Agrarmärkte Hessen aktuell 33/2026

Kartoffeln

Zur Vorwoche geben die Erzeugerpreise erneut etwas nach. Dagegen zogen die Preise für Schälware merklich an. Unterdessen bleiben auf zahlreichen Standorten die Rodebedingungen schwierig. Gleichzeitig sind die Erträge an einigen Standorten unterdurchschnittlich, insbesondere für die Haupternte werden vermehrt Einbußen erwartet. Zudem sind mittlerweile die Qualitäten zunehmend heterogen, aufgrund von Wurmbefall, Hitzeschäden, Verletzungen, Keimfreudigkeit u.ä. Fortgesetzt bleibt der Konsum von Kartoffeln aufgrund des Witterungsverlaufs eher verhalten. Immerhin nimmt das Angebot kontinuierlich zu und marktfähige Ware steht ausreichend zur Verfügung. Teilweise kommen auch Zufuhren aus den Überschussgebieten an den hiesigen Markt. Packbetriebe bereiten Verkaufsaktionen vor, um die Umsätze zu fördern.

Tab.: Kartoffelpreise, Marktregion Hessen, in EUR/dt netto, frei Erfasser

Waschfähig, vor Abzug Sortierkosten
Min.Max.Ø
Erzeugerpreis, festkochende Sorte353937
Erzeugerpreis, vorwiegend festkochende Sorte333735
Erzeugerpreis, mehligkochende Sorte373737

Getreide und Ölsaaten

Weiterhin ruhiges Geschäft mit Brot- und Futtergetreide. Gleichzeitig tendieren die Erzeugerpreise am regionalen Markt leicht fester. Unterdessen besteht eine hohe Volatilität an den Rohstoffmärkten. Mit einer merklichen geopolitischen Entspannung wird vorerst kaum gerechnet. Es könnte sich daher rechnen, günstige Angebote für einen Teilverkauf der Ernte zu nutzen. Während die schwachen Ernteprognosen im Mais für sehr feste Notierungen sorgen (deutlich über 200 EUR/t), könnte sich dies auch preisstützend für andere Getreidearten auswirken. Zusätzlich verteuern logistische Engpässe die Transporte von Agrargütern teils erheblich. Im Zuge stark steigender Rohölpreise ziehen die Rapspreise wieder auf ca. 500 EUR/t an.

Tab.: Getreide- und Rapspreise, Hessen, in EUR/t

Frei LandlagerAb Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Qualitätsweizen180200189190212201
Brotweizen175190181185202192
Qualitätshafer
Futterweizen168175172178192183
Futtergerste150165158160178169
Raps485500493495510502

Eiermarkt

Eier sind am freien Markt in ausreichender Menge verfügbar. Obwohl das Nachfragepotenzial während der Ferien und bei den hohen Temperaturen limitiert ist, ordert der LEH dem Vernehmen nach kontinuierlich Ware. Die Bestellungen von Seiten des Handels und der Verarbeiter können problemlos bedient werden. Vereinzelt wurden die Preise für freie Ware leicht angehoben. Deutschlandweit ist die Erzeugung von Bio-Eiern in 2026 stark gestiegen. Während der Biomarkt noch bis in den April hinein dennoch knapp versorgt war, ist aktuell von einem ausgeglichenen Markt die Rede. Eine steigende Nachfrage wird erst wieder mit dem Ende der Schulferien erwartet.

Tab.: Preise für Eier in Cent/Stück

Gewichtsklasse MErzeugerpackstelleDirektvermarktung
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Bodenhaltung12,9030,5022,7918,5035,0027,80
Freilandhaltung23,0035,0029,1233,0039,0035,67
Bioware25,5037,0032,4730,0041,5036,70

Qualitätsferkel

Der Schweinemarkt steht in diesem Jahr stark unter dem Einfluss rückläufiger chinesischer Importe und einem Angebotsüberhang in Spanien, der auf den EU-Markt drängt. Aufgrund rückläufiger Gewichte während der Hitzewelle ist das Angebot in der EU zuletzt aber wieder gesunken. Immerhin war zudem eine leichte Nachfragebelebung trotz Sommerferien zu verzeichnen. Infolgedessen konnte der Vereinigungspreis um 10 Cent auf 1,50 EUR/kg angehoben werden. In diesem Umfeld rechnen die Marktbeteiligten auch mit einem steigenden Preistrend bei den Ferkeln. Für die laufende Woche wurde die Leitnotierung um 5 EUR/Tier nach oben gesetzt.

Tab.: Preise für Ferkel in EUR/Tier

Anzahl5.780
Preisbasis28 kg
 Min.Max.Ø
Preisspanne34,0060,1544,41
Zuschlag 28 – 30 kg1,001,50 
Zuschlag > 30 kg0,501,00 

Kälber

Ein kleines Angebot am Rindfleischmarkt kann die ebenfalls kleine Nachfrage problemlos decken. Am Kälbermarkt stehen die Preise weiterhin unter Druck. Das Angebot an schwarzbunten Nutzkälbern liegt über dem Bedarf, Abnehmer versuchen die Preise weiter zu reduzieren. Sehr schwierig ist die Marktlage für fleischlose leichte Kälber. Für die aktuelle Woche gehen die Marktbeteiligten von weiteren Preisrücknahmen aus.

Tab.: Preise für Kälber in EUR/Tier

BullenkälberKuhkälber
Über 28 Tage ab 65 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Holstein9040023770,00120,0087,50
Mastkreuzungen200700430220500314
Über 28 Tage ab 85 – 120 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Fleckvieh200870442

Düngemittel

Nach einer kurzzeitigen Preiserholung zog der Düngermarkt wieder spürbar an. In der Folge ist das Düngergeschäft wieder eingebrochen. Einige Käufer konnten die Phase mit günstigeren Einstandspreisen nutzen. Nach wie vor setzen die regionalen Düngerhändler bzw. auch die Düngerhersteller teilweise mit Preisnennungen aus, aufgrund der schwierigen geopolitischen Marktlage. Vereinzelt gibt es Preise lediglich auf Anfrage. Zusätzlich ist die Logistik auf den Wasserstraßen wegen niedriger Pegelstände erheblich eingeschränkt. Lieferungen werden auf hintere Termine geschoben. Mit weiter anziehender Preise für N-Dünger wird gerechnet (KAS >400 EUR/t und Harnstoff >600 EUR/t). Gleichzeitig waren die Notierungen für Harnstoff am Weltmarkt zuletzt rückläufig. Die Nachfrage der hiesigen Betriebe dürfte bis auf weiteres verhalten bleiben.

Tab.: Düngerpreise, Marktregion Hessen, in EUR/t ab Handelslager

ab Landlagerfrei Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
KAS390435408370410392
Harnstoff610615612
AHL393410401360405385
DAP905910907
40er Kornkali340345343315335324

Quelle: LLH, Stand 12.08.2026


Für die 32. Woche vom 03.08. bis 09.08.2026

RINDER – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, in ct/kg Schlachtgewicht, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen).
 Woche 32 (03.08. – 09.08.2026)Woche 33
Preistrend3
(Mo+Di)
Kat.HKl.StückØ-SG1
(kg/Tier)
Preis (ct/kg SG)
Spanne2Ø
Jung-
bullen
E2
U2
U3
U4
R1
R2
R3
O1
O2
O3
P2
E-P
22
835
349
*
*
424
135
*
118
44
*
2.011
500
443
464


383
412

326
378

421
590 – 607
600 – 619
596 – 616


591 – 732
593 – 610

511 – 579
549 – 582

594
612
603
*
*
604
597
*
551
560
*
602










BullenU2
R2
O2
E-P
24
28
*
129
530
394

424
523 – 587
552 – 597

549
568
*
542


OchsenE-P64325670
KüheU2
U3
U4
R1
R2
R3
R4
O1
O2
O3
O4
P1
P2
P3
E-P
*
81
58
38
201
290
74
270
364
342
92
386
141
79
2.436

443
493
348
355
381
410
290
310
347
391
247
275
293
329
540 – 627
537 – 620
504 – 537
520 – 627
522 – 597
527 – 588
476 – 594
491 – 592
502 – 564
510 – 520
403 – 482
428 – 452
415 – 447
*
559
550
523
537
534
538
497
507
516
517
419
439
440
504













FärsenU2
U3
U4
R2
R3
R4
O2
O3
O4
P1
P2
E-P
36
180
119
140
431
142
58
105
60
*
*
1.338
338
368
398
295
331
359
257
295
360


333
592 – 614
593 – 611
591 – 601
571 – 720
584 – 712
587 – 589
449 – 636
465 – 609
503 – 504


611
599
594
601
596
589
515
501
503
*
*
577










Großvieh5.978
KälberR2
E-P
21
39
151
144
835 – 929
919
892
* Datenschutz  1 Schlachtgewicht  2 Unten und oben je rund 2 % der Tiere gekappt. 3 Nur bei ausreichenden Stückzahlen.
© LEL Schwäbisch Gmünd, ADD Trier

SCHWEINE – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen

 

Preise frei Schlachtstätte, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen und inkl. ITW-Boni)
 Woche 32 (03.08. – 09.08.2026)
HKl.StückØ-SG1
(kg/Tier)
Ø-MF2
(%)
Preis (ct/kg SG)
Spanne3Ø
S-V
S
E
U
R
S-P
M
75.998
36.756
29.592
3.698
284
70.353
466
99,3
97,8
98,2
98,7
99,9
98,0
181
62,1
58,0
53,3
48,3
59,8

144 – 275
142 – 297
127 – 321
94 – 298

55 – 183

160
162
156
133
160
79
1 Schlachtgewicht  2 Magerfleischanteil  3 Unten und oben je rund 1 % der Tiere gekappt.
© LEL Schwäbisch Gmünd, ADD Trier, RP Gießen

LÄMMER – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, in ct/kg, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen)
 Woche 32 (03.08. – 09.08.2026)
Kat.StückØ-SG/LG1
(kg/Tier)
Preis ct/kg SG/LG
Spanne2Ø
geschlachtet pauschal abgerechnet
Lämmer33220,3750 – 1200849
1 Schlacht-/Lebendgewicht 2 Unten und oben je rund 1 % der Tiere gekappt.
© LEL Schwäbisch Gmünd,
ADD Trier, LAVE Recklinghausen, RP Gießen
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Dr. Nikos
Zentrale
Kölnische Straße 48-50
34117 Kassel
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