Produktsicherheit im Gartenbau: Biologische Qualität des Wassers regelmäßig prüfen

Mit zunehmenden Trockenperioden steigt auch in Hessen der Bewässerungsbedarf im Produktionsgartenbau. Neben einer ausreichenden Wassermenge gewinnt dabei auch die Wasserqualität an Bedeutung. Insbesondere bei Kulturen mit Frischverzehr kann die biologische Wasserqualität entscheidend für die Produktsicherheit und die Vermarktungsfähigkeit sein.

Je nach Herkunft unterscheiden sich Wasserquellen deutlich in ihrer Qualität und Stabilität. Grundwasser weist häufig eine vergleichsweise konstante Beschaffenheit auf. Oberflächengewässer wie Flüsse, Bäche oder Seen sowie betriebliche Wasserspeicher und Regenrückhaltebecken unterliegen dagegen stärkeren Schwankungen. Niederschläge, hohe Temperaturen, organische Einträge oder Tierkontakte können die mikrobiologische Belastung beeinflussen. Gerade offene Wasserspeicher sollten deshalb besonders im Blick behalten werden.

Zur Bewertung der biologischen Eignung von Bewässerungswasser erfolgt eine Einteilung in vier Eignungsklassen. Grundlage sind insbesondere mikrobiologische Parameter, die das hygienische Risiko des Wassers bewerten. Diese werden in spezialisierten Laboren bestimmt:

  • Eignungsklasse 1: Wasser mit sehr guter hygienischer Qualität, uneingeschränkt für die Bewässerung geeignet.
  • Eignungsklasse 2: Wasser mit geringer Belastung, das unter Beachtung der Kultur und Bewässerungsmethode genutzt werden kann.
  • Eignungsklasse 3: hygienisch belastetes Wasser, dessen Einsatz nur eingeschränkt beziehungsweise unter Vorsichtsmaßnahmen erfolgen sollte.
  • Eignungsklasse 4: hygienisch ungeeignetes Wasser, insbesondere für Kulturen mit Frischverzehr nicht zu empfehlen.
Ein Wasserbecken aus der Vogelperspektive
Wasser aus offenen Speichern sollte regelmäßig auf seine biologische Qualtität geprüft werden.

Entscheidend ist dabei eine fachgerechte Probenahme. Wasserproben sollten möglichst repräsentativ entnommen werden – idealerweise direkt an der Entnahmestelle beziehungsweise dort, wo das Wasser in das Bewässerungssystem eingespeist wird. Bei Oberflächengewässern oder Speichern empfiehlt sich die Probenahme nicht unmittelbar nach Starkregenereignissen, da diese die Ergebnisse kurzfristig verfälschen können.

Auch die Häufigkeit der Untersuchung spielt eine wichtige Rolle. Während relativ konstante Wasserquellen wie Brunnenwasser meist in größeren Intervallen untersucht werden können, empfiehlt sich bei Oberflächenwasser und offenen Speichern eine regelmäßigere Kontrolle, insbesondere vor und während der Bewässerungssaison. Bei empfindlichen Kulturen oder Frischmarktware kann eine engmaschigere Beprobung sinnvoll sein.

Für hessische Gartenbau- und Sonderkulturbetriebe gewinnt die regelmäßige Bewertung der Wasserqualität damit zunehmend an Bedeutung. Eine frühzeitige Untersuchung kann helfen, hygienische Risiken zu erkennen und die Bewässerung langfristig sicher und betriebsgerecht zu gestalten.

Hinweise zur richtigen Probennahme um zum Umgang mit dem Proben geben die Labore oder das Beratungsteam des LLH.

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