Milchmarkt unter Druck

Im Wirtschaftsjahr 2024/25 konnten die Milchviehbetriebe bei einem durchschnittlichen Milchpreis von 54 Cent noch einen ordentlichen Gewinnzuwachs von 67% verbuchten. Nach den Auswertungen der Regionalstatistik im Testbetriebsnetz durch das FG 31 stand am Ende ein durchschnittlicher Gewinn von 136.515 Euro in den Büchern. Dieses Niveau dürfte im laufenden WJ 2025/26 bei den aktuellen Entwicklungen nicht mehr zu halten sein. Der Grund: bei einem steigenden Rohstoffangebot haben sich die finanziellen Verwertungsmöglichkeiten der Milch in den vergangenen Monaten zunehmend verschlechtert. Damit müssen die Milchviehhalter erhebliche Einbußen beim Milchgeld verkraften.

Während die erste Hälfte des Jahres 2025 noch von Rohstoffknappheit geprägt war, zeichnete sich in der zweiten Hälfte des Jahres eine ungewöhnliche Saison ab. Fruchtbarkeitsstörungen als Spätfolge der Blauzungenkrankheit führten zu mehr Kalbungen im Sommer. Die gute Grundfutterqualität und hohen Milchpreise leisteten ebenfalls ihren Beitrag zu konstant hohen Milchmengen. Und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch in der gesamten EU und am Weltmarkt. In der Folge war im Herbst fast kein Saisontief zu beobachten. Alleine im Oktober lag die Milchmenge 5% über Vorjahreslinie.

Und die Top 5-Drittlandsexporteure erzeugten von Januar bis Oktober 2025 insgesamt rund 133,9 Mio. t Milch, was ein Plus von immerhin 3% gegenüber dem Vorjahr bedeutet. In der Folge wurde die Produktion von Milchprodukten deutlich gesteigert und Lagerbestände aufgebaut. So lag die Butterproduktion im Oktober 2025 etwa 20% über Vorjahreslinie, während 17% mehr Vollmilchpulver und 34% mehr Magermilchpulver produziert wurden. Damit sind die Preise auf allen Handelsstufen unter Druck geraten. Ein Päckchen Butter kostete bei den Discountern zeitweise nur noch 99 Cent. Die Erzeugerpreise für Milch bewegen sich aktuell auf einem Niveau von teils unter 45 Cent. 

Butterpreise im Großhandel in EUR/kg

Abb.: Butterpreise im Großhandel in EUR/kg
Quelle: Süddeutsche Butter- und Käsebörse e.V., Stand 16.01.2026
Kontakt
Förster,
Dr. Nikos
Zentrale
Kölnische Straße 48-50
34117 Kassel
+49 561 7299267
+49 170 5700105
E-Mail senden