Agrarmärkte Hessen aktuell 41/2026

Kartoffeln

Am regionalen Kartoffelmarkt setzen sich die stabilen Preistendenzen fort. Bei insgesamt guten Rodebedingungen kommt die diesjährige Kampagne allmählich zum Abschluss. Dennoch ist der Sortieraufwand von mancher Partie erhöht. Mit Verkaufsangeboten in größeren Gebinden soll der Absatz gefördert werden. Unterdessen wird mit einer frühzeitigen Verwertung von Lagerbeständen aufgrund der knappen Ernte gerechnet. In der Folge dürften sich festere Preise in den nächsten Wochen durchsetzen lassen.

Tab.: Kartoffelpreise, Marktregion Hessen, in EUR/dt netto, frei Erfasser

Waschfähig, vor Abzug Sortierkosten
Min.Max.Ø
Erzeugerpreis, festkochende Sorte353936,75
Erzeugerpreis, vorwiegend festkochende Sorte333734,75
Erzeugerpreis, mehligkochende Sorte373736,50

Getreide und Ölsaaten

Am hiesigen Getreidemarkt setzt sich das ruhige Bedarfsgeschäft fort. Die Käuferseite signalisiert eine gute Deckung und lediglich kontrahierte Ware wird bezogen. Für das laufende Jahr werden keine spürbaren Nachfrageimpulse erwartet. Verkäufer zeigen sich größtenteils abwartend, zumal die Feldarbeiten Vorrang haben. Häufig wird auf Preisbefestigungen auf hinteren Terminen spekuliert, die jedoch skeptisch bewertet werden. Vieles wird davon abhängen, ob die großen Ernten in Black-Sea bewegt werden können. Niedrige Pegelstände verzögern weiterhin die Transporte von Schüttgütern (Getreide, Dünger). Die sprunghafte Preisentwicklung am Getreidemarkt dürfte weiterhin von einigen geopolitischen Unsicherheitsfaktoren bestimmt bleiben. Trotz ruhigen Handels können sich die Rapspreise nur knapp behaupten bzw. geben nach. Aufgrund der erheblich verringerten Importquote aus der Schwarzmeerregion dürfte die Nachfrage der Verarbeiter in den nächsten Wochen deutlich zunehmen und Preisstützend wirken.

Tab.: Getreide- und Rapspreise, Hessen, in EUR/t

Frei LandlagerAb Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Qualitätsweizen193210203203220213
Brotweizen183205195193210205
Qualitätshafer––––––
Futterweizen173195186183205196
Futtergerste168185175178195185
Raps500518508510528519

Eiermarkt

Die Verbrauchernachfrage nach Konsumeiern wird von Marktbeobachtern als rege und stetig bezeichnet. Demgegenüber scheinen die Verarbeiter aktuell keinen großen Anschlussbedarf zu haben. Zumindest bei den regionalen Herkünften. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Bedarfsdeckung über günstige Importe aus dem Ausland erfolgt. Alles in allem sind Angebot und Nachfrage weitgehend im Gleichgewicht. Lediglich Eier der Kategorie „XL“ sind nicht immer in ausreichender Menge verfügbar. Für freie Ware werden unveränderte Preise gemeldet.

Tab.: Preise für Eier in Cent/Stück

Gewichtsklasse MErzeugerpackstelleDirektvermarktung
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Bodenhaltung14,3030,5022,9218,5035,0027,80
Freilandhaltung23,0035,0029,1233,0039,0035,67
Bioware25,5037,0032,4730,0041,5036,70

Qualitätsferkel

Die Schweinepreise bleiben latent unter Druck. Hohe Angebotsmengen und Schlachtgewichte haben eine Überversorgung des EU-Marktes zur Folge. Demgegenüber steht eine verhaltene Fleischnachfrage. Die gestiegenen Mengen konnten zuletzt aber noch vom Markt aufgenommen werden. Für eine Preisbewegung nach oben fehlen aber die nötigen Impulse. Infolgedessen sinkt auch die Einstallbereitschaft der Mäster und die Ställe bleiben länger leer. Dies führt auch bei den Ferkelerzeugern zu Vermarktungsschwierigkeiten. Die Ferkelpreise bleiben daher vorerst unverändert. Die Marktbeteiligten sehen aktuell kaum Preispotenzial nach oben.

Tab.: Preise für Ferkel in EUR/Tier

Anzahl4.392
Preisbasis28 kg
 Min.Max.Ø
Preisspanne32,0058,1543,10
Zuschlag 28 – 30 kg1,001,50 
Zuschlag > 30 kg0,501,00 

Kälber

Das Angebot an Nutzkälbern wird aktuell als moderat eingeschätzt. Kälber mit entsprechenden Qualitätsmerkmalen lassen sich problemlos vermarkten. Aufgrund des Seuchengeschehens berichten Betriebe von einer größeren Anzahl an leichten Kälbern. Hier müssen bei der Vermarktung häufig Preiszugeständnisse akzeptiert werden. Immerhin bewegen sich die Jungbullenpreise weiter nach oben. Dies könnte die Preisbasis und damit Erlösmöglichkeiten weiter stabilisieren.

Tab.: Preise für Kälber in EUR/Tier

BullenkälberKuhkälber
Über 28 Tage ab 65 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Holstein703702328010088
Mastkreuzungen250810521250310282
Über 28 Tage ab 85 – 120 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Fleckvieh220480368–––

Düngemittel

Die Düngerpreise ziehen weiter an, insbesondere N-Dünger tendieren nochmals deutlich fester. Der hiesige Markt bleibt unterversorgt. Hersteller sind bis in den November ausverkauft. Explodierende Frachtraten und Niedrigwasser belasten die Transporte. Zudem erhöhen sich die Herstellungskosten aufgrund der hohen Gaspreise und führen zu weiterer Drosselung der Produktion bzw. auch zu Schließung von Produktionsstätten. Einlagerungen befinden sich auf einem niedrigen Niveau. Die regionalen Düngerhändler nehmen lediglich die Mengen auf Lager, für die eine gesicherte Abnahme besteht. Unterdessen wurden weitere Teilmengen für das Frühjahr in die Bücher genommen, um erneute Preissteigerungen abzufangen. Gleichzeitig werden Vorkäufe teilweise nach hinten geschoben. Die weiteren Aussichten bereiten zunehmende Sorgen aufgrund der dynamischen geopolitischen Entwicklungen. Für das Frühjahr 2027 wird die Verfügbarkeit von Düngemitteln in den gewohnten Mengen skeptisch bewertet.

Tab.: Düngerpreise, Marktregion Hessen, in EUR/t ab Handelslager

ab Landlagerfrei Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
KAS455475461440455445
Harnstoff630695661615650631
AHL442470459410447435
DAP96010501003920990946
40er Kornkali345350347320347330

Quelle: LLH, Stand 08.10.2026


Für die 36. Woche vom 31.08. bis 06.09.2026

RINDER – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, in ct/kg Schlachtgewicht, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen).
 Woche 40 (28.09. – 04.10.2026)Woche 41
Preistrend3
(Mo+Di)
Kat.HKl.StückØ-SG1
(kg/Tier)
Preis (ct/kg SG)
Spanne2Ø
Jung-
bullen
E2
U2
U3
U4
R1
R2
R3
O1
O2
O3
P2
E-P
*
625
380
50
22
560
162
*
105
38
*
2.018

450
463
459
340
386
411

340
391

422

641 – 714
654 – 660
652 – 673
588 – 673
612 – 698
620 – 675

580 – 650
590 – 615

*
661
659
653
624
651
654
*
598
606
*
652










BullenU2
R2
O2
E-P
22
39
20
151
499
403
366
411
542 – 620
539 – 647
515 – 568
585
591
544
566


OchsenE-P51358685
KüheU2
U3
U4
R1
R2
R3
R4
O1
O2
O3
O4
P1
P2
P3
E-P
*
76
86
46
153
255
68
244
297
392
122
361
163
53
2.369

441
467
335
358
379
402
292
308
344
387
246
275
295
332

516 – 573
555 – 575
509 – 602
508 – 577
511 – 561
537 – 605
483 – 577
496 – 587
505 – 534
527 – 545
402 – 474
430 – 482
439 – 471
*
567
571
534
548
551
553
510
524
531
536
433
451
463
520













FärsenU2
U3
U4
R2
R3
R4
O2
O3
O4
P1
P2
E-P
*
146
187
119
387
213
63
95
49
*
*
1.424

368
401
306
335
363
244
307
342


343

619 – 647
617 – 640
600 – 658
607 – 649
598 – 639
486 – 526
508 – 569
483 – 539


*
640
637
613
636
630
497
521
518
*
*
612










Großvieh6.013
KälberR2
E-P
37
64
141
141
791 – 924898
883
* Datenschutz  1 Schlachtgewicht  2 Unten und oben je rund 2 % der Tiere gekappt. 3 Nur bei ausreichenden Stückzahlen.
© LEL Schwäbisch Gmünd, ADD Trier

SCHWEINE – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen und inkl. ITW-Boni)
Woche 40 (28.09. – 04.10.2026)
StückØ-SG1
(kg/Tier)
Ø-MF2
(%)
Preis (ct/kg SG)
Spanne3Ø
78.456
34.166
31.371
4.593
318
70.459
480
100,6
98,7
99,1
99,2
100,4
99,0
179

62,0
58,0
53,4
48,5
59,6

148 – 270
144 – 295
126 – 325
101 – 223

73 – 155

158
160
153
129
158
85
1 Schlachtgewicht  2 Magerfleischanteil  3 Unten und oben je rund 1 % der Tiere gekappt.
© LEL Schwäbisch Gmünd, ADD Trier, RP Gießen

LÄMMER – Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen

Preise frei Schlachtstätte, in ct/kg, ohne MwSt. (inkl. Tieren aus Bio-, Qualitäts- und Regionalprogrammen)
 Woche 40 (28.09. – 04.10.2026)
Kat.StückØ-SG/LG1
(kg/Tier)
Preis ct/kg SG/LG
Spanne2Ø
geschlachtet pauschal abgerechnet
Lämmer37820,9766 – 1150846
1 Schlacht-/Lebendgewicht 2 Unten und oben je rund 1 % der Tiere gekappt.
© LEL Schwäbisch Gmünd,
ADD Trier, LAVE Recklinghausen, RP Gießen
Kontakt
Förster,
Dr. Nikos
Zentrale
Kölnische Straße 48-50
34117 Kassel
+49 561 7299267
+49 170 5700105
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