder der Einsatz von Oxalsäurestreifen, werden praxisnah getestet. Regelmäßig werden die Bienengesundheit und die Honigqualität überwacht.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden in Workshops sowie über Citizen-Science-Angebote an die Imkerinnen und Imker weitergegeben, um eine nachhaltige und effiziente Imkerei in der Region zu fördern.
Hauptverantwortlich ist das Comunis Projektbüro GbR, die inhaltliche Koordinierung übernimmt das LLH Bieneninstitut in Kirchhain.
Zur ausführlichen Beschreibung des Projektes.
OG „aimGrassland: Artificial Intelligence for Maintenance of Grassland – KI für die Pflege von Grünland“
Extensives Grünland steht vor großen Herausforderungen: Klimawandel, invasive Arten wie das Jakobskreuzkraut und mangelnde Pflege gefährden die Artenvielfalt, die Futterqualität und die wirtschaftliche Nutzung. Um dem zu begegnen, setzt die OG „aimGrassland“ auf eine innovative Kombination aus Sensorik, Drohnentechnologie und Künstlicher Intelligenz.
In einem zweistufigen Verfahren werden Pflanzenarten automatisch per Kamera und KI erkannt und kartiert. Bei starkem Auftreten problematischer Pflanzen ermöglichen die gewonnenen Daten gezielte und umweltschonende Bekämpfungsmaßnahmen – von manuellen Eingriffen bis zu autonomen Robotern. Dieses Verfahren steigert die Effizienz, reduziert den Herbizideinsatz und unterstützt Landwirte dabei, sowohl die Futterqualität als auch die Biodiversität zu fördern.
Hauptverantwortlich ist der Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Der LLH ist assoziierter Partner.