Düngemittelpreise erklimmen Höchststände
Steigende Preise und ein knappes Angebot an Düngemitteln beunruhigen die Landwirte. In den USA werden bereits staatliche Hilfen und der Aufbau einer strategischen Reserve diskutiert. Ausgangspunkt ist das Kriegsgeschehen im Nahen Osten mit der Sperrung der sog. Straße von Hormus durch den Iran. Nach jetzigem Kenntnisstand liegen etwa 20 Schiffe mit einem gesamten Ladevolumen von 1 Mio. t Dünger in dieser Meerenge fest. Die Ware kann somit nicht auf den Weltmarkt gelangen. Wegen Zerstörung der Raffinerien haben die Rohölnotierungen seither einen großen Sprung nach oben gemacht. Damit hat sich aber auch das Erdgas zeitweise auf ca. 200 EUR/MWh verteuert, welches für die Düngemittelproduktion benötigt wird. Höhere Produktions- und Transportkosten treiben die Düngemittelpreise in die Höhe. Teilweise setzen Düngerhändler ihre Preisnennungen vorübergehend aus bzw. haben diese nur eine kurzfristige Gültigkeit.
Harnstoff ist am Weltmarkt nur sehr knapp verfügbar mit Preisaufschlägen von über 100 EUR/t seit Anfang des Monats in Hessen. Regional kommt es bei S- und Flüssigdüngern zu logistischen Engpässen. Mit weiterhin sehr festen Preisen für sämtliche Düngemittel wird gerechnet. Zumal während der Düngesaison selbst bei sinkenden Herstellungskosten keine Preissenkungen zu erwarten sind. Nur mit einer Beilegung des Konflikts könnten die Risikoprämien wieder fallen. Aktuell sind die Lagerbestände bei den Händlern als gering einzustufen. Bestellungen werden meist über Streckengeschäfte abgewickelt. Unterdessen dürfte die erste Gabe weitgehend ausgebracht sein. Die Händler berichten von teils regen Anfragen für die zweite und dritte Gabe.


