Agrarmärkte Hessen aktuell 26/2026

Kartoffeln

In Hessen sind die Rodearbeiten gut angelaufen und das Angebot nimmt sukzessive zu. Es wird von sehr guten Qualitäten mit nur geringen Abzügen berichtet, die zwar teilweise noch losschalig ist, aber eine gute Haltbarkeit zeigen. Trotz Werbeaktionen ist die Nachfrage – aufgrund der hohen Außentemperaturen – sehr verhalten. In der Direktvermarktung werden die hiesigen Frühkartoffeln zu Preisen von rd. 1,50 EUR/kg angeboten. Packbetriebe stellen in dieser Woche bei sämtlichen Kochtypen vollständig auf regionale Herkünfte um. Damit endet die Frühkartoffelsaison für Importware ungewöhnlich zeitig. Nach wie vor bleiben alterntige Kartoffen von Gastronomie und Großküchen gefragt. Für geschälte bzw. gedämpfte Kartoffeln werden unverändert stabile Preise genannt.

Tab.: Kartoffelpreise, Marktregion Hessen, in EUR/dt netto, frei Erfasser

Waschfähig, vor Abzug Sortierkosten
Min.Max.Ø
Erzeugerpreis, festkochende Sorte545855,33
Erzeugerpreis, vorwiegend festkochende Sorte525653,33
Erzeugerpreis, mehligkochende Sorte

Getreide und Ölsaaten

In den Frühdruschgebieten in Südhessen konnte die Ernte 2026 beginnen. Im Laufe der Woche wird auch mit erster Gerste in Mittelhessen gerechnet. Fortgesetzt stehen die Erzeugerpreise unter Druck. Mit einer spürbaren Preiserholung wird vorerst kaum gerechnet. Immerhin konnten sich zuletzt die Kurse an der Euronext befestigen, denn aufgrund der aktuellen Hitzewelle werden regionale Ertragseinbußen befürchtet. Inwieweit sich dieser Trend am Kassamarkt abbildet, bleibt jedoch abzuwarten. Unterdessen ist der Handel mit alterntigem Brot- und Futtergetreide sehr überschaubar. Die fallenden Rohölpreise belasten die Preistendenzen für Raps. Gleichzeitig könnten damit auch die Kosten für Betriebsmittel sinken. Bis zuletzt tendierten die Preise für Heu und Stroh unverändert. Die Preisfindung für neuerntige Ware ist noch im Gange, jedoch werden keine spürbaren Änderungen erwartet.

Tab.: Getreide- und Rapspreise, Hessen, in EUR/t

Frei LandlagerAb Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Qualitätsweizen160175168173185179
Brotweizen153165160163175170
Qualitätshafer145148146158158158
Futterweizen150160156163170168
Futtergerste145158153160168164
Raps460490480470500491

Eiermarkt

Der hessische Eiermarkt präsentiert sich nach Angaben der Marktteilnehmer derzeit ruhig. Krankheitsbedingte Ausfälle oder verstärkte Ausstallungen sind dem Vernehmen nach nicht zu verzeichnen. Dennoch bleibt das Angebot insgesamt knapp. Insbesondere Bioware ist nur in begrenztem Umfang verfügbar. Gleichzeitig ist aber auch eine gewisse Kaufzurückhaltung zu beobachten. Zum einen könnten hier die hohen Temperaturen infolge der Hitzewelle eine Rolle spielen. Zum anderen scheinen sowohl LEH als auch einige Verarbeiter aktuell Lagerbestände abzubauen. Dementsprechend geben die Preise für freie Ware etwas nach. Betriebe mit Abnahmeverträgen sind davon allerdings nicht betroffen.

Tab.: Preise für Eier in Cent/Stück

Gewichtsklasse MErzeugerpackstelleDirektvermarktung
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Bodenhaltung16,2531,0023,1418,5035,0027,80
Freilandhaltung23,0035,0029,1233,0039,0035,67
Bioware25,5037,0032,3630,0041,5036,70

Qualitätsferkel

Zum Ende der Woche zeigt sich der angespannte Schweinemarkt etwas ausgeglichener. Die einsetzende Hitzewelle dürfte die täglichen Gewichtszunahmen begrenzen und damit zu einer rückläufigen Entwicklung des Lebendangebots beitragen. Aktuell kann die Nachfrage der Verarbeiter weitgehend bedarfsgerecht bedient werden. Die Auktion der Internet Schweinebörse bestätigte eine gewisse Stabilisierung. Hier konnte der Auktionspreis immerhin um 1 Cent zulegen. In diesem Umfeld können auch die Ferkelpreise nach dem letzten Preisrutsch ihr Niveau halten. In der laufenden Berichtswoche wird mit einer gleichbleibenden Notierung gerechnet.

Anzahl4.731
Preisbasis28 kg
 Min.Max.Ø
Preisspanne47,5064,0052,73
Zuschlag 28 – 30 kg1,001,50 
Zuschlag > 30 kg0,501,00 

Kälber

Das Angebot an Kälbern bleibt knapp. Einige Erzeugerbetriebe melden rückläufige Stückzahlen in den nächsten Wochen. Dementsprechend können sich die Preise bei einer stabilen Nachfrage behaupten und in einigen Kategorien sogar zulegen. Steigende Jungbullenpreise bieten zusätzlich Unterstützung, da die Einstallbereitschaft wieder größer ist. Generell bleiben robuste Kälber mit guten Masteigenschaft gesucht. Teilweise erzielen Fleckvieh-Kälber bei der Vermarktung in Richtung Süddeutschland Spitzenpreise. Für die laufende Berichtswoche werden weiterhin stabile Preise erwartet.

Tab.: Preise für Kälber in EUR/Tier

BullenkälberKuhkälber
Über 28 Tage ab 65 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Holstein100460307150170156
Mastkreuzungen250820572395460422
Über 28 Tage ab 85 – 120 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Fleckvieh260990508

Düngemittel

Zuletzt ist die Nachfrage am Düngermarkt spürbar eingebrochen. Zu den genannten Preisen sind Käufer derzeit nicht am Markt bzw. schieben Neukäufe nach hinten. Aufgrund der geopolitischen Entspannung (Straße von Hormus) könnten die Düngerpreise weiter rückläufig tendieren. Immerhin sind seit Mitte April die Notierungen für Harnstoff am Weltmarkt um nahezu 50 % zurück gegangen. Unterdessen verzögert sich die Herausgabe von aktualisierten Preislisten für das neue Wirtschaftsjahr seitens der Hersteller. Größtenteils sind die Düngerlager derzeit wie leer gefegt, um Kapazitäten für die neue Ernte vorzuhalten. Teilweise werden Restmengen mit Preiszugeständnissen abgegeben.

Tab.: Düngerpreise, Marktregion Hessen, in EUR/t ab Handelslager

ab Landlagerfrei Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
KAS440465451425435430
Harnstoff640640640610720668
AHL420439429390420408
DAP895895895
40er Kornkali345350346320330325

Quelle: LLH, Stand 25.06.2026


Für die 25. Woche vom 15.06. bis 21.06.2026

RINDER – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, in ct/kg Schlachtgewicht, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen).
 
 Woche 25 (15.06. – 21.06.2026)Woche 26
Preistrend3
(Mo+Di)
Kat.HKl.StückØ-SG1
(kg/Tier)
Preis (ct/kg SG)
Spanne2Ø
Jung-
bullen
E2
U2
U3
U4
R1
R2
R3
O1
O2
O3
P2
E-P
29
745
453
*
*
578
206
*
114
59
*
2.351
458
446
464


387
428

339
388

425
627 – 644
629 – 648
628 – 649


614 – 706
622 – 646

571 – 629
583 – 597

639
641
640
*
*
637
633
*
580
590
*
634










BullenU2
R2
O2
E-P
29
47
25
163
507
366
332
405
568 – 671
575 – 668
518 – 601
595
598
569
581


OchsenE-P42364672
KüheU2
U3
U4
R1
R2
R3
R4
O1
O2
O3
O4
P1
P2
P3
E-P
*
75
72
22
150
183
82
160
282
263
130
226
133
50
1.880

447
474
321
361
385
415
288
313
347
386
246
270
277
339

607 – 645
625 – 638
563 – 596
596 – 634
603 – 671
611 – 631
564 – 590
581 – 595
596 – 656
599 – 609
491 – 521
511 – 542
513 – 545
*
636
632
593
618
623
616
572
591
602
605
503
524
530
592













FärsenU2
U3
U4
R2
R3
R4
O2
O3
O4
P1
P2
E-P
44
176
*
145
384
162
38
104
56
*
20
1.393
342
371

305
335
357
262
300
347

230
341
623 – 732
622 – 732

610 – 720
622 – 708
613 – 637
547 – 649
581 – 586
592 – 599

489 – 530
658
642
*
636
637
635
574
584
595
*
494
628










Großvieh5.829
KälberR2
E-P
*
43

156
*
915
* Datenschutz  1 Schlachtgewicht  2 Unten und oben je rund 2 % der Tiere gekappt. 3 Nur bei ausreichenden Stückzahlen.
 
© LEL Schwäbisch Gmünd, ADD Trier

SCHWEINE – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen und inkl. ITW-Boni)
 Woche 25 (15.06. – 21.06.2026)
HKl.StückØ-SG1
(kg/Tier)
Ø-MF2
(%)
Preis (ct/kg SG)
Spanne3Ø
S-V
S
E
U
R
S-P
M
78.636
33.439
31.091
5.009
426
69.999
432
100,3
98,4
98,7
99,3
99,9
98,6
183

62,0
58,0
53,3
48,5
59,5

153 – 280
148 – 284
133 – 287
106 – 267

65 – 154

161
162
155
134
161
81
1 Schlachtgewicht  2 Magerfleischanteil  3 Unten und oben je rund 1 % der Tiere gekappt.
© LEL Schwäbisch Gmünd, ADD Trier, RP Gießen

 

LÄMMER – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, in ct/kg, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen)
 Woche 25 (15.06. – 21.06.2026)
Kat.StückØ-SG/LG1
(kg/Tier)
Preis ct/kg SG/LG
Spanne2Ø
geschlachtet pauschal abgerechnet
Lämmer42922,0900 – 1200943
1 Schlacht-/Lebendgewicht 2 Unten und oben je rund 1 % der Tiere gekappt.
© LEL Schwäbisch Gmünd,
ADD Trier, LAVE Recklinghausen, RP Gießen
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Förster,
Dr. Nikos
Zentrale
Kölnische Straße 48-50
34117 Kassel
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