Wasserspeicher im Gartenbau – passende Lösungen für den Betrieb

Trockenperioden nehmen zu und eine zuverlässige Wasserversorgung wird für viele Gartenbaubetriebe immer wichtiger. Wasserspeicher helfen dabei, Niederschläge oder andere verfügbare Wasserressourcen zwischenzuspeichern und bei Bedarf für die Bewässerung bereitzustellen. Gleichzeitig können sie dazu beitragen, Versorgungsspitzen auszugleichen und den Betrieb unabhängiger von kurzfristigen Wasserverfügbarkeiten zu machen.

Welche Speicherlösung geeignet ist, hängt unter anderem vom Wasserbedarf, den betrieblichen Gegebenheiten, dem verfügbaren Platz und den Investitionsmöglichkeiten ab. Das Beratungsteam Gartenbau des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) gibt nachfolgend einen Überblick über verschiedene Speichersysteme und ihre jeweiligen Einsatzbereiche.

Welche Wasserspeicher stehen zur Verfügung?

Grundsätzlich wird zwischen oberirdischen und unterirdischen sowie offenen und geschlossenen Wasserspeichern unterschieden. Zum Einsatz kommen beispielsweise IBC-Container, Kunststofftanks, Stahlringbehälter, Erd-Folien-Becken oder Zisternen. Jedes System besitzt spezifische Vor- und Nachteile und eignet sich für unterschiedliche Einsatzbereiche.

IBC-Container – die einfache Einstiegslösung

IBC-Container (Intermediate Bulk Container) eignen sich vor allem für kleinere Speichermengen. Sie fassen in der Regel einen Kubikmeter Wasser, sind leicht zu transportieren und können bei Bedarf miteinander verbunden werden. Durch ihren modularen Aufbau lassen sie sich flexibel einsetzen. Dunkle Behälter bieten den Vorteil, dass sich weniger Algen bilden als in transparenten Ausführungen.

HDPE-Tanks für mittlere Speichervolumina

Vertikale Kunststofftanks aus hochdichtem Polyethylen (HDPE) stehen in zahlreichen Größen (bis ca. 30 m³) zur Verfügung und können sowohl im Freien als auch in Gebäuden aufgestellt werden. Voraussetzung ist ein tragfähiger, ebener Untergrund. Mehrere Tanks lassen sich miteinander kombinieren und ermöglichen so eine bedarfsgerechte Erweiterung der Speicherkapazität.

Drei große Stahlringbecken aus Wellblech mit Folienabdeckung stehen vor einer Halle eines Gartenbaubetriebs.
Stahlringbecken liefern vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Stahlringbehälter für größere Wassermengen

Stahlringbehälter beziehungsweise Wassersilos haben sich insbesondere für mittlere bis größere Speichervolumina etabliert. Sie bestehen aus Wellblechringen mit einer innenliegenden Folienauskleidung und können mit unterschiedlichen Abdecksystemen ausgestattet werden. Diese reduzieren den Lichteinfall und damit das Algenwachstum und schützen vor dem Eintrag von organischem Material.

Für einen langfristig sicheren Betrieb sollten Korrosionsschutz, Standsicherheit und der Zustand der Folie regelmäßig kontrolliert werden. Ebenso empfiehlt sich, Ablagerungen im Speicher in regelmäßigen Abständen zu entfernen.

Folien-Becken für hohe Speicherkapazitäten

Ein Folienbecken mit grüner Folie und weißen Trocknungsrändern ist zur Hälfte mit Wasser gefüllt.
Erd-Folien-Becken können große Wassermengen speichern.

Wenn große Wassermengen gespeichert werden sollen, stellen Erd-Folien-Becken häufig eine wirtschaftliche Lösung dar. Planung und Bau sind jedoch deutlich aufwendiger und bereits bei der Standortwahl müssen unter anderem die Geländeverhältnisse, die Dammgestaltung sowie die spätere Wasserführung berücksichtigt werden.

Da die Erdarbeiten einen erheblichen Anteil der Baukosten ausmachen können, sollte geprüft werden, was in Eigenleistung ausgeführt werden kann. Auch eine geotechnische Bewertung der Standsicherheit ist in der Regel erforderlich.

Zisternen – platzsparend und geschützt

Unterirdische Zisternen benötigen nur wenig Platz und schützen das gespeicherte Wasser vor Sonneneinstrahlung. Dadurch bleibt die Wasserqualität häufig besser erhalten als bei offenen Speichern. Je nach Ausführung können sie überfahrbar eingebaut werden und eignen sich besonders für Betriebe mit begrenzten Platzverhältnissen. Jedoch sind die Baukosten erheblich höher.

Welches Speichersystem ist das richtige?

Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht. Entscheidend sind unter anderem das benötigte Speichervolumen, die verfügbare Fläche, die gewünschte Wasserqualität sowie die Investitionskosten.

Geschlossene Speicher bieten Vorteile hinsichtlich der Wasserqualität und benötigen meist weniger Platz. Für große Speichervolumina sind dagegen häufig Stahlringbehälter oder Erd-Folien-Becken die wirtschaftlichere Lösung. Welche Variante im Einzelfall sinnvoll ist, sollte immer unter Berücksichtigung der betrieblichen Anforderungen bewertet werden.

IBCHDPE
vertikal Tanks
Zisterne
(flach PE)
Zisterne
(Beton)
Stahlring-
behälter
Erd-
Folienbecken
(empfohlene)
Größen
1 m³2- 20 m³3 – 12 m³< 500 m³< 1000 m³> 1000 m³
Wasserqualität++-/+-/+
Platzbedarfgering/mittelgering/mittelgeringkeingering/mittelgroß

Sicherheit und rechtliche Vorgaben beachten

Wasserspeicher können Gefahren für Menschen und Tiere darstellen. Betreiber sind deshalb verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur Sicherung ihrer Anlagen zu treffen. Dazu gehören beispielsweise eine Einfriedung des Geländes, eine geeignete Beschilderung sowie – je nach Anlage – Rettungseinrichtungen wie Ausstiegshilfen oder Rettungsringe.

Auch rechtliche Vorgaben sollten frühzeitig berücksichtigt werden. Je nach Größe und Bauweise können Anforderungen aus dem Bau- und Wasserrecht zu beachten sein. Deshalb empfiehlt es sich, geplante Vorhaben bereits in der Planungsphase mit den zuständigen Behörden abzustimmen.

Fazit

Wasserspeicher können ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Bewässerung im Gartenbau sein. Für viele betriebliche Situationen stehen geeignete Speicherlösungen zur Verfügung. Eine sorgfältige Planung, die Auswahl eines passenden Systems sowie die Berücksichtigung von Sicherheits- und Rechtsvorgaben bilden die Grundlage für eine langfristig zuverlässige Wasserversorgung.


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